Euro-Krise
KfW finanziert Mittelstand in Griechenland

Griechische Betriebe bekommen bei den Banken kaum noch Kredite. Ändern soll das ein Projekt, an dem die deutsche Staatsbank KfW beteiligt ist. Der griechische Wirtschaftsminister Chatzidakis hofft auf weitere Geldgeber.
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Athen„Unser größtes Problem ist die Liquiditätsklemme“, sagt Telis Aivaliotis, Geschäftsführer des griechischen Chemie-Unternehmens Delta Chemicals. Ein typisches griechisches Mittelstandsunternehmen: 30 Beschäftigte, 30 Millionen Euro Jahresumsatz. „Kredite zur Finanzierung des laufenden Geschäfts sind teuer – wenn es sie überhaupt gibt“, sagt Aivaliotis.

So ergeht es fast allen Klein- und Mittelbetrieben im krisen- und rezessionsgeplagten Griechenland: Sie bekommen bei den Banken kaum noch Kredite. Die Zurückhaltung der Geldinstitute bei der Kreditvergabe ist verständlich, schließlich ist bereits jedes dritte ausgereichte Darlehen notleidend.

Jetzt gibt es wenigstens einen kleinen Lichtblick für die griechischen Unternehmen: Nach mehr als einjähriger Vorbereitung sollen im Herbst die ersten Förderkredite der „Institution für Wachstum“ vergeben werden. Angekündigt hatte das Projekt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei einem Besuch in Athen im Sommer 2013. Das Ziel: Kleine und mittelgroße Unternehmen, die das Herz der griechischen Wirtschaft bilden, sollen günstigere Finanzierungsmöglichkeiten bekommen. Damit sollen Arbeitsplätze gesichert und das Wachstum angekurbelt werden.


In einer ersten Phase stellen die staatliche deutsche KfW-Bankengruppe und der griechische Staat jeweils 100 Millionen für den Förderfonds zur Verfügung. Vergeben werden die Darlehen voraussichtlich ab September über die griechischen Geschäftsbanken. Die Zinsen sollen deutlich unter dem Marktniveau liegen. Die Kreditsumme ist auf maximal eine Million Euro pro Unternehmen begrenzt.

„So wollen wir eine möglichst breite Streuung der Mittel erreichen“, sagte KfW-Vorstandschef Ulrich Schröder dem Handelsblatt in Athen. Außerdem sollen die Kredite „möglichst schnell und unbürokratisch vergeben werden“, so Schröder.

Der griechische Wirtschaftsminister Kostis Chatzidakis hofft, dass sich künftig weitere Geldgeber an dem Förderfonds beteiligen:

Seite 1:

KfW finanziert Mittelstand in Griechenland

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Fünf Fragen an den griechischen Wirtschaftsminister

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  • Bye bye Money. Auch das deutsche KfW-Geld sehen wir nie wieder.

    VERSCHWENDUNG DEUTSCHER STEUERGELDER !!!

    Alles was in "EU in Brüssel" entschieden wird, geht zu Lasten Deutschlands. Die Politiker haben damit kein Problem, die Deutschen allerdings schon !

    Keine Stimme an CDU oder SPD !

    ALTERNATIVE !

  • Die sollen lieber den deutschen Mittelstand fördern! Aber ist ja egal bei der KfW haftet am Ende ja eh der deutsche Steuerzahler - also was soll es? Raus mit den Millionen!
    Hoffe bei der EU Wahl kommt ein mehr als deutliches Signal.

  • Die griechischen Banken reichen keine Kredite an die Unternehmen aus - warum wohl?. Dafür hilft jetzt u. a. die KfW mit Krediten. Das Geld werden wir zum größten Teil nie mehr sehen aber unserer Bundeskanzlerin ist das anscheinend egal. Müßte die Bundeskanzlerin privat für die 100 mio haften, dann wäre so ein Programm nicht mal gedanklich in Erwägung gezogen worden.
    Das ist Steuergeldverschwendung und die Regierung sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Ich sage nur BER, Elbphilharmonie... - wenn keiner der Entscheider persönlich haften muß, dann wird das Geld zum Fenster rausgeschmissen.

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