Euro-Krise
Obama schaut bang nach Griechenland

Das Ausland verfolgt die Diskussion um eine Pleite Athens mit großer Sorge. Barack Obama telefoniert regelmäßig mit Europa. Ein Scheitern der Rettungsversuche dürfte auch für ihn nicht folgenlos bleiben.
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Neue Unruhen in Griechenland kann US-Präsident Barack Obama im Moment gar nicht gut gebrauchen. Zu Hause tobt der Präsidentschaftswahlkampf, regelmäßig greift der republikanische Herausforderer Mitt Romney Obama für seine Wirtschaftspolitik und die hohe Arbeitslosigkeit an.

Die Bugwellen einer Pleite Griechenlands würden womöglich auch die USA zu spüren bekommen und der Opposition neuen Zündstoff liefern. Das weiß auch Obama. Bereits auf dem Treffen der G8 im Mai erklärte er, was die Euro-Krise für ihn bedeutet: „Wenn in Paris oder Madrid ein Unternehmen pleitegeht, dann bedeutet das weniger Einnahmen in Pittsburgh und Milwaukee.“ Was es heißt, wenn ein ganzes Land pleitegeht, darüber wollte der Präsident öffentlich lieber nicht spekulieren.

Desmond Lachman, Ökonom am konservativen Think-Tank American Enterprise Institute, veröffentlichte vergangene Woche eine Analyse mit dem Titel „Präsident Obamas tickende griechische Bombe“. Regelmäßig telefoniert Obama mit den Staatschefs der Euro-Länder, um sich auf den neusten Stand zu bringen.

Obama gilt als Befürworter eines Verbleibs Griechenlands in der EU. Im Juni bekräftigte er vor Journalisten, es sei in „jedermanns“ Interesse, dass das Land in der EU bleibe, und warnte die Griechen, dass sie es außerhalb der Europäischen Union noch schwieriger haben würden als jetzt.

Auch die Wirtschaftsmächte in Asien verfolgen die Spekulationen über eine Staatspleite Griechenlands mit großer Sorge. Besonders im ebenfalls hochverschuldeten Japan fürchten die Verantwortlichen die Folgen einer tiefen Rezession oder gar eines Zerbrechens der Euro-Zone. Denn dadurch würde die geordnete Haushaltssanierung entgleisen, mit der die Staatsschulden von 230 Prozent der Wirtschaftsleistung allmählich gesenkt werden soll.

Japans Exportindustrie leidet bereits jetzt stark unter dem schwachen Euro-Kurs, der Ausfuhren stark verteuert. Selbst die lange unverwundbare chinesische Wirtschaft zeigt inzwischen Schwächen. In Peking löst die Unfähigkeit der Europäer, ihre Probleme in den Griff zu bekommen, Befremden aus.

„Indem man die Probleme verschiebt, macht man sie immer nur schlimmer“, sagt Yu Yongding, ein prominenter Ökonom an der regierungsnahen Chinese Academy of Social Sciences (CASS). Yu beklagt vor allem die mangelnde Handlungsfähigkeit der Europäer. Regierungschef Wen Jiabao drückt den gleichen Gedanken aus, wenn er sagt: „Die Europäer sollten ihr Haus in Ordnung bringen.“

Die Kommentatoren sind sich weitgehend einig, dass ein zentral organisierter Nationalstaat wie China die weitaus bessere Organisationsform ist, da dieser gerade in der Krise auch harte Maßnahmen durchdrücken kann.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
Finn-Robert Mayer-Kuckuk
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Handelsblatt / Korrespondent Peking
Martin Kölling, Handelsblatt-Redakteur und Korrespondent in Tokio. Quelle: privat
Martin Kölling
Handelsblatt / Asien-Korrespondent

Kommentare zu " Euro-Krise: Obama schaut bang nach Griechenland"

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  • Griechenland ist nicht pleite denn es hat Öl und Erdgas ..................


    http://www.antizensur.de/kommentar-griechenland-ist-nicht-pleite-wir-werden-betrogen-und-verarscht/

  • @Stubi

    Volltreffer !
    bin ganz Ihrer Meinung !

  • @ tesaro
    Es gibt ja nichts zu wählen bei einer Einheitsblockpartei - hier passt ausnahmsweise das Adjektiv "alternativlos".

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