Euro-Krise

IWF blockiert Griechen-Kredit

Um eine Pleite abzuwenden, ist Griechenland dringend auf die Auszahlung der nächsten Kredittranche angewiesen. Der Internationale Währungsfonds sperrt sich jedoch dagegen.
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Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos. Quelle: dpa

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos.

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Athen/BrüsselGriechenland muss weiter auf die nächste Hilfszahlung von acht Milliarden Euro warten. Zwar empfiehlt die EU-Kommission eine schnelle Auszahlung der sechsten Tranche von europäischen Hilfskrediten für Griechenland, wie aus dem Entwurf für den Troika-Bericht hervorgeht, der dem Handelsblatt vorliegt. Doch bisher sperrt sich der IWF noch dagegen.

Der IWF will sich bisher offenbar nicht an der Auszahlung der letzten acht Milliarden Euro aus dem ersten gemeinsamen 110 Milliarden Euro schweren Hilfspaket von EU und IWF beteiligen. Ursprünglich vorgesehen ist, dass die EU 5,8 Milliarden Euro übernimmt und der IWF 2,2 Milliarden Euro. In Berliner Koalitionskreisen wurde vermutet, dass der IWF seine Zustimmung von einem Erfolg des EU-Gipfels am kommenden Sonntag abhängig machen könnte, der auch über das zweite Griechenland-Hilfspaket beraten soll.

Krawalle in Athen

Die Troika stellt die Schuldentragfähigkeit Athens ernsthaft infrage. Das am 21. Juli beschlossene zweite Hilfspaket könne bei einer weiter mangelhaften Konsolidierung nicht ausreichen, „um die Schuldendynamik als nachhaltig zu bezeichnen“. So steht es im Abschlussbericht der Troika-Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, der am Donnerstag an die Finanzministerien der Eurozone geschickt wurde.

Obwohl Athen Versäumnisse bescheinigt werden, empfiehlt die EU-Kommission die Auszahlung der nächsten Notkredittranche „so schnell wie möglich“. Die Euro-Finanzminister wollen am Freitag grünes Licht für ihren Anteil am Hilfspaket geben. Nach wie vor wird jedoch damit gerechnet letztendlich doch noch seine Zustimmung gibt. "Es wird erwartet, dass auch der IWF sich beteiligen und 2,2 Milliarden Euro zu dieser Auszahlung beitragen wird", heißt es im Troika-Report.

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21 Kommentare zu "Euro-Krise: IWF blockiert Griechen-Kredit"

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  • Vielen Dank für den Link, digitech. Beim IWF als verlängerter Arm der US Aussenpolitik stimme ich nur bedingt zu, sehe aber Ihren Punkt. Einen schönen Abend!

  • @Sven da muss ich dann wohl doch etwas weiter ausholen. Aber das wird an anderer Stelle geschehen. Der IWF und die Weltbank sind ohne Frage Instrumente der amerikanischen Außenpolitik. Der IWF schützt seine Geschäftsinteressen in den PIGS wenn es den USA passt (z.B. Direktinvestitionen in Irland).

    Zur Einführung in die Verflechtung von Staat und Geschäft bei der Depfa (HRE) empfehle ich Ihnen folgenden Audio-Beitrag des WDRs https://anonfiles.com/cdn/1318764783328.mp3

    Und die Mitschrift hier https://anonfiles.com/cdn/1318765206719.pdf

  • Stimme Ihnen hinsichtlich der DEPFA vollkommen zu. Hier floss Steuergeld. Allerdings sehe ich hier ein Problem Richtung aufsichtsrechtlicher Arbitrage und dies hat wenn überhaupt indirekt mit der aktuellen Staatsschuldenkrise zu tun.

    Was hat denn der IWF in diesem Zusammenhang verstanden? Da verstehe ich den Zusammenhang zu Steuerparadiesen nicht. Auch der Hinweis "IWF (USA)" verstehe ich nicht ganz. Der IWF hat seinen Sitz in den USA, aber das meinen Sie wohl nicht damit.

    In jedem Falle ist die aufsichtsrechtliche Arbitrage ein ernstes Thema. Allerdings: Wenn es in Irland nicht möglich gewesen wäre, hätte die HRE wohl einen Briefkasten auf der Isle of Man, in Jersey oder auf Bermuda gemacht. Wie gesagt, hat m.E. wenig mit der Schuldenkrise zu tun. Hier floss aber Steuergeld, die Aufregung war gering, über den EFSF fliesst bislang kein Steuergeld und das Konzept wird verteufelt. Darauf wollte ich hinaus!

  • im prinzip ist ads wie kriegsreparationszahlungen, nur dass wir keinen krieg geführt haben. aber wenn man es sich genau überlegt war das immer billiger....

    wie wäre es die 8 Mrd den türken zu geben, damit sie griechenland einnehmen. dann wären die nicht mehr in der eu und wir fein raus.

    griechen ohne land

    ;-)

  • Lieber @Sven wir haben bereits €150.000.000.000 gleich €150 Milliarden als deutsche Steuerzahler verloren wegen der irischen Depfa (HRE) die aufgrund fehlender Regulierung in Irland und mit Bruckermann in hochriskante CDO Geschäfte investiert hat die in Deutschland verboten sind.

    Ich verstehe das der Grund für den Umzug die unverschämt niedrige Unternehmenssteuer und fehlende Überwachung in Irland ist. Ich kann also den deutschen Fiskus umgehen in dem ich mir einen Briefkasten in Dublin miete und einen Sonnenschirm von der Netherlands Holding und muss somit keine Steuern an den deutschen Fiskus mehr ableiten. Damit verhindere gleichzeitig das meine Steuergelder an die PIGS gezahlt wird und ich spare noch Geld. So einfach ist das noch fragen? Der IWF (USA) hat das verstanden.

  • Wo konkret blauäugig? Bislang hat der Rettungsschirm Deutschland (und z.B. auch Österreich, Frankreich oder den Finnen) kein Steuergeld gekostet. Der Bund (über die KfW) macht seit Jahren nichts anderes (auch wenn aufgrund anderer Bedürfnisse) - er gibt Exportgarantien (nichts anderes geben Deutschland, Österreich, Finnland, ... der EFSF). Der IWF führt seit über 60 Jahren ähnliche Maßnahmen in aller Welt durch und ist daher auch eng eingebunden. Tatsächlich Verluste waren bei IWF-Krediten Einzelfälle (z.B. im Sudan und Simbawe, wenn ich richtig informiert bin). Deutschland hat via den IWF-Programmen ca. EUR 5 Mrd. Gewinn gemacht.

    Ich bin bei einigen Punkten (Hebel über Bankenlizenz) sehr skeptisch, blauäugig aber eher nicht. Die Panik der Deutschen verfolge ich (als Deutscher) mit Erstaunen und Unverständnis. Hier muss den Medien eine Mitschuld gegeben werden, aber das sprengt an dieser Stelle den Rahmen.

  • Sie sind nicht optimistisch. Sie sind blauäugig.

  • Nein, das muss man wahrscheinlich schlicht "Währungskrieg" nennen. Denn das scheint es zu sein, worum es geht.

  • Unsere kriminellen Politiker in Berlin lassen aber zu, dass reiche Griechen ihr Geld in Griechenland von den Banken holen und hier in Deutschland in Wohnungen investieren. Vorrangig in Berlin
    Wenn man demnächst in Berlin eine Wohung sucht, gehört die einem Griechen, die dann ordentlich abkassieren. Können wir eigentlich auch überall so einfach Grundstücke kaufen?
    Und die Pleite von Griechenland zahlen dann auch wir deutschen Steuerzahler
    Wieviel Schmeirgeld an Politker ist denn von reichen Griechen geflossen?
    Man sollte sie alle in den Knast stecken, denn da gehören sie hin.

  • Gott erhalte Ihnen Ihren Optomismus

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