Euro-Krise
Draghis Werk und Berlusconis Beitrag

EZB-Chef Mario Draghi hat die Stimmung in der Euro-Krise gedreht und den Krisenländern Zeit verschafft. Die Kapitalflucht aus Südeuropa ist vorerst gestoppt. Nun könnte ein anderer Italiener die Erfolge zunichte machen.
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DüsseldorfDas Jahr endet wie es begonnen hat: Ein Italiener dominiert die Schlagzeilen der Finanzpresse in Europa. Vor einem Jahr war es Mario Draghi mit seinen Billigkrediten für die Banken - jetzt ist es Silvio Berlusconi, der aus der Versenkung auftaucht und ein weiteres Mal italienischer Ministerpräsident werden will. Der eine kämpft beherzt um den Erhalt des Euro - der andere tut alles, um ihn zu zerstören.

Draghis erster großer Schlag war die so genannte "Dicke Bertha". Im Dezember 2011 und im Februar 2012 stellte die EZB den Banken im Euroraum unbegrenzt Billigkredite für den extrem langen Zeitraum von drei Jahren zur Verfügung. Damit beruhigte Draghi die Märkte - allerdings nur kurz. Nach einigen Wochen war der Effekt schon wieder verpufft. Im Juli folgte eine Zinssenkung, die ebenfalls die Märkte nur kurz beeindruckte.

Doch dann griff Draghi im Sommer zum stärksten Mittel. Vor Finanzinvestoren in London sagte er: „Die EZB wird alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben sie mir, es wird reichen." Einige Wochen später stellte er klar, was das bedeutet: Die EZB kauft im Notfall unbegrenzt Anleihen der Krisenländer auf.

Inzwischen gibt es Anzeichen, dass der Erfolg von Draghis Medizin länger anhält. Dafür sprechen auch harte ökonomische Daten.

Kommentare zu " Euro-Krise: Draghis Werk und Berlusconis Beitrag"

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  • Das ganze Gebaren läuft in eine jüdische Finanz-Diktatur

  • @Rainer_J
    Was heißt hier "wäre".

  • Dieser, der angeblich die Erfolge Drahgis zu nichte machen könnte, hat dem ehemaligen Mitarbeiter von Goldman-Sachs doch erst in diese Position verholfen. Obwohl die Stimmen nie versiegt sind, die Behaupten, dass dieser Drahgi mithalf und das an entscheidender Stelle das die Griechen sich den Euro ergaunerten. Sachen gibts, die übersteigen selbst die Märchen der Gebrüder Grimm, leider.

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