Euro-Krise
„Die EU kann notfalls ohne Großbritannien“

Nach dem Nein zur Änderung des EU-Vertrags hat sich Großbritannien selbst ins Abseits befördert. Tritt das Land womöglich sogar aus der EU aus? Europa-Politiker halten das nicht für ausgeschlossen.
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Brüssel/BerlinDie Beschlüsse des Brüsseler Euro-Krisengipfels sind in Wirtschaftskreisen auf ein positives Echo gestoßen. Aus der Politik wurde scharfe Kritik an der Weigerung des Nicht-Eurolandes Großbritannien laut, die Vertragsänderungen zur Stabilisierung des Euro mitzutragen.

„Es ist der erste der europäischen Krisengipfel, nach dem die Finanzmärkte nicht sagen werden: Zu wenig und zu spät“, sagte Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer der „Passauer Neuen Presse“. Es sei auch der erste Gipfel gewesen, der nicht aktuelles Krisenmanagement betrieben, sondern nach vorne geschaut habe. „Die neue Fiskalarchitektur stellt einen Qualitätssprung dar“, lobte Mayer, schränkte aber ein: „Die weniger gute Nachricht ist, dass völlig unklar ist, wie der Weg bis dahin aussieht.“

Auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz sprach von einem Weg in die richtige Richtung. Die Länder müssten jetzt nicht nur auf einen soliden Kurs der Haushaltskonsolidierung einschwenken, sondern auch ihre Wirtschaftskraft mit durchgreifenden Reformen stärken, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates dem „Südkurier“.

Kritik an der britischen Verweigerungshaltung übte der designierte Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz (SPD). „Ich habe Zweifel, ob Großbritannien langfristig in der EU bleibt“, sagte er der „Bild am Sonntag.“ Noch nie sei Großbritannien in der EU so isoliert gewesen. Der britische Premier David Cameron habe „ein gigantisches Eigentor“ geschossen, sagte Schulz. Die EU-Gegner im eigenen Land würden jetzt Druck auf ihn ausüben, ganz aus der EU auszusteigen.

Einen Austritt halte er indes für verkraftbar: „Die EU kann notfalls ohne Großbritannien, aber Großbritannien hätte größere Schwierigkeiten ohne die EU.“

Einen Austritt Großbritanniens aus der EU brachte auch der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Deutschen Bundestag, Gunther Krichbaum (CDU), ins Gespräch. Der Vertrag von Lissabon lasse „ausdrücklich alle Möglichkeiten offen, auch den Austritt eines Landes“, sagte er der „Rheinischen Post“. Die Briten müssten sich nun entscheiden, ob sie für oder gegen Europa seien.

Der EU-Gipfel hatte am Freitag einen beispiellosen neuen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin vereinbart. Weil Großbritannien diesen allerdings nicht mitträgt, erreichten Deutschland und Frankreich ihr Ziel bei dem Spitzentreffen in Brüssel nur zum Teil. Beim neuen Euro-Pakt sind die 17 Euroländer an Bord, hinzu kommen bis zu neu weitere Nicht-Euroländer. Diese müssen aber erstmal ihre Parlamente fragen.

EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy sagte am Freitag nach zehnstündiger Nachtverhandlung, der Vertrag solle Anfang März unterschrieben werden.

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  • "Mich wundert nur, dass 26 Regierungs-Chefs so gleichgeschaltet und Brüssel-unterwürfig sein können, welche Pillen wurden denen verabreicht ??"

    So ist das mit Geisterfahren auf der Autobahn. "Wo kommt bloß die ganzen Geisterfahrer her?".

    Wenn die "Realität" (Wasimmerdasseinmag) sich schon mal "manifestiert", dann dürfen Sie sich gerne fragen, was all diese Leute, die von ihrer jeweiligen Bevölkerung dahin gewählt worden sind, wo sie sind, bloß angetrieben hat, daß die am Ende etwas tun, was einem Geisterfahrer natürlich wie massiver Gegenverkehr vorkommt.

    Ich darf mal wieder meinen Lieblingswitz erzählen: Ein Betrunkener tastet sich um eine Litfaßsäule und jammert "Hilfe, ich bin eingemauert".

    Als ich würde sagen, ich habe _Sie_ gerade ganz gut beschrieben auf Ihrer Suche nach "Wahrheit". Die sieht nun einmal nichtso aus, wie viele hier, die sich im Besitz von Insiderinformationen über gefährliche geheime Organisationen wähnen.

    Nur daß hier eben mal wieder das Wort alles sagt und das Wort, auf das das assoziative Gehirn sofort springt, wenn es "wähnen" denkt: Wahn ...

  • Traurig, aber wahr! Die Erwartengen an die Zukunft nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit sind eben nicht sehr rosig. Es wird einem schon ziemlich bange!!! Die Banken empfehlen übrigens Rüstungsaktien zum Kauf.

  • Hardy, Sie haben mich wieder nicht enttäuscht mit ultra-linker Einstellung.

    "...Aber, hey, hauptsache ien möglichst eimfaches Weltbild - das ist dann wenigsten "übersichtlich".

    -> Das "einfache Weltbild" wird gerade in Brüssel verbreitet, genau dagegen bin ich ja. Sie wollen bestimmt auch den konservativen Papst abschaffen, weil er ihren Reformeifer stört, richtig ? Mich wundert nur, dass 26 Regierungs-Chefs so gleichgeschaltet und Brüssel-unterwürfig sein können, welche Pillen wurden denen verabreicht ??

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