Euro-Krise
Euro-Wirtschaft könnte 2012 schrumpfen

Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten in Brüssel über Maßnahmen zur Lösung der Euro-Krise. Die EZB entscheidet über die Zinsen. Wir begleiten die Ereignisse des Tages in unserem Live-Ticker.
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+++ EZB-Vize: "Regierungen sollten sich nicht zurücklehnen" +++

EZB-Vize Vitor Constancio sagte im Vorfeld des Eurogipfels, man solle sich keine Sorgen um die Fähigkeit der EZB machen. Die außergewöhnlichen Maßnahmen würden die Europäische Zentralbank nicht beeinträchtigen, die Preisstabilität zu gewährleisten. Er mahnt aber an: "Die Regierungen sollten sich nicht zurücklehnen und darauf setzen, dass die EZB alleine die fehlenden Aktionen anderer kompensiert." Die Ansteckungs-Dynamik habe sich verschlechtert.

+++ Rajoy für Änderung der EU-Verträge +++

[16.34 Uhr] Der designierte spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy spricht sich erneut für eine Änderung der EU-Verträge aus. Wenn es notwendig sei, um die Haushalte zu sanieren und eine Wiederholung der Krise zu verhindern, sollte zu diesem Mittel gegriffen werden, sagte Rajoy.

+++ Schlechte Bewertung für Merkel +++

[16.23 Uhr] Nach einer Emnid-Umfrage für den Sender N24 fühlen sich 61 Prozent der Deutschen Kanzlerin von Angela Merkel in Brüssel „eher gut“ vertreten. 32 Prozent beschweren sich demnach über eine „eher schlechte“ Vertretung durch die Kanzlerin.

+++ Wirtschaft der Euro-Zone könnte 2012 schrumpfen +++

[15.06 Uhr] Die Wirtschaft der Euro-Zone droht nach Prognose der EZB im kommenden Jahr ein Absturz. Sie werde im schlimmsten Fall um 0,4 Prozent schrumpfen, hieß es in den Projektionen der Europäische Zentralbank. Im besten Fall werde das Bruttoinlandsprodukt um 1,0 Prozent wachsen. Im September war noch ein Plus von 0,4 bis 2,2 Prozent vorhergesagt worden. „Die erhöhten Spannungen am Finanzmarkt dämpfen weiter die Konjunktur in der Euro-Zone“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi.

+++ Konservative Parteien bekennen sich zur Euro-Zone +++

[14.51 Uhr] Die in der Europäischen Volkspartei (EVP) verbundenen konservativen Parteien Europas haben sich bei einem Kongress in Marseille zu einer weiteren wirtschafts- und finanzpolitischen Integration in der EU bekannt. Dies werde auch der EZB helfen, im Einklang mit ihrem Mandat für Preisstabilität unabhängige Entscheidungen zu treffen. Nach dem Kongress wollten die Staats- und Regierungschefs der EVP, darunter Kanzlerin Angela Merkel, zum EU-Gipfel nach Brüssel reisen. Die britischen Konservativen gehörten nicht zur EVP.

+++ EZB will Bankensystem für 36 Monate Geld leihen +++

Die Europäische Zentralbank hat entschieden, Banken bis zu 36 Monate laufende Kredite zu gewähren. Außerdem will sie die Liste der Sicherheiten, die die EZB akzeptiert, stark ausweiten. Die Schritte sollen das Bankensystem der Eurozone langfristig stabilisieren, wie EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt am Main sagte.

+++ Reuters-Umfrage zu Finanzhilfen +++

[14.40 Uhr]Eine hauchdünne Mehrheit unter 56 von Reuters befragten Volkswirte rechnet damit, dass Italien und Spanien innerhalb der nächsten sechs Monate voraussichtlich keine Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungstopf benötigen. 29 Experten äußerten diese Ansicht. 27 Volkswirte gehen dagegen davon aus, dass die beiden Länder Unterstützung brauchen. Die Experten wurden kurz vor dem Gipfel befragt.

+++ Sarkozy: Keine „zweite Chance“ zur Euro-Rettung +++

[14.33 Uhr] Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat kurz vor dem EU-Gipfel eine entschlossenen Antwort auf die Verschärfung der Euro-Schuldenkrise gefordert. „Wir haben nur noch einige Wochen Zeit für Entscheidungen in der Euro-Zone, die Zeit läuft gegen uns“, mahnte er auf einem Parteitreffen der europäischen Konservativen in Marseille. Es müsse eine Einigung beim Gipfel am Freitag erreicht werden, weil es keine zweite Chance gebe.

+++ Drohende Herabstufung trifft auch Banken +++

[14.19 Uhr] Die drohende Herabstufung Deutschlands und anderer Euro-Staaten hat auch Konsequenzen für die Großbanken des Währungsraums. Die Ratingagentur Standard & Poor's kündigte an, die Bonitätsnoten von Deutscher Bank, Commerzbank und zahlreichen weiteren Geldhäusern aus Europa unter die Lupe zu nehmen. Ob die Institute am Ende tatsächlich schlechter bewertet werden, was ihre Refinanzierung verteuern würde, hängt an der Beurteilung der Staaten-Bonität.

+++ Bundesbank grundsätzlich offen für Beitrag an IWF +++

[14.13 Uhr] Die Bundesbank steht Notenbankkrediten an den IWF grundsätzlich positiv gegenüber. „Allerdings muss man genau die Details anschauen“, sagte eine Person aus dem Umfeld von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. „Das Geld müsste über das allgemeine IWF-Konto laufen, ein Sonderkonto für die Euro-Länder wäre verbotene Staatsfinanzierung, die wir so nicht mitmachen könnten.“

+++ Euro zieht nach Zinsentscheid leicht an +++

[14.09 Uhr] Nach der Zinssenkung der EZB hat der Euro leicht angezogen. Er verteuerte sich auf 1,3418 Dollar. Unmittelbar vor Bekanntgabe der Entscheidung hatte er rund einen Viertel US-Cent tiefer notiert. Der Dax bröckelte im Gegenzug etwas ab und verringerte sein Kursplus von 0,5 auf 0,1 Prozent. Der Bund-Future reagierte kaum. Offenbar hätten einige Anleger auf eine stärkere Zinssenkung spekuliert, sagte ein Börsianer. „Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die Zinssenkung sicherlich eine vernünftige Entscheidung ist, um die Konjunktur anzukurbeln und ein wenig Ruhe von der angedrohten Herabstufung durch S&P zu bekommen.“

+++ Start ESM schon 2012? +++
[13.54 Uhr] Beim EU-Gipfel wird nach Informationen aus Kreisen voraussichtlich beschlossen, dass der Start des dauerhaften Euro-Rettungsmechanismus ESM auf 2012 vorgezogen wird. Bislang war Mitte 2013 vorgesehen. Dies sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone.

+++ Leitzins auf Rekordtief gesenkt +++

[13.45 Uhr] Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt ihren Leitzins auf 1,0 Prozent von 1,25 Prozent. Damit hat der Zins für die Banken wieder sein Rekordtief erreicht, auf dem er bis zum März stand.

+++ 150 Milliarden Euro für den IWF? +++

[13.44 Uhr] Die Euro-Länder wollen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Kreisen zufolge 150 Milliarden Euro für den Kampf gegen die Schuldenkrise zur Verfügung stellen. Das solle über bilaterale Kredite durch die Notenbanken der 17 Euro-Staaten erfolgen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone der Nachrichtenagentur Reuters. Früheren Plänen zufolge soll der IWF das Geld weiterreichen an Krisenländer, die vom Kapitalmarkt abgeschnitten sind oder sich nur zu enormen Kosten refinanzieren können.

+++ Finnland kann Änderung nicht zustimmen +++

[13.23 Uhr] Finnland pocht auf einen Parlamentsbeschluss, wenn für bestimmte Entscheidungen zur Schuldenkrise in der EU künftig eine einfache Mehrheit reichen soll. Eine solche Reform könne nur akzeptiert werden, wenn zuvor die Abgeordneten in Helsinki mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmten, sagt Miapetra Kumpula-Natri, Vorsitzende des Großen Ausschusses im finnischen Parlament, der viele Entscheidungen vorberät. Damit kann Ministerpräsident Jyrki Katainen der von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Änderung auf dem EU-Gipfel nicht endgültig zustimmen.

+++ Westerwelle wirbt für EU-Vertragsänderung +++

[13.12 Uhr] Außenminister Guido Westerwelle wirbt erneut für die von Deutschland und Frankreich geforderte Änderung des EU-Vertrages, um die Konstruktionsfehler der Währungsunion zu beseitigen. „Manche meinen, es reicht aus, eine Brandmauer zu bauen. Wir sagen, die Brandmauer muss gebaut werden, aber gleichzeitig müssen wir die Konstruktionsfehler der Währungsunion beseitigen“, erklärt er in Brüssel. Das Ergebnis des Gipfels sei noch längst nicht gesichert. Deutschland müsse sich immer klar machen, dass es von allen Ländern am meisten von der europäischen Integration profitiert hat. „Ich möchte kein deutsches Europa, sondern ein europäisches Deutschland“, betont er.

+++ Geithner lobt Italiens Reformpaket +++

[13.08 Uhr] Die USA setzen darauf, dass Europa seine Schuldenkrise in den Griff bekommt. „Die Welt kann durch den Fortschritt der vergangenen Wochen ermutigt sein“, sagte US-Finanzminister Timothy Geithner nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti. Geithner würdigte kurz vor Beginn des EU-Gipfels am Abend in Brüssel die Sparanstrengungen des angeschlagenen Euro-Landes. Montis Regierung habe ein starkes Reformpaket geschnürt, sagte der Minister. Die Regierung genieße großes Vertrauen.

+++ „Weg in eine Schuldenunion vorgezeichnet“ +++

[12.45 Uhr] Oxford-Ökonom Clemens Fuest sieht Deutschland und Europa auf dem Weg in eine Schuldenunion. Bundeskanzlerin Angela Merkel könne bei dem EU-Gipfel zwar schärfere Schuldenregeln durchsetzen. „Wirklich einhalten werden die in die Fiskalunion gezwungenen Länder die neuen Regeln aber nicht“, schreibt Fuest in einem Gastbeitrag für Reuters. „Im Gegenzug wird Deutschland einer erweiterten Solidarhaftung für Staatsschulden zustimmen müssen. Damit wäre der Weg in eine Schuldenunion vorgezeichnet.“ Die Alternative bestehe darin, Hilfen an Krisenstaaten mit Schuldenschnitten zu kombinieren.

+++ Fitch lobt Italien +++

[12.26 Uhr] Die US-Ratingagentur Fitch lobt die italienischen Sparbemühungen, behält den Ausblick für das Land aber auf negativ. Das Reformpaket der Regierung verringere den Druck auf das Rating, weil die Maßnahmen das Ziel untermauerten, bis 2013 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.

+++ Finanzminister Osborne warnt +++

[12.15 Uhr] Der britische Finanzminister George Osborne warnt vor massiven Folgen eines Zusammenbruchs der Euro-Zone für die Wirtschaft Großbritanniens. Es sei falsch zu denken, die Probleme hielten dann nur ein Jahr an, sagte er vor dem Wirtschaftsausschuss des Oberhauses.

+++ Cameron unter Druck +++

[12.04 Uhr] Der britische Premierminister David Cameron bekommt den Druck von zwei Parteiflügeln der Konservativen zu spüren. Angesichts des EU-Gipfels geben viele Konservative der schnellen und effektiven Lösung der Krise der Eurozone den Vorrang. Eine andere Fraktion innerhalb der eher euroskeptischen Partei verlangt vom Regierungschef, er solle die Gunst der Stunde nutzen, um Vorteile für Großbritannien innerhalb der EU auszuhandeln.

+++ Kongress der Konservativen +++

[11.50 Uhr] Vor dem EU-Gipfel zur Euro-Krise hat Kommissionspräsident José Manuel Barroso eindringlich an die Staats- und Regierungschef appelliert, "alles" für eine Rettung des Euro zu tun. "Die ganze Welt blickt auf uns", sagte Barroso vor Beginn eines Kongresses der Europäischen Volkspartei (EVP) in der südfranzösischen Stadt Marseille. Dort treffen sich die konservativen Staats- und Regierungschefs, Bundeskanzlerin Merkel (CDU) und der französische Staatspräsident Sarkozy nehmen ebenfalls teil. Die europäischen Konservativen sind sich untereinander nicht einig, wie die Euro-Krise bewältigt werden soll.

+++ Schuldenbremse in der Slowakei +++

[11.40 Uhr] Das Slowakische Parlament verabschiedet ein Gesetz zur Einführung einer Schuldenbremse.

+++ Börsianer hoffen auf EU-Gipfel +++

[11.30 Uhr] Auf dem am Abend beginnenden EU-Gipfel geht es um die Zukunft des Euro. Deutschland und Frankreich wollen eine begrenzte Änderung des EU-Vertrages durchsetzen. Börsianer hoffen darauf, dass auf dem EU-Gipfel, der auch am Freitag noch andauert, durchschlagende Maßnahmen beschlossen werden, um der Schuldenkrise Herr zu werden. Das wäre nach Einschätzung von Analysten dringend nötig, um das Vertrauen der Anleger in die Eurozone wieder zu stärken und dem Aktienmarkt auf die Beine zu helfen.

+++ Zinssenkung durch EZB erwartet +++

[11.20 Uhr] Um 13.45 Uhr steht die Bekanntgabe des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) an. Analysten rechnen damit, dass die Notenbank den Leitzins in der Eurozone um 25 Basispunkte auf ein Prozent senken wird, um den sich eintrübenden Konjunkturaussichten gerecht zu werden. Außerdem erwarten Experten neue, lang laufende Refinanzierungsangebote für die Banken. Dass die EZB sich bereits vor dem EU-Gipfel auf weitere und massivere Interventionen an den Anleihemärkten festlegen wird, gilt aber als extrem unwahrscheinlich.

Agentur
Reuters 
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Euro-Krise: Euro-Wirtschaft könnte 2012 schrumpfen"

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  • das ist doch geheim !!!!

    Ohne diese Achse FED / EZB / Notenbanken hätten die dt. Banken NIIIIE die amerikanischen Giftpapiere gekauft. Aber die europäischen Banken mussten diese Ami-Giftpapiere kaufen. Man kann der HRE oder Dt. Bank viel nachsagen, aber nicht, dass sie doof sind. Alle haben gewusst, dass die amerikanischen Giftpapiere hochgehen müssen. Aber man musste sie kaufen, besonders aber auch die Landesbanken (weil 100% in Staatshand).

    Bei den Römern nannte man das TRIBUT-Zahlungen an das Empire. Hier waren es Tributzahlungen an die j..... FED (das größte Unternehmen der Welt in Privathand, was weder Steuern, noch Dividende bezahlt).

    Und kein amerikanischer Politiker hat das Recht, dass man ihm den Geschäftsbericht der FED vorlegt. Die FED nimmt für sich die selben Rechte in anspruch, wie das englische Königshaus in GB.


  • wozu noch dieses ganze Verschiebe-und Versteck-Planspiel :

    Geld mit Zinsen x von FED and IWF nach EZB und Co , zurück an Banken und BIZ? und Bank-of-England usw. dann wieder zurück an IWF und von da wieder an die FED und mit Zinseszins zurück an die "Investoren-Clans" .

    Wieso nicht gleich eine US-Euro "Zentralbank de Rotschild"?

    Spart Zeit, produziert weniger Kosten, braucht kaum noch Politiker und das Volk weiss es ja sowieso schon längst:

    " Gib mir die Macht über das Geld und es ist mir egal wer an der Regierung ist "

  • "Beim EU-Gipfel wird nach Informationen aus Kreisen voraussichtlich beschlossen, dass der Start des dauerhaften Euro-Rettungsmechanismus ESM auf 2012 vorgezogen wird. Bislang war Mitte 2013 vorgesehen. Dies sagte ein hochrangiger Vertreter der Euro-Zone."

    Das war zu erwarten. Die Parlamente Europas haben es offensichtlich noch eiliger Ihre Haushalsmacht nach Brüssel abzugeben. Ich hoffe in Deutschland aber noch auf eine eine Verfassungsklage gegen den Nationalstaat entmachtenden ESF

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