Euro-Krise: Monti fordert mehr Unterstützung von Deutschland

Euro-Krise
Monti fordert mehr Unterstützung von Deutschland

Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat von Deutschland mehr Unterstützung bei der Senkung seiner Refinanzierungskosten gefordert. Das sei auch im Eigeninteresse Deutschlands, so Monti laut einem Zeitungsbericht.
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LondonDer italienische Ministerpräsident sagte der „Financial Times“ vom Dienstag, es sei im eigenen Interesse Deutschlands, dabei zu helfen, dass die Belastungen für sein Land und andere hochverschuldete Euro-Staaten bei der Schuldenfinanzierung niedriger ausfielen als derzeit. Wie schon bei seinem Besuch in Deutschland vor wenigen Tagen verwies Monti auf die großen Belastungen, die seine Regierung den Italienern abfordere. „Wenn diese starke Bewegung in Richtung Disziplin und Stabilität nicht anerkannt wird, wird es einen machtvollen Rückschlag in den Ländern geben, denen enorme Anstrengungen auferlegt werden“, sagte Monti.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Krise: Monti fordert mehr Unterstützung von Deutschland"

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  • Das Gerede von Standortvorteilen und Neokolonialismus dient lediglich dazu, vom Versagen der Wirtschaftspolitik in einigen Ländern abzulenken. Und die "echte Fiskalunion mit Teil-Abgabe der Steuerhoheit" ist nichts anderes als die Transferunion, die den Missbrauch von Solidarität zum Dauerzustand machen soll.

    Da die Einsicht in die Notwendigkeit von Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiger Haushaltspolitik nicht von Außen aufgezwungen werden kann, ist die Abwicklung des Euro die einzig praktikable Lösung. Je schneller, desto besser.

    Übrigens: Das Problem der Eurozone ist nicht die Eigenverantwortung, sondern deren Fehlen in weiten Teilen der Zone.

  • @KurzUnBuendig

    Danke auch für diesen Beitrag, denn er macht das Grundproblem sehr deutlich: Die wirtschaftlich weniger erfolgreichen Länder versuchen nicht, erfolgreicher zu werden, sondern geben den erfolgreicheren Ländern die Schuld am eigenen Misserfolg. Nachdem sie die Realität derart grotesk verdreht haben (und es womöglich sogar selbst glauben), folgt dann sogleich die Forderung nach gewaltigen Vermögenstransfers aus den erfolgreicheren Ländern, da diese ja Schuld am Misserfolg der schwachen Länder seien.

    Für dieses Problem gibt nur eine Lösung: Austritt der erfolgreichen Länder aus dem Euro und Gesundschrumpfen der EU auf ein sinnvolles Maß. Dann können die Südländer ohne Bevormundung von außen ihre Angelegenheiten so regeln, wie sie es für sinnvoll halten, und der Norden muss sich nicht länger für seine Hilfszahlungen bespucken lassen.

  • "Wenn diese starke Bewegung in Richtung Disziplin und Stabilität nicht anerkannt wird, wird es einen machtvollen Rückschlag in den Ländern geben, denen enorme Anstrengungen auferlegt werden"

    Natürlich sind die Anstrengungen der Südländer repektabel und anerkennenswert! Nur Monti sollte hier nicht schummeln und so tun, als ob diese ihnen von Deutschland auferlegt werden. Der Maastricht Vertrag, der eine (selbst-)betrügerische Staats-"Finanzierung" mit der Druckerpresse verbietet und dem sich alle Länder freiwillig (!) unterworfen haben und um dessen Mitgliedschaft man sich so sehr gerissen hat, dass stellenweise sogar betrogen wurde, zwingt zu dieser Politik. Da die italienische Bunga-Bunga-Regierung so dumm war, den 10-jährigen Zinsvorteil zu verfrühstücken, muss sie sich heute eben umso mehr anstrengen.

    Eine andere Frage die auch Deutschland berifft, ist natürlich die, wer sich konkret mehr ansrengen muss. Die zunehmende Umverteilung von "unten" nach "oben" ist sicher zu einem repektablen Teil Mitursache der Probleme. Insofern wird man um ausgleichende Tranfers von oben nach unten, die aber durchaus national organsisiert werden können, nicht herumkommen, da ungedeckte Schulden eben nur mit realen Vermögenswerten glattgestellt werden können und nicht mit immer neuem, die Verwirrung nur steigerndem Luftgeld.

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