Euro-Krise

Leicht versprochen, rasch gebrochen

In der Krise agieren Politiker angeschlagener Euro-Länder wie der berühmte Pinocchio: Sie erzählen Märchen. Sie wollen die Märkte besänftigen, doch auf Dauer funktioniert das nicht. Selbst Deutschland ist kein Vorbild.
40 Kommentare
Immer wieder legen die Euro-Politiker die Bürger rein

Immer wieder legen die Euro-Politiker die Bürger rein

DüsseldorfJean-Claude Juncker ist ein ehrlicher Lügner. Der Chef der Eurogruppe gibt zumindest zu, dass er die Öffentlichkeit ein ums andere Mal anlügt. "Geheime Debatten im Dunkeln" seien besser geeignet, finanzpolitische Probleme zu lösen, sagt der Luxemburger offen. Schließlich neigten die Finanzmärkte zur Übertreibung. Als sich im vergangenen Jahr die Euro-Krise dramatisch zuspitzte, leugnete Juncker damals ein Geheimtreffen mit seinen Kollegen aus den Euro-Staaten. Ihm wird auch der Satz zugeschrieben: "Wenn es ernst wird, muss man lügen".

Juncker ist nicht der einzige Politiker, der in der Euro-Krise die Öffentlichkeit ein ums andere Mal reingelegt hat. Vor allem die Politiker aus den Krisenländern Italien, Spanien und Griechenland sind Meister im Verdrehen von Fakten. Die Griechen frisierten ihre Statistiken, die Spanier erfanden völlig utopische Haushaltsziele und die Italiener setzten ihre Partner mit Horrorgeschichten unter Druck. Deutsche Politiker echauffieren sich gerne darüber. Doch auch sie sind in dieser Hinsicht wahrlich keine Vorbilder.

Das jüngste Beispiel für taktische Spielchen und einen unaufrichtigen Umgang mit der Öffentlichkeit liefern Spanien und Italien bei der Finanztransaktionssteuer. Eigentlich hatten sich die vier großen Euro-Länder Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien auf einem Gipfel im Juni darauf geeinigt, dass die neue Steuer kommen soll. Zur Not sollte sie auch in kleinem Kreis eingeführt werden - je schneller, desto besser, so der Tenor.

Doch nun melden Italien und Spanien Bedenken an. Im Prinzip sehe man die Finanztransaktionssteuer nach wie vor positiv, heißt es in italienischen und spanischen Regierungskreisen. Es könne den heimischen Börsen aber schaden, wenn Finanzgeschäfte nur in wenigen Ländern besteuert würden.

Derlei Bedenken sind wahrlich nicht neu. Woher also kommt der plötzliche Sinneswandel? Der Verdacht liegt nahe, dass es den Spaniern und Italienern vor allem darum geht, die Finanztransaktionssteuer als Faustpfand zu nutzen. Ihre Zustimmung zur Steuer könnten sie sich teuer abkaufen lassen - gegen Konzessionen bei der Euro-Rettung.

Die Liste dieser Beispiele ist lang. Solche Manöver sind ein ständiger Begleiter in der Euro-Krise.

Spanien setzt sich utopische Haushaltsziele
Seite 12345Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Euro-Krise - Leicht versprochen, rasch gebrochen

40 Kommentare zu "Euro-Krise: Leicht versprochen, rasch gebrochen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn einer glaubt, mit der Transaktionssteuer so richtig Geld abschöpfen zu können, dann kann er nicht bei Trost sein. Für die, die mit dem Sekundenhandel Geld verdienen, entfällt die Geschäftsgrundlage - sie gehen woanders hin oder machen was anderes. Für alle anderen Börsen und Absicherungsgeschäfte ist sie schädlich. Ergo: Niemand ist damit geholfen - außer vielleich ein paar zusätzlichen Sesselrutschern, die dann das gnze staatlicherseits beaufsichtigen sollen.

  • Ich persönlich würde wenn ich nicht zu ehrlich wäre es wie die Griechen machen!bevor der deutsche Staat mein Geld veruntreut mit sinnlosen Geschenken an andere Länder behalte ich es lieber selbst!
    Und CDU/FDP und SPD sind für mich eh gestorben!

  • Politik ist eben das Geschäft mit der Hoffnung und um diese zu wecken, ist Politkern jedes Mittel recht. Lügen sind dabei das kleinste Übel, weil sowieso niemand etwas anderes erwartet. Anders ist es mit Halbwahrheiten, Oberflächlichkeiten und Spekulationen oder gar Wahrheiten, die wegen ihrer Tragik so verpackt werden, dass sie auch schon wieder Lügen sind. Aber genau an dieser Stelle kommen die Journalisten ins Spiel, auch die beim Handelsblatt. Wenn sich unsere Politiker die Dinge zu Recht rücken können, dann deshalb, weil sie sich auf das Versagen des Journalismus verlassen können. Weil sie wissen, dass die Realität einerseits oft so langweilig und andererseits oft so verheerend ist, dass sie kein Journalist ohne Manipulation unters Volk bringt.
    Nicht einmal der Artikel hier ist davon frei. Was ist es anderes, als eine verdeckte Staatsfinanzierung durch die EZB, wenn sie den Banken zinsgünstige Kredite gibt damit diese wiederum Staatsanleihen kaufen. Diese Schlussfolgerung trifft das Handelsblatt nicht. Und wie genau haben unsere Journalisten denn seiner zeit hingesehen, als Monti seine Arbeitsmarktreform auflegte, was sich jetzt angeblich als Rohrkrepierer entpuppt. Hätten Schröder und Eichel ihre Vorteilsnahme für Deutschland damals wirklich durchsetzen können, wenn der Journalismus den Verstoß gegen die Stabilitätskriterien des Euro und die möglichen Konsequenzen deutlich gemacht hätten, anstatt die Kreativität unserer Politiker zu loben?
    Warum sollen sich unsere Politiker mit ihren Mauscheleien nicht sicher fühlen, so wie sie von unseren Journalisten in Watte gepackt an statt von ihnen getrieben zu werden? Klar, große Teile der Leserschaft wollen leicht verdauliche Kost und dazu haben wir auch die passenden Verlage und Medien. Wer informiert aber diejenigen, denen es ernst ist, die an journalistischer Qualität bei der Verbreitung der Wahrheiten interessiert sind? Das Handelsblatt etwa?

  • WessenInteresse

    SabineM; "... die deutschen Politiker belügen ihr eigenes Volk. Nieder mit dieser EU! "

    Wieso "Nieder mit dieser EU" ?
    Die EU war und ist gut für alle Europäer !

    Die EU und der Euro werden durch die Lügen der Politiker zerstört. In wessen Auftrag und Interesse belügen die Politiker ihre Wähler ?

    Im Interesse der Kapitalbesitzer ! Im Interesse der wenigen oberen 1 PROMILLE werden alle Europäer belogen und ausgebeutet.


    WIE IN DEN USA

    HB 04.10.2012, 10:04 Uhr

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/ratgeber-hintergrund/ungleiche-einkommen-usa-schlimmer-als-uganda/7213054.html

    Ungleiche Einkommen: USA schlimmer als Uganda

    Die Reichen werden immer reicher, die Armen ärmer. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten klaffen die Einkommen der Menschen immer weiter auseinander, zeigen aktuelle Daten. Weiter als in Uganda oder Kasachstan

    New York: Auf dem Papier haben die USA die vergangene Rezession Mitte 2009 hinter sich gelassen und befinden sich seither auf Wachstumskurs. Bei einem überwältigenden Teil der Bevölkerung des Landes kommt davon allerdings nichts an, dafür umso mehr beim reichsten ein Prozent....


    WIE IN DEUTSCHLAND (s. Armutsbericht 2011)

    Auch bei einem überwältigenden Teil der Bevölkerung Deutschlandes kommt vom Reichtum allerdings nichts an, dafür umso mehr beim reichsten 1-PROZENT und am allermeisten bei den superreichen 1-PROMILLE.

    Der deutsche Mittelstand, die eigentlichen Leistungsträger sind seit Euro und Agenda 2010 die größten Verlierer.

    Die Edelmarke für Reiche, BMW hat anstatt der früheren festangestellten Facharbeiter und Ingenieure dank Agenda 2010 etwa 30% Leih- und Zeit-Arbeitskräfte. Davon profitiert der supersuperreiche deutsche Milliardärsclan der Quandts mit Susanne Kladden.


  • Micha

    Den PIGS-Ländern geht es nur darum, so viel Geld wie möglich vom DDM (=Dummer Deutscher Michel)abzuzocken. Dafür wird gelogen und betrogen, daß sich die Balken biegen!!!

    STIMMT NICHT GANZ

    Die Superreichen Deutschen haben ihre überzähligen Millionen Euros großzügig den PIGS-Ländern geliehen wegen der höheren Rendite als in Deutschland. Schäuble hat sie beruhigt durch Null-Risiko Rückbehalt: "Das Ausfallrisiko wird wieder wie im HRE-Skandal der deutsche Michel tragen".

    Jetzt wo die Supperreichen Deutschen unsere Euros in spekulativen Immobilien verzockt haben, muss der DDM wieder "retten".

    Die Spanier sagen deshalb nicht zu Unrecht, warum sollen sie die Kredite an die Superreichen Deutschen zurückzahlen, wenn der Schäuble das aus der deutschen Staatskasse erledigt ?

    Wie es schon ssin Vorgänger, der Bilderberger SPD-Genosse Peer getan hat. Damals hieß es noch nicht schönfärberisch "Rettungsschirm", sondern realistischer BadBank.

    Für den DDM ist da kein Unterschied. Damals hat SPD-Peer den Privaten Banken und ihrer reichen Klientel ein Paket von 170 Miiliarden Euro an toxischen Schrottpapieren abgenommen und sie damit vor dem selbst verschuldeten und somit verdienten Bankrott, also dem Verlust ihrer Millionen "gerettet".

    Die HRE-BadBank (heute FMS) war somit der größte Rettungsschirm in der duetschen Geschichte. Als Dank dafür wird jetzt Steinbrück von den Bilderbergern zum Kanzler aufgebaut, wenn Frau Merkel und Herr Schäuble verschlissen sind. Der dynamische Biderberger Trittin steht auch schon bereit. Frisches Blut, wie der Biderberger SPD-Genosse Olaf in Hamburg.

  • dago138161

    Ja,Politik ist ein verlogenes Geschäft. Die Politik hat sich so was stümperhaft verhalten in der Einführung des Euro. ES WAR POLITISCH GEWOLLT ! obgleich 155 Wissenschaftler davor warnten. Jetzt wo alles täglich schlimmer wird und die Politik merkt,was sie angerichtet hat, will sie mit dem Kopf durch die Wand, gegen den Willen des Volkes in Deutschland. Daher redet selbst Lammert jetzt euphorisch von EUROPA,und die Medien berichten nicht wie es wirklich aussieht, sondern regierungstreu.

    ... Nein, man appeliert ans Mitgefühl, wie Cohn-Bendit bei Jauch im Gasometer, dass Spanier hungern müssten im reichen Europa und das Berliner Publikum applaudierte! Dabei war es in Spanien eine reine Fehlspekulation mit Immobilien.


    NEIN

    Die Politik hat sich NICHT stümperhaft verhalten in der Einführung des Euro. Obgleich 155 Wissenschaftler davor warnten. ES WAR VON DEN POLITIKERN GEWOLLT, sie wollen es nur nicht zugeben !

    Jetzt wo alles täglich schlimmer wird und die Bürger merken, was die Politiker angerichtet haben, wollen sie trotzdem gegen den Willen des Volkes weitermachen. Daher redet selbst Lammert euphorisch von EUROPA, und die Medien berichten nicht, wie es wirklich aussieht, sondern regierungstreu.

    Dabei war es in Spanien eine reine Fehlspekulation mit Immobilien, durchgeführt von den Investmentabteilungen und Vermögensverwaltungen der Deutschen Bank und der Commerzbank mit je 14 Milliarden Euros, vorwiegend von Superreichen Deutschen.

    Auch die Sparte 'Investmentabteilung/Vermögensverwaltung' der Allianz ist dabei (hat mit der LV-Sparte nichts zu tun !).

    ... JA, man appeliert ans Mitgefühl, wie der Bilderberger Cohn-Bendit (kürzlich war auch Trittin bei den Bilderbergern) zusammen mit dem Ober-Bilderberger Ackermann beim Multimillionär Jauche im regierungstreuen Gasometer, dass Spanier hungern müssten im reichen Europa.

    Dabei meinte er, Mitgefühl mit den Superreichen 1-PROMILLE in Europa. Und das ausgesuchte Berliner Publikum applaudierte!

  • dago138161

    ... Was kümmert es die Politik, wenn das Vermögen der Bürger kaputt geht, wenn sie dabei profitieren, und die Bürger wollen weiter Frau Merkel und die CDU wählen. Die SPD ist schlimmer, wohl wahr!

    ... Die Politik hat mit dem Euro in jeder Hinsicht VÖLLIG VERSAGT ! Und da können alle reden , einschl. Lammert bis sie schwarz werden, das ist so und nicht anders.


    NEIN

    das ist NICHT so und SONDERN VÖLLIG anders.

    Die Bilderberg-Politiker haben mit dem Euro in jeder Hinsicht NICHT VERSAGT, sondern ihren Auftrag erfüllt und selbst davon profitiert !

    ... Was kümmert es 'unsere' Bilderberg-Politiker, wenn das Vermögen der Bürger kaputt geht, wenn sie dabei profitieren

    ... die Bürger wollen NICHT weiter Frau Merkel und die CDU wählen. Noch weniger die SPD, sie ist noch schlimmer, wohl wahr!

  • PikAs

    ... Nieder mit dieser EU und dem Euro! Wir KÖNNEN AUS DER EU AUSTRETEN - das ist auch im Vertragswerk vorgesehen!


    NEIN

    Ich will nicht aus der EU austreten.

    Ich will, dass diese Euro-Finanzkapitalisten aus meiner EU austreten. Diese wenigen oberen 1-PROMILLE haben auf ihren karibischen Finanzoasen genügend Platz. Das gönne ich ihnen, wenn sie uns in der EU und in der Eurozone in Ruhe lassen.

    Wir fleißigen Deutschen brauchen sie nicht, aber diese Schmarotzer brauchen uns als ihre Schuldknechte.

  • fjv2
    ... Die Wähler wollen es auch nicht anders, sie wählen immer die Parteien mit den besten Versprechen und Steuergeschenken...

    Vor allem in Deutschland, im Moment geht es uns allen noch prima, das wird nicht so bleiben...

    Geniesst die Zeit, es wird noch viel schlimmer kommen...



    NEIN

    Wehrt Euch, es wird sonst noch viel schlimmer kommen...


    Wehrt Euch, Ihr Wähler von der Schwarz-Gelben Fraktion,

    Wählt DIE FREIEN WÄHLER !


    Wehrt Euch, Ihr Wähler von der Rot-Grünen Fraktion,

    Wählt DIE LINKE !

  • hasstnicht

    Wir leben in einem Paradebeispiel Orwellscher Demokratie.

    Eine Demokratie, in der kaum jemand merkt, dass es eine Diktatur ist...

    Es war noch immer die beste Option einem dahergelaufenem Lügner zu vertrauen und, , ja klar den Wähle ich. Ist doch logisch.

    Flieht Ihr Narren!


    Nur Narren fliehen ! Hasst nicht,

    Wehrt Euch, Ihr Wähler von der Schwarz-Gelben Fraktion,

    Wählt DIE FREIEN WÄHLER !


    Wehrt Euch, Ihr Wähler von der Rot-Grünen Fraktion,

    Wählt DIE LINKE !

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%