Euro-Krise

Die Grenzen des Rettungsschirmes

Der Rettungsfonds sollte ein Hort der Stabilität sein, doch die Investoren zögern, EFSF-Anleihen zu kaufen. Warum gerät der Fonds so unter Druck?
  • Claas Tatje
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Der Chef des Euro-Rettungsschirmes EFSF Klaus Regling. Quelle: dpa

Der Chef des Euro-Rettungsschirmes EFSF Klaus Regling.

(Foto: dpa)

Die neue Zuspitzung der Krise lässt sich sehr exakt messen. Sie beträgt genau 0,701 Prozentpunkte. Es ist diese Zinsdifferenz, mit der die Manager des Rettungsschirms EFSF in diesen Tagen umgehen müssen. Weil die Zinsen der EFSF-Anleihen derart gestiegen sind, zweifeln Ökonomen bereits daran, ob der Fonds tatsächlich über so viel mehr Feuerkraft verfügt, wenn die Details über die neue Ausgestaltung ausgehandelt sind. 

Schon Ende November soll der Fonds nicht mehr nur über 440 Milliarden Euro verfügen, sondern de facto Anleihen im Umfang von einer Billion Euro absichern können.

Bisher hat der EFSF erst Anleihen von 16 Milliarden Euro begeben. Man sollte also denken, dass noch eine Menge Platz ist unterm Schirm. Nur: Seit der ersten Verkaufsrunde im Januar ist die Arbeit für Klaus Regling, den Chef des Rettungsfonds, ungleich komplizierter geworden. Anfangs ging es um die Stabilisierung von Griechenland, Portugal und Irland. Wie schwierig allein diese Aufgabe werden kann, zeigte sich Ende vergangener Woche. Als Regierungschef Papandreou eine Volksabstimmung ins Gespräch brachte, vertagte der EFSF die Platzierung einer Anleihe kurzfristig auf diesen Montag. Geholfen hat es wenig.

Noch im Januar konnte Reglings Truppe eine Anleihe über fünf Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 2,89 Prozent am Markt platzieren. In dieser Woche waren für drei Milliarden bereits 3,591 Prozent fällig. Die Investoren schreckt zweierlei ab – zum einen die ökonomischen Unsicherheiten in der Euro-Zone, dann aber auch die zunehmende Komplexität des Rettungsfonds selbst. Schon seit Wochen überlegen Finanzexperten der beteiligten Euro-Länder, wie die Wirkung erhöht werden kann, von Hebelung ist die Rede, doch so recht versteht niemand, wie das im Detail geschehen soll, ohne die Glaubwürdigkeit und das Top-Rating des Schirms nicht zu gefährden.

Doch das ist schon geschehen. Vor allem asiatische Investoren zögerten zuletzt vor neuen Käufen. Sie sind es aber in erster Linie, die dauerhaft investieren könnten. Und in dieser angespannten Phase wackelt auch noch der erste Riese der Euro-Zone – Italien.

Die EZB muss unbegrenzt Anleihen kaufen
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23 Kommentare zu "Euro-Krise: Die Grenzen des Rettungsschirmes"

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  • Wie war das mit der schwäbischen Hausfrau? Wenn die EZB die Staaten einfach mit der Druckerpresse finanziert, ist das so, als ob ich zu meiner Bank sage, ich brauche mein ganzes Monatseinkommen für meine Mietwohnung - bitte bezahle Du den Rest, incl Essen, Auto, Kinder, Urlaub und incl steigende Überziehungszinsen und nenne das "strukturelles Defizit". Die Bank erklärt mich trotz-dem für verrückt. In diesem speziellen EZB-Fall würde es auch bedeuten: jedes €-Land muß seine ganzen Nationalbank-reserven bei der EZB abladen, und wir haften alle füreinan-der. Nachdem Italien nicht mitmacht, Spanien etc nicht kann, und Frankreich, Österreich, etc. vielleicht auch nicht mehr lange, endet es bei Versailles II: Deutschland zahlt. Auslöser der Tragödie ist D selbst: wenn D nicht 2005 gemeinsam mit Frankreich offiziell den Stabilitäts-pakt für irrelevant erklärt hätte - danke, Herr Schröder. Seitdem lebt jedes €-Land völlig ungeniert.

  • DOCH ! Bevor das GG aufgelöst werden kann, muß nach Paragraph 146 eine Volksabstimmung abgehalten werden.

    Tja, und so dumm wird auch der letzte Bildzeitungsleser nicht sein, dort nicht mit einem klaren NEIN ! zu stimmen.

    Politiker haben immer ANgst vor Volksabstimmungen, siehe Griechenland, wo diese "abgesagt" wurde, obwohl sie sinnvoll gewesen wäre

  • Sollte die EZB dauerhaft und unbegrenzt einschreiten, ist die Währungspolitik in Europa eine andere. Eine sehr amerikanische.

    und eine VERLOGENE noch dazu ! Denn es ist der EZB VERBOTEN Staatsanleizhen zu kaufen.

    Seit 10.5.2010 sind die Europa-Vertrage NULL und NICHTIG !
    Denn alle drei Maastricht-Kritieren wurden gebrochen !

  • Ich finde es prima aber noch nicht konsequent. Auch die Haushalte sollen in Notlage (meine ist permanent) von der EZB versorgt werden. Besser noch immer und unbegrenzt.

  • Dafür aber haben sich die Budnestagsabgeordneten erst vor kurzem die Diäten um satte 600 € erhöht.
    Und kein dumemr duetscher Michl geht auf die Straße?
    Die nehemn alles so hin.
    Und da Merkel das weiß, macht sie fröhlich weiter mit der Vernichtung.

  • Die Hyper-Inflation erwacht.
    -Die Wirtschaftskrise geht erst mal richtig los,zunehmende Massenverelendung, eine kommende, sehr harte Bankenkrise, rpide wachsende Staatsverschuldung,erneute Börsenkrise,immer mehr ungedecktes Geld,verarmen deutscher kommunen, Europa taumelt so pö a pö in den Staatsbankrott, immer mehr Menschen werden zu Krisenverlierern. Unser Finanzsystem verglüht. grundsätzlich mus virituelles Geld real bezahlt werden. Danke

  • ---------------------------------------------------------


    Merkel hat im TV Staatsfernsehen (Nachrichten 11.11.2011)

    verkündet ,die Deutschen sollen sich auf

    Wohlstandseinbußen einrichten (dieses ist keine Ente !)

    ,d.h. der Dummmichel wird bis auf die Knochen abgezockt,

    Mwst.-Erhöhung ,Rentenkürzung ,Sozialkürzung,Kürzungen im

    öffentlichen Dienst ,neues Sparpaket usw.

    Und wo bleiben die Kürzungen für die Bankster u. Versager-

    Politiker die dem Volk den (T)Euro angedreht haben ohne

    eine Volksbefragung .

    Alternativ hätte Merkel alle Euro-Bankrotteure aus der

    Euro-Währung zwangsweise rausschmeißen müssen .

    Aber Merkel wird sich auf Volksaufstände auch in

    Deutschland einstellen müssen ,wenn sie dann noch am

    Regieren ist .

    Das Volk wird dann Machtpolitik betreiben !

    Deutschland raus aus dem Euro in die DM 2,0 - die einzige

    Rettung für das Volk !

  • Verehrte Margrit, diese Befürchtungen habe ich schon seit 2008. Die Politiker treiben uns in einen braunen Sumpf, aus dem wir dann nicht mehr rauskommen. Wenn Asoziale und Schmarotzer von Solidarität untereinander reden, dann wird mir regelmäßig schlecht. Sie hebeln alles aus, was uns an Anständigkeit, Ehre, etc. von unseren Eltern weitergegeben wurde. Und für diejenigen Menschen die unsere Solidarität wirklich benötigen, ist dann nix mehr übrig. Soweit sind wir mitlerweile gekommen. Liebe Harz-4-Empfänger demnächst gibt es für euch nix mehr. Die 70 Mrd EUR werden für Gr, It etc. benötigt. Bedankt euch aber bitte dafür bei euren Politikern.

  • Der Euro wird erst mit dem deutschen Staatsbankrott zusammemnbrechen - deutschen Politikern sei Dank. Das ist dann in spätestens 2 Jahren der Fall. Jeder weiß Bescheid - jeder sollte sich darauf vorbereiten - und die Politiker, nicht nur die Banker, zum Teufel wünschen!

  • Jeder halbwegs noch vernünftige Mensch weis doch, was er von diesen "angeblichen" Oekonomen zu halten hat. Denn am Ende stehen auch sie nicht für ihre falschen Ratschläge ein! Die Ratingagenturen haben Scheisse für Gold verkauft und nachher gesagt: "Es waren doch nur Empfehlungen!" Nur sie haben sich ihre "Empfehlungen" sehr gut bezahlen lassen. Es ist schon ein Armutszeugnism, dass die Menschen nicht mehr in der Lage sind sich ein eigenes Bild zu machen um eine Lage zu berurteilen. Sie verlagern ihre Verantwortung immer auf andere. Der EUR-Rettungsschirm ist auch so ein Konstrukt. Der Tag ist nicht mehr fern, wo auch die BRD ihr AAA verliert. Und dann ist das dumme Geschrei unserer Politker wieder groß. Mit solchen Koniferen ist Deutschland jedenfalls nicht zu retten. Die BRD wird aufgelöst in in die EUdSSR getrieben. Dann stecken wir alle in diesem braunen Sumpf. Auch das GG wird uns davor nicht schützen können. Oder gibt es einen Herkules der uns davor bewahren kann?

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