Euro-Krise
Barroso fordert mehr Geld für Rettungsfonds

Der Euro-Krisengipfel ist erst zwei Wochen her, doch seine Beschlüsse scheinen schon wieder verpufft zu sein. Kommissionspräsident Barroso hält den Rettungsfonds für zu klein - und will weitere Milliardenhilfen.
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Brüssel/BerlinEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat eine erneute Aufstockung des 440 Milliarden Euro schweren Krisenfonds EFSF ins Gespräch gebracht. In einem am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Brief an die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Staaten forderte Barroso die Regierungen zu einer „raschen Überprüfung aller Elemente des EFSF“ auf. Die Regierungen müssten sicherstellen, dass der Fonds „über die Mittel verfügt, um Ansteckungsgefahren zu bekämpfen“.

Eine Sprecherin Barrosos sagte am Donnerstag, mit „allen Elementen“ sei auch die Finanzausstattung des bisher über ein Volumen von 440 Milliarden Euro verfügenden Krisenfonds gemeint. „Wir müssen überlegen, wie wir die Effizienz des EFSF und des (ab 2013 an dessen Stelle tretenden) ESM weiter verbessern können, um die derzeitige Ansteckung zu bekämpfen“, schrieb Barroso. Seine Sprecherin sagte jedoch: „Die Diskussion über die Größe des Fonds hat keinerlei Bezug zu Italien oder Spanien, sondern ist Teil eines größeren Nachdenkens über die Stabilität der Eurozone.

Barroso forderte die Regierungen auf, die Ratifizierung der Gipfelbeschlüsse zu beschleunigen. Zugleich warnte er vor zusätzlichen Forderungen nach zu strikten Vorbedingungen für die Hilfe des EFSF, ohne irgendeinen Mitgliedstaat namentlich zu nennen. Barroso sagte, die Entscheidungen des EU-Sondergipfels vom 21. Juli über die Aufstockung der Finanzhilfen für Griechenland und über die Ausweitung der EFSF-Aufgaben hätten „nicht die beabsichtigte Wirkung auf den Märkten“.

Der Gipfel hatte beschlossen, dass der EFSF auch vorsorglich zur Unterstützung von Staaten tätig werden darf, dass er Anleihen von Banken aufkaufen und Kapitalhilfen an Banken geben kann. Die Märkte verwiesen bei ihrer Skepsis vor allem auf „die undisziplinierte Kommunikation und die Komplexität und Unvollständigkeit der Beschlüsse vom 21. Juli“, schrieb Barroso. „Es ist klar, dass wir es nicht mehr nur mit einer Krise an der Peripherie der Eurozone zu tun haben“, mahnte Barroso die Staats- und Regierungschefs.

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  • Wie konnten die deutschen Politiker sich nur auf diesen faulen Deal einlassen !
    Wer hätte das gedacht , daß das deutsche Volk so in den Untergang schlittern würde !
    Die verantwortlichen Politiker sind fein raus -haben jetzt ihre Super-Pension oder machen die große Kohle im
    Privatsektor .
    Barroso . Trichet , Juncker - was haben die mit
    Deutschland am Hut .
    DE soll zahlen bis zum Untergang , aber dann können sich diese Stümper auch gleich den nächsten Baum aussuchen .
    Eimal ist Abrechnung für die feinen Herren !

    Der Euro war von Anfang an nur für die Multis gedacht .
    Der Normalbürger wird durch den Euro immer ärmer !

  • Viele tolle Kommentare hier, unisono gehen sie alle in eine Richtung: deutsche Politiker wacht endlich auf und lasst das Träumen!

  • Wo bleibt der Nord-Euro ? Es wird höchste Zeit den
    Südländern, die nur auf Kosten der Nordländer leben wollen hier klare Kante zu zeigen .
    Die waren schon vor dem Euro so gut wie Pleite !
    z.B. Italien 1 DM = 1000 Lire .
    Barroso . Trichet , Juncker alles Versager !
    Wo sind hier Deutsche in diesen Ämtern - Fehlanzeige !
    Und die Bankrotteure wollen den Deutschen Vorschriften machen . Wo leben wir denn !!!

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