Euro-Krise
Portugals Rettungspaket soll bis Mai stehen

Der gestürzte Regierungschef Socrates kommt in Sachen Rettungspaket offenbar voran. Die Verhandlungen stehen Kreisen zufolge kurz vor dem Abschluss. Die Zeit drängt: An den Märkten rutschen Portugals Anleihen weiter ab.
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Lissabon/AthenDie Gespräche der portugiesischen Regierung mit Vertretern der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) über ein Rettungspaket stehen offenbar kurz vor dem Abschluss, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus dem Umfeld der Verhandlungen. „Das bedeutet, dass es ein volles Maßnahmenpaket geben wird, nicht nur eine Diagnose“, hieß es.

Portugals geschäftsführender Ministerpräsident Jose Socrates und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker äußerten sich zuversichtlich, dass eine Einigung auf die Finanzhilfen wie geplant bis Mitte Mai gelingt. Portugal verhandelt derzeit über die Bedingungen für die Hilfen, die auf rund 80 Milliarden Euro hinauslaufen könnten.

„Wir müssen uns um eine Einigung bemühen, so dass der Deal dem bei dem Treffen der Finanzminister der Euro-Zone am 16. Mai vorgelegt werden kann“, sagte der amtierende Ministerpräsident Socrates dem Radiosender „TSF“. Die Verhandlungen müssten schnell und diskret über die Bühne gehen. Kabinettsminister Pedro Silva Pereira fügte hinzu, die Gespräche mit EU, EZB und IWF liefen gut. Es werde intensiv gearbeitet und alle Beteiligten seien sich der Dringlichkeit bewusst.

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch einen Bericht der portugiesischen Zeitung „Expresso“ dementiert, wonach die Bedingungen für das Paket praktisch feststünden und Ende der Woche an die Regierung in Lissabon geschickt werden sollen. „Das ist schlicht falsch“, sagte ein Kommissionssprecher und verwies auf andauernde Gespräche. Reuters erfuhr, dass die Verhandlungen ohne Probleme liefen. „Man geht davon aus, dass diese Phase in den nächsten Tagen beendet seit wird“, sagte ein Insider. Von anderer Stelle jedoch verlautete, dass es unter anderem Probleme gebe bei den öffentlichen Finanzen und bei den Banken.

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Griechenlands Ministerpräsident weist Umschuldungsgerüchte zurück

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  • Im Fall Griechenland und Portugal gilt es kurz- und mittelfristige Folgen fuer den Normalbuerger zu beobachten. Zumindest in Griechenland duerfte nicht nur der Syntagmaplatz bisschen unter leichten Beben kommen.
    Paket hin oder her, beide Laender versaeumten ab Mitte 90er Jahre den Aufbau einer prouktiven konkurrenzfaehigen Industrie. Von Dienstleistungen, Sonne und Meer kann keiner leben. Gilt uebrigens auch fuer das Empire Great Britain und anderen Staaten.

  • Also Umschuldung für Griechenland, Portugal, Irland.....Spanien......
    EU ADE !!!!!!! Hoffentlich !!!!!

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