Euro-Krise

Griechenland benötigt Milliarden bis Mitte November

Griechenland braucht bis Mitte November die nächste Rate an Hilfsgeldern. Einigt sich das Krisenland mit seinen Geldgebern bis dahin nicht auf eine weitere Sparrunde, droht die Pleite.
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Demonstranten während eine 24-stündigen Generalstreiks in Griechenland. Athen braucht bis Mitte November die nächste Finanzspritze. Quelle: dapd

Demonstranten während eine 24-stündigen Generalstreiks in Griechenland. Athen braucht bis Mitte November die nächste Finanzspritze.

(Foto: dapd)

BrüsselDas krisengeschüttelte Griechenland hofft auf die Auszahlung der nächsten Hilfstranche vor Mitte November. Dem angeschlagenen Euro-Mitgliedsland gehe am 16. November das Geld aus, weshalb es bis dahin die milliardenschwere Zahlung brauche, sagte der griechische Regierungschef Antonis Samaras am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel. Das Land werde pleite gehen, sollte dieses Datum überschritten werden. „Ich hoffe, dass die Auszahlung bis Mitte November abgeschlossen ist“, fügte Samaras hinzu. Der Ministerpräsident bestätigte frühere Angaben, dass mit den internationalen Geldgebern noch keine Einigung über die nächste Sparrunde erzielt worden.

Die internationale Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission muss in den kommenden Wochen einen Bericht über die Schuldentragfähigkeit und Reformanstrengungen des Landes vorlegen. Dieser ist Grundlage für die Entscheidung, ob das hoch verschuldete Land weitere Finanzhilfen erhalten soll. Griechenland wird seit Anfang 2010 mit Milliarden des IWF und seiner Euro-Partner gestützt.

Das Land steckt in der tiefsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Die internationalen Gläubiger verlangen für die Freigabe der nächsten Hilfs-Tranche über 31,5 Milliarden Euro Einsparungen von mindestens weiteren 11,5 Milliarden Euro, was zusätzliche Einschnitte und Sozialkürzungen für die Bevölkerung bedeutet. „Das ist die letzte bittere Pille, die wir schlucken müssen“, fügte Samaras hinzu. Am Donnerstag hatten sich die 27 EU-Staats- und Regierungschefs auf eine Gipfelerklärung zu Griechenland geeinigt, in dem die Regierung in Athen ermutigt wird, den Reformkurs fortzusetzen.

  • rtr
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  • Nur zur Erinnerung: vor ziemlich genau 1 Jahr verkündete Papandreou, dass Griechenland 2012 keine weiteren Schulden machen werde...
    Vor 3 Monaten verkündete Schäuble, dass Griechenland kein weiteres Geld bekommt, sollte die Troika feststellen, dass Griechenland nicht in vorgegebenem Umfang spart...
    Nur an den Börsen hängt man noch an den Lippen der Politiker, ansonsten wird wohl kaum noch jemand den Worten der Politikerkaste Glauben schenken, die keine Gelegenheit auslässt, sich selbst zu demontieren.
    Der größte Witz ist aber der, dass sich diese Kaste immer wieder darüber wundert, warum sie so wenig Ansehen und Vertrauen in der Bevölkerung genießt!

  • Hier ist nur eine kleine Auswahl derjenigen griechischen Politiker, die in den letzten 2 Jahren Geld auf ausländische Konten verschoben haben. Bezeichnenderweise handelt es sich dabei überwiegend um ausgerechnet die Personen, die zuvor die Bevölkerung um Durchhalten gebeten hatten.
    An der Liste, die noch nicht vollständig ist, wird weiter gearbeitet. Den bisherigen Stand können Sie z.B. hier einsehen:
    http://ksipnistere.blogspot.gr/2012/10/blog-post_8079.html
    Bitte klicken Sie ggfs. auf die Google-Übersetzungsfunktion.

    Ich war so frei, Mehrfachüberweisungen aufzuaddieren. (Infos sind ohne Gewähr.)

    • Avramopoulos Dimitrios, ehemaliger Vize u. Außenminister von Samaras, 120.333,22 €
    • Antonaros Evangelos, ehemaliger Regierungssprecher von Papandreou (PASOK), 276.889,- €
    • Venizelos Evangelos u, Ehegattin, Regierungsmitglied u. ehemals Finanzminister 2.847.190,58 €
    • Genimata Fotini, jetziges Regierungsmitglied 115.106,42 €
    • Karamanlis Kostas u. Ehegattin, ehemals Premier, 85.306,590 €
    • Kouvelis Fotis u. Verwandtschaft, Demokratische Linke, Regierungsmitglied 48.061,220 USD
    • Kouvelis Fotis u. Verwandschaft, Demokratische Linke, Regierungsmitglied 652.604,82 €
    • Meimarakis Evangelos, ehemaliger Minister u. jetziger Regierungssprecher 149.665,62 €
    • Bakogianni Dora u. Ehemann, ehemals Ministerin 733.074,51 USD
    • Bakogianni Dora u. Ehemann, ehemals Ministerin 1.701.473,98 €
    • Pangkalos Theodoros, ehemals Papandreou-Vize u. Minister, 51.835,960 €
    • Petalotis Georgios, Ehemals Papandreou-Regierungssprecher u. Ehegattin 389.000,- €
    • Samaras Antonios, jetziger Ministerpräsident, 285.467,000 €
    • Chatzidakis Kostas, jetziger Minister 220.000,- €

  • Dass die Deutschen keine Eier haben, halte ich für leicht übertrieben. Wenn ich mir jedoch die Reaktion der deutschen Behörden beim friedlichen Protest gegen das Projekt Bahnhof Stuttgart 21 betrachte (Wasserwerfer und Tränengas) und dies ins Verhältnis setze gegen griechische Demonstanten, welche Steine und Molotowkoktails gegen Polizeibeamte werfen, frage ich mich ob der Protest in Griechenland nicht eine gut inszinierte Showveranstaltung ist, um an das dringend erwartete Geld der EU zu kommen.

  • Wem sagtse das denn ?
    Wir Deutschen haben doch eh keiner Eier mehr dazu wie 1989 auf die Strasse zu gehen !
    Ehe das passiert wuss es bei uns schon zu einer Katastrophe kommen wenn unsere Scheißßß Regierung weiter unser Geld den anderen Ländern in den Rachen wirft !!!

  • Griechenland braucht Milliarden bis November 20??. Anscheinend hat noch niemand den Griechen erklärt, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Anstatt Millionen in das Gesundheitswesen zu pumpen, würde ich das Geld investieren, um Kontoauszugdrucker in sämtlich griechischen Banken zu installieren. Denn der Schwarzgeldfluss in Griechenland ist die Wurzel allen Übels. Solange der Staat keine Einnahmen über Steuern erzielt und dieses korupte System am Leben erhalten wird, solange wird Griechenland ein Subventionsstaat bleiben. Erst wenn der Sumpf trocken gelegt ist, kann auf fruchtbarem Boden etwas gedeihen. Bis dahin werden Milliarden und weitere Milliarden versiegen. Nun könnte man sich die Frage stellen, warum sich die griechischen Politiker so schwer tun damit. Zum einen sind sie selbst Teil dieses Systems (Schweizer Steuer-CD liegt schon mal 2 Jahre in der Schublade eines Ministers)zum anderen haben die Griechen selbst Jahrzehnte sehr gut mit und von diesem System gelebt. Jetzt wo das Geld knapper wird, versucht man natürlich den erlangten Besitzstand mit allen Mitteln zu verteidigen. Dazu gehören landesweite Streiks und weiterhin Steuerhinterziehung und zwar solange bis ein System geschaffen ist, welches dies versucht zu verhindern.
    Da die Griechen wissen, dass dies noch Jahre dauern wird, sieht man zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Veranlassung zur Steuerehrlichkeit.

  • Volle Zustimmung!

  • Ich verstehe ja euren ganzen Ärger, aber wenn die Griechen auf die Straße gehen um nicht sparen zu müssen, sollten wir das nicht auch so langsam mal tun um das zu retten, was wir bereits gespart haben?
    Das gemeckere hier interessiert doch keinen, solange ihr nicht aktiv werdet!

  • Mit den Griechen haben wir die Türken doch schon in der EU. Das sind doch alles Nachkommen türkischer Besatzung.Oder hat jemand einen Griechen gesehen, der aussieht wie eine "griechische Plastik" von 430 v. Chr.?

  • Warum haben de Griechen nur alle so einen latten Hinterkopf - wie die Türken!


  • Die Alimentierung hält an, Reformen öffentlicher Dienst GR undenkbar, ohne Euro keine ausreichende Lebensmittel-/Enerigieversorgung. Tolle Perspektive Europa the Great...

    Ein "failed mafiastate" schlaegt zu...

    markige Sprüche helfen wenig, hier tanzt der GR-Bär erfolgreich um den Honigbaum....

    Mit dem Nobelpreis machen wir das schon, gell Martin, Angela, Peer, und all die Kenner der europ. Politik.

    J. Fischer , eine Bitte, halt bitte im kommenden Krisenmanagement die Klappe.... Ansonsten werf ich einen Stein im Turnschuhoutfit.

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