Euro-Krise
BIZ-Chef Caruana fordert Banken-Union

Mit seinem Vorschlägen zu einer Bankenunion geht BIZ-Chef Caruana vor dem EU-Gipfeltreffen auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzlerin Angela Merkel.
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DüsseldorfDer Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Jaime Caruana, fordert die Staats- und Regierungschefs der EU auf, bei ihrem Gipfeltreffen eine Bankenunion zu beschließen. „Die Politiker der Eurozone müssen jetzt einen signifikanten Durchbruch erreichen, winzige Trippelschritte reichen einfach nicht mehr aus“, sagte Caruana in einem Handelsblatt-Interview.

Zu einer Bankenunion zählen für den BIZ-Chef eine einheitliche Aufsicht über die größten Banken der Eurozone, ferner sollte die Einlagensicherung auf Ebene der Eurozone vereinheitlicht werden; drittens sei ein gemeinsamer Abwicklungsfonds nötig. „Meiner Ansicht nach ist es wichtig, dass die politischen Führer jetzt hier ein klares Zeichen in diese Richtung setzen mit den nötigen Details, um die Märkte zu beruhigen“, sagte Caruana.

Die BIZ wird auch als Zentralbank der Zentralbanken bezeichnet. Sie wacht unter anderem über die internationale Finanzstabilität. Hier zeigte sich der BIZ-Chef besorgt, denn in der Eurozone würden sich die Finanzmärkte renationalisieren. Die Sparer würden ihr Geld aus Angst in andere Euro-Länder bringen. „Wir glauben, dass eine Art Bankenunion dem entgegenwirken kann“, so Caruana.

Mit seinen Vorschlägen geht der BIZ-Chef auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie will von einer einheitlichen Einlagensicherung in der Eurozone nichts wissen aus Sorge, dies würde versteckten Finanztransfers Tür und Tor öffnen.

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  • Ehe man sich als Retter des europaeischen Bankensytem anbietet, sollte man sollte man zumindest einen passabelen beruflichen Werdegang vorzeigen. Wer leitete von 2000 bis 2006 die spanische Zentralbank? J.Caruana! Wer turbocharged die Hypothekenvergabe spanischer Banken in 2005/2006 auf jaehrlich 26%? Der Zentralbankchef! Ich befuerchte, er sucht ein breiteres Betaetigungsfeld.
    Tropus

  • @Realist: Der deutsche Staat kann NOCH die Einlagen sichern. Also, bekommen Sie ihre Einlagen zurück. So hat man es doch in 2010-2011 in den USA gemacht. Einlagen der Sparer hat man zurückgezahlt aber Spekulationsvermögen vernichten lassen. Also, Banken verstaatlichen bitte jetzt. Bankenprobleme und Europrobleme sind wie siamesische Zwillinge Parasitenländer haben 3,3 Billionen Schulden Parasidenbankenverb betragen 9 Billionen. Also, handeln. Nur durch richtiges Handeln, kann man unsere Einlagen sichern. Z. B. in der Schweiz wird der Staat den Banken kaum helfen können. Hier kann das Deutschland NOCH. Aber Finanzlobbyisten beschwichtigen Politiker und sagen denen, dass alles doch nicht so schlimm ist. Aber 2,6% Eigenkapital - ist das sicher (noch vor Realisierung riesiger Verluste)

  • @Shortie: Deutsche Bank hat Verbindlichkeiten, die 1,95 Billionen übersteigen. Da hat man hier genug zu retten bevor man Geld an spanische Banken verleiht (ich bin mir nicht sicher ob das Geld je zurückbezahlt wird). Spanische Banken brauchen viel mehr Kapital als von Beratern geschätzt. Man hat aber so eine Schätzung gemacht, damit das Geld anfängt zu fliessen. Deutsche Banken zuerst kurzfristig verstaatlichen, Bilanzen säubern - einverstanden"

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