Euro-Krise: Dramatischer Endspurt in Athen

Euro-Krise
Dramatischer Endspurt in Athen

Griechenland steuert auf ein dramatisches Finale zu: Wenn die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern nicht zum Wochenende abgeschlossen sind, droht der Staatsbankrott. Doch die Hedge Fonds geben sich widerborstig.
  • 10

AthenDie Hauptakteure im Ringen um Griechenlands finanzielles Überleben machen es spannnend. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes IIF, Charles Dallara, und Ministerpräsident Lucas Papademos stehen nahezu ständig im Kontakt, um die Verhandlungen ihrer Experten über die Konditionen des Schuldenschnitts voran zu treiben. Am Donnerstag um 18 Uhr wollen sich die beiden Verhandlungsführer wieder an einen Tisch setzen. Der Zeitdruck ist gewaltig, der Ausgang bislang aber offen.

Zwar verlautet aus dem Umfeld des Regierungschefs, die Gespräche näherten sich dem Abschluss. Auch griechische Medien berichteten, die Verhandlungen zwischen Papademos und Dallara am Mittwoch Abend seien hart gewesen, befänden sich aber kurz vor einem Abschluss. Doch dabei kann es sich auch um Zweckoptimismus handeln. Aber spätestens beim Treffen der Euro-Finanzminister am Montag muss ein Ergebnis auf dem Tisch liegen.

Sollten die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt und das neue Hilfspaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds im Volumen von mindestens 130 Milliarden Euro scheitern, steigt die Gefahr einer ungeordneten Pleite. Dann könnte das Land seine Rechnungen nicht mehr bezahlen – im Inland wie im Ausland.

Das Gehalt für die öffentlichen Beschäftigten bliebe ebenso aus wie Rentenzahlungen und andere Leistungen des Staates. Gleichzeitig erhielten Kreditgeber im In- und Ausland keine Tilgungen und Zinsen mehr – was wiederum etliche von ihnen in existenzielle Probleme stürzen könnte. Es entstünde also eine – nicht auf Griechenland begrenzte – Kettenreaktion.

Papademos will sich nach Informationen des staatlichen Fernsehens ebenfalls noch am Donnerstag Abend mit den Vorsitzenden der drei Parteien treffen, die seine Regierung unterstützen. Im Mittelpunkt der Beratungen mit den Sozialisten, Konservativen und einer kleinen rechtsgerichteten Partei sollen nach übereinstimmenden Medienberichten die Verhandlungen über den Schuldenschnitt und weitere harte Sparmaßnahmen stehen.

Kommentare zu " Euro-Krise: Dramatischer Endspurt in Athen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Das ganze erinnert mich an den guten alten Derrick oder (mit Einschränkung) die Heimspiele des FC Bayern:
    halbwegs spannend inszeniert; kurz vor knapp gibt's die entscheidende Wende und dann der gleiche Schluss:
    Derrick überführt den Mörder,
    Bayern schiesst in der Nachspielzeit das Tor und
    der deutsche Michel zahlt.

  • Die Parteien bzw. Personen und Clans in Griechenland, die das abscichtlich und wegen Inkompetenz verbockt haben, ab in den Steinbruch und zum Spargelstechen. Anschließend holt die 400 Mrd. Euro, die die Griechen in der Schweiz haben(Die Deutschen bei der fast 8-fachen Bevölkerungszahl nur 200 Mrd.)zurück und investiert!

  • ...und erpresst ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%