Euro-Krise
IWF will Italien ab Frühjahr überwachen

IWF-Kontrolleure wollen Anfang 2012 nach Italien reisen, um den Sparkurs des Landes zu überwachen. Die Monti-Regierung ist auf einem guten Weg: Am Nachmittag soll der knüppelharte Sparplan die letzte Hürde nehmen.
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Washington/RomKontrolleure des Internationalen Währungsfonds (IWF) sollen Anfang 2012 nach Italien reisen, um die Sparbemühungen der neuen Regierung zu überwachen. Ein Sprecher nannte am Mittwoch kein genaues Datum. Die Vorgespräche mit der Regierung in Rom seien aber „produktiv“ verlaufen. Der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte sich bei einem EU-Gipfel in Cannes im November bereiterklärt, die Sparpolitik des Landes durch EU und IWF enger überwachen zu lassen. Die Nachfolge-Regierung von Mario Monti hat erst vor kurzem ein 33-Milliarden-Euro-Sparpaket aufgelegt.

Das Programm muss aber noch am Donnerstag die letzte parlamentarische Hürde nehmen. Die Zustimmung zu dem Programm ist der erste wichtige Test für die Technokraten-Regierung von Premierminister Monti: Er hat durch die Vertrauensfrage das Schicksal seiner Regierungsmannschaft an die Abstimmung am frühen Nachmittag geknüpft. Eine Zustimmung wird erwartet. In der vergangenen Woche hatte das Abgeordnetenhaus grünes Licht gegeben.   

Das Sparpaket sieht Kostensenkungen, Steuererhöhungen und eine Rentenreform vor. Monti will damit den Haushalt bis 2013 ausgleichen und das verloren gegangene Vertrauen an den Finanzmärkten wiederherstellen. Unter seinem Vorgänger Silvio Berlusconi war Italien auf den finanziellen Kollaps zugesteuert und ins Zentrum der Eurozonen-Krise gerückt. Nach Griechenland hat Italien das zweithöchste Staatsdefizit in der Eurozone.

Mit dem Sparplan will die Monti-Regierung die Staatsfinanzen wieder in Ordnung bringen. Eine Rentenreform, eine Immobiliensteuer und die bessere Bekämpfung der Steuerhinterziehung sollen frisches Geld in die Staatskasse spülen. So sollen die Kreditkosten des Landes sinken und internationale Investoren von der Sanierung Italiens überzeugt werden. Bereits 2013 soll durch die Sparmaßnahmen ein ausgeglichener Staatshaushalt erreicht werden. Allerdings kann der strenge Sparkurs auch die Wirtschaftsentwicklung belasten und das Land bereits im kommenden Quartal in die Rezession  treiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Krise: IWF will Italien ab Frühjahr überwachen"

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  • "Eine Zustimmung wird erwartet."

    Schon klar!
    Darin liegt ja auch der Vorteil für die mitverantwortlichen Parteien, einen vermeintlich unabhängigen Technokraten über sich zu haben.
    Sollte er "unpopuläre" Entscheidungen treffen müssen, so wird man sich ihm ,bei allen moralischen Bedenken selbstverständlich, fügen müssen. Man hat sich nichtsweniger als einen Sündenbock installiert, der nach unwiderruflicher Umsetzung der neoliberalen "Schock-Strategie" an den natürlich rein medialen Pranger gestellt werden kann.
    Sollte nicht dieser kurze Wikipedia-Auszug aus Montis Vita zum Nachdenken anregen?
    "Er ist zudem Mitglied des Vorstands der Bilderberg-Konferenz und führendes Mitglied der Trilateralen Kommission. Er ist internationaler Berater bei Goldman Sachs und Coca-Cola."
    Wurde der vom italienischen Volk gewählt?
    Das grenzt vielmehr an Machtergreifung und wer derart unreflektiert hierüber berichtet, trägt zur Verschleierung
    dieser Vorgänge bei.

  • Wieso schreibt das HB nicht vom


    - Generalstreik in Belgien? -


    Endlich tut sich mal wieder was gegen die Allmacht der Banken!!!!

  • Ein weiterer Beweis für die Versklavung der Euro- und Europaländer. In den Übergangsparlamenten drehen sich die Politschafe an Scrapie erkrankt im Kreise der Finanzdiktatoren. Am Horizont tauchen dunkle Wolken auf und verfinstern den Menschen die Aussicht auf Besserung. 12 Millionen Deutsche an der Armutsgrenze. Dafür griechische Minister mit Privatmillionen auf der Bank. Eine total verrückte Welt zur Weihnachtszeit anno 2011.

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