Euro-Krise
Athen meldet erneut Überschüsse

Griechenland schreibt dieses Jahr schwarze Zahlen: Die Athener Regierung dürfte einen Haushaltsüberschuss erzielen - allerdings ohne Zinsen für die Schuldenberge. 2014 könnte die Wirtschaft sogar leicht wachsen.
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AthenGriechenland hat in den ersten elf Monaten des Jahres nach Angaben des Finanzministeriums mehr eingenommen als ausgegeben. Das Land habe einen sogenannten Primärüberschuss von 2,7 Milliarden Euro erwirtschaftet, teilte der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras am Donnerstag in Athen mit. Damit dürfte das Euro-Krisenland 2013 erstmals nach Jahreszehnten wieder einen Überschuss erwirtschaftet - allerdings ohne Berücksichtigung der enormen Zinslast für den horrenden Schuldenberg.

Athen profitiert allerdings massiv davon, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Anleihen des Euro-Krisenlandes aufgekauft hat. 1,5 Milliarden Euro des Primärüberschusses stammen den Angaben zufolge aus dem ersten Anleihekaufprogramm der EZB.

Aus eigener Kraft erwirtschaftete Athen 1,2 Milliarden Euro, vor allem dank gestiegener Einnahmen aus dem Tourismussektor. Griechenland hat dieses Jahr einen Rekord mit mehr als 17 Millionen Besuchern verzeichnet. Zudem bezahlt Athen Experten zufolge seit Monaten nur noch die dringendsten Rechnungen. Ein echter ausgeglichener Haushalt unter Berücksichtigung des Schuldendienstes sei noch in weiter Ferne.

Die aktuelle Entwicklung macht es nach Worten von Staikouras aber immer „machbarer“, Ende des Jahres einen primären Überschuss von mehr als 800 Millionen Euro zu erreichen. Athen schneidet damit besser ab, als von der Geldgeber-Troika zunächst vorgesehen. Ziel des Konsolidierungsprogramms war es, dass Athen 2013 keine neue Schulden macht.

Für das kommende Jahr sagt die Regierung ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent voraus. Die Arbeitslosigkeit soll auf 24,5 Prozent zurückgehen. Im September lag die Rate bei mehr als 27 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ach - das hatte ich vergessen:
    Die Zahl von 17 Millionen Touristen in 2013 ist gelogen.
    Einzig in den großen Hotels gab es reichlich Touristen und das auch nur deshalb, weil es meist “all-inclusive”-Angebote waren. Bei solchen Angeboten bleibt aber praktisch kein Geld im Land. Die Kunden geben ihr Geld fast ausschließlich im Hotel aus, ab und zu fällt vielleicht mal das Geld für ein Bus-Ticket oder ein Taxi an - mehr nicht.
    DAVON kann GR nicht leben.

  • Hätte GR einen ECHTEN Primärüberschuss, wäre das Land nun in einer komfortablen Lage:
    Es könnte sich von den Troika-Hilfen unabhängig betrachten. Denn mit dem erwirtschafteten Geld und den für die Zukunft weiter zu erwartenden Überschüssen könnte es sagen “macht doch was Ihr wollt - wir zahlen nicht mehr”.
    Dann wären in der EZB Abschreibungen in Milliardenhöhe fällig und die Regierungen der Geberländer - allen voran die deutsche Regierung - müsste ihren Bürgern die Wahrheit über den Euro sagen.
    “Jungs, es tut uns leid, die Sache mit dem Euro in GR hat nicht geklappt, ihr müsst jetzt leider bezahlen.”
    Das wäre dann - zurecht - gleichzeitig das Ende dieser Regierungen, die ihre Bürger stets belogen hatten.
    Um so etwas zu vermeiden, wird es in 2014 ganz sicher einen Schuldenschnitt geben, denn im Falle eines solchen Schnittes wären die Verluste der EZB immerhin begrenzbar. Und die Regierungen bräuchten sich nicht vor ihren Bürgern zu rechtfertigen und würden im Amt bleiben. Und der Durchschnittsbürger würde nicht einmal etwas von dem Betrug bemerken - nicht zuletzt dank unserer Medien.

    Die griechische Regierung pokern zur Zeit, denn ihr Überschuss ist NICHT echt. Sie bezahlen ihre Staatsdiener oft monatelang nicht, erstatten keine Steuerguthaben, bezahlen keine Rechnungen. Die internen Schulden sind viel höher als der Überschuss.
    Die Griechen sind Meister im Pokern.

  • Ganz klar. Die Zahlen sind gelogen.

    Zitat:" Bitte nicht zensieren: Dass Griechenland einen Spitzenplatz..."

    Das ist das Problem in der EUdSSR. Wer die Wahrheit sagt, muß sich dafür fast entschuldigen und wird von Herrscharen von Euro-Fanatikern, Europhilien, Gutmenschen und Euro-Gläubigen gejagt.

    Alles Spinner auf Kosten des Sparers.

    Der Eurobau zu Brüssel wird nicht besser ausgehen wie der Turmbau zu Babel.

    Aber wer sagt: "Leute, hört auf, den Schwachsinn auf die Spitze zu treiben". Der wird aus dem Fenster geworfen.

    Was jetzt versucht wird, wird in Europa einen größeren Schaden anrichten, als es WW2 getan hat.

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