Euro-Krise
Barnier will marode Banken leise beerdigen

EU-Kommissar Barnier will den europäischen Bankensektor sehr viel stärker integrieren - um marode Banken leichter abwickeln zu können. Kritiker sehen das bereits als Vorläufer für eine europäische Bankenunion.
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Für Michel Barnier ist es das "Herzstück" seiner fünfjährigen Amtszeit als EU-Binnenmarktkommissar: "Der EU-Rechtsrahmen für die Sanierung und Abwicklung von Banken". Seit rund zwei Jahren arbeiten Barniers Beamte an dem komplexen Regelwerk. Der Kommissar zögerte lange mit seiner Veröffentlichung und zog immer wieder die Geldbranche zurate. Heute endlich wagte der Franzose den Sprung und stellte den 154 Seiten starken Richtlinienentwurf vor.

Er soll den Aufsichtsbehörden stärkere vorbeugende Eingriffe ermöglichen. Mit einem neuen Krisenfonds schafft es ein Instrument, um Banken zu sanieren oder zu schließen. Die Kosten einer Rettung sollen künftig die Banken selbst und ihre Gläubiger stemmen.Er soll den Aufsichtsbehörden stärkere vorbeugende Eingriffe ermöglichen. Mit einem neuen Krisenfonds schafft es ein Instrument, um Banken zu sanieren oder zu schließen. Die Kosten einer Rettung sollen künftig die Banken selbst und ihre Gläubiger stemmen. Nach dem Plan der Kommission müssten sich die nationalen Krisenfonds in der EU gegenseitig unterstützen. Dies sei ein Schritt in Richtung einer Bankenunion, über die derzeit als Lehre aus der Euro-Schuldenkrise diskutiert werde, erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Nach dem Plan der Kommission müssten sich die nationalen Krisenfonds in der EU gegenseitig unterstützen. Dies sei ein Schritt in Richtung einer Bankenunion, über die derzeit als Lehre aus der Euro-Schuldenkrise diskutiert werde, erklärte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso.

Er und EZB-Chef Draghi hatten bereits zuvor die Schaffung einer europäischen Bankenunion gefordert mit drei wesentlichen Bestandteilen: 1. Eine gemeinsame europäischen Bankenaufsicht, die die Großbanken nach einheitlichen Standards kontrolliert 2. Einen gemeinsamen europäischen Fonds zur Abwicklung maroder Banken 3. Eine europaweite Einlagensicherung

Besonders umstritten ist der letzte Punkt. Er hätte zur Folge, dass der deutsche Einlagensicherungsfonds, in dem Milliardenbeiträge für den Fall nationaler Bankenpleiten gesammelt werden, auch zur Sicherung der Einlagen bei in Not geratenen ausländischen Banken eingesetzt würde.

Kommentare zu " Euro-Krise: Barnier will marode Banken leise beerdigen"

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  • Für Michel Barnier ist es das "Herzstück" seiner fünfjährigen Amtszeit als EU-Binnenmarktkommissar

    Toller Binnenmarkt kann man da nur feststellen.....also auf den Mann sollte man unbedingt hören.

  • @netshadow

    Hinsichtlich Bad Banks - wir haben die. Aber die "europaweite Einlagensicherung" geht ja noch einen grossen Schritt weiter. Wir bezahlen fuer jede Bank und deren Kundeneinlagen wo auch immer. Die Transferunion auf die Spitze gebracht. Im Grunde bezahlen wir durch den Euro bald fuer JEDES Fehlverhalten im Euro-Raum.

  • Och, WIR haben allein 240 Millarden (waren es doch) in Bad Banks ausgelagert. Mit diesen Maßnahmen würde sich Deutschland erstmal selbst bedienen müssen.

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