Euro-Krise
Österreich will Griechen-Pleite verhindern

Österreichs Finanzministerin Maria Fekter will Griechenland über einen längeren Zeitraum helfen. Ein Schuldenschnitt kommt für sie nicht in Frage - Österreich müsste sofort Milliarden zahlen.
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WienÖsterreich lehnt einen Staatsbankrott samt Schuldenschnitt für Griechenland vehement ab. „Unsere Steuerzahler müssten dann sofort für die Folgen eintreten“, sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter im Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwochsausgabe). In einem ersten Schritt müsste Österreich mit einer Zusatzbelastung von fünf Milliarden Euro rechnen. Außerdem würde die Europäische Zentralbank (EZB) wegen der Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen wahrscheinlich neues Kapital brauchen, das Euro-Mitglied Österreich müsste sich dann ebenfalls an der Kapitalaufstockung beteiligen.

Die konservative Politikerin lieferte noch eine zweite Begründung, warum sich Österreich gegen einen griechischen Staatsbankrott ausspricht. „Es gibt genug Investoren, die auf die Pleite von Griechenland gesetzt haben und daran ordentlich verdienen wollen“, warnte Frau Fekter. Die Politik und die anderen Mitglieder der Euro-Zone hätten nun wahrlich nicht die Aufgabe, solch ein Gewinnstreber privater Investoren zu unterstützen.

Die österreichische Finanzministerin sprach sich hingegen dafür aus, Griechenland über einen langen Zeitraum zu helfen, etwa mit der Aussetzung von Zinszahlungen. Erfahrungen mit den Pleiten anderer Staaten hätten gezeigt, dass die betroffenen Länder zunächst eigene, ernsthafte betriebene Reformprogramme auflegen müssten. In einem sehr viel späteren Schritt könne dann auch möglicherweise über einen Schuldenschnitt gesprochen werden. „Vielleicht kann es in Griechenland in zehn Jahren einen Schuldenschnitt geben, aber darüber will ich jetzt nicht spekulieren“, betonte die Ministerin.

Am Freitag wird das österreichische Parlament über die Aufstockung des Euro-Stabilisierungsfonds EFSF entscheiden. Eine Zustimmung gilt dabei als sicher.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

Kommentare zu " Euro-Krise: Österreich will Griechen-Pleite verhindern"

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  • Oh jeh. Und ich dachte, die Rettungsargumente unserer Politiker seien an Armut nicht mehr zu unterbieten...

  • Die Frau Minister Fekter möchte nicht in ihrer Amtszeit zahlen, dies lieber ihren Nachfolgern in etwa 10 Jahren überlassen. Sehr elegante Lösung, meint sie, nur leicht zu durchschauen. In 10 jahren wird sich die Zahllast Österreichs vervielfacht haben. Ohne Schuldenschnitt ist GR sowieso verloren. Mit überzogenen Sparmaßnahmen und anhaltenden Streiks, die nichts in die Staatskasse bringen,
    gibt es kein Wirtschaftswachstum. Mit einer Arbeitsproduktivität von 17,50 € pro Arbeitsstunde, Deutschland 39,10 €, Belgien sogar 41,70 €, alles von der OECD ermittelt,übersteigt der Konsum weit die notwendige Wertschöpfung.Hinzu kommt die anhaltende Flucht griechischer Unternehmen ins Ausland, nachdem das Geldkapital ohnehin längst geflüchtet ist. An eine GR-Sanierung aus eigener Kraft glauben nur Träumer. Selbst ein Zinsverzicht hilft nicht wirklich, nur der Wechselkursmechanismus schafft es.

  • ...wenn man die Frau Fekter googelt,dann weiß man,daß sie in
    Österreich die Schotter-Mitzi genannt wird und ihr Englisch-
    kurse empfohlen werden.Stichwort "shortly is shortly"
    In Österreich ist der Verrat der Politiker gegenüber den Bürgern
    ja seit Jahren ähnlich hoch!Bürger,die den EU(ro)-Wahnsinn
    kritisieren,werden ja sofort ins radikale rechte Eck gerückt.
    Die österreichischen Politeliten befürchten durch eine Pleite
    Griechenlands darüber hinaus noch an ein Übergreifen der Krise
    auf Osteuropa,wo österreichische Großbanken viel Geld in die
    dortige Kreditwirtschaft vergeben haben. LG

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