Euro-Krise: Samaras beißt bei Merkel auf Granit

Euro-Krise
Samaras beißt bei Merkel auf Granit

Der griechische Premier wirbt „um Luft zum Atmen“ für sein Land. Doch mit der Bitte um eine zeitliche Streckung der Reformauflagen kommt der stolze Grieche bei Kanzlerin Angela Merkel in Berlin nicht an. Vorerst nicht.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat nach ihrem Gespräch mit dem griechischen Premier Antonis Samaras klargestellt, dass das Krisenland derzeit keine Erleichterung oder Streckung seiner Sparauflagen erwarten kann. Vor jeder Entscheidung müsse der für Mitte September erwartete Troika-Bericht vorliegen.

Merkel lobte in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Samaras zunächst den Reformwillen der neuen Regierung. Sie sei nun „zutiefst überzeugt, dass neue Regierung Samaras alles tun wird, um die anstehenden Probleme zu lösen“. Um das Vertrauen in den Euro wieder zurück zu gewinnen müssten nun Erwartungen erfüllt werden: Athen muss Taten liefern, die Troika eine belastbare Basis dafür abgeben.

„Darum warten wir den Bericht der Troika ab“, sagte Merkel. Dies sei auch die Position des französischen Präsidenten François Hollande. Sie bleibe aber bei ihrer Überzeugung, betonte die Kanzlerin: „Griechenland gehört zur Euro-Zone - und wird in der Euro-Zone bleiben.“

Samaras nahm den Ball auf und erklärte selbstbewusst, dass der Troika-Bericht die Fähigkeit der Regierung bestätigen werden „schon bald Ergebnisse zu liefern“. Derzeit seien für ihn nur drei Punkte wichtig: „Wir werden Ergebnisse erzielen. Wir bauen gleichzeitig das Etat- und das Glaubwürdigkeitsdefizit ab. Und der Aufschwung unserer Wirtschaft ist extrem wichtig, um diese Ziele erreichen zu können.“

Samaras betonte, sein Land werde sehr bald den Verpflichtungen nachkommen. „Wir sind ein sehr stolzes Volk, und wir mögen nicht, von geliehenem Geld abhängig zu sein.“ Griechenland habe enorme, leider brachliegende Ressourcen, sagte Samaras weiter. Sein Land benötige Chancen zum Wachstum. Aber Griechenland wolle nicht mehr Geld. „Wir brauchen Zeit zum Atmen“.

Merkel und Samaras führten nach der Pressekonferenz noch ein 45-minütiges Vieraugen-Gespräch. Am Samstag trifft Samaras in Paris mit Präsident Hollande zusammentreffen.

Kommentare zu " Euro-Krise: Samaras beißt bei Merkel auf Granit"

Alle Kommentare
  • Stolz am A**** - von Stolz kann man sich nichts kaufen und auch keine Staatsschulden begleichen.

  • ..bitte Angie, steck es den südländischen Machos:
    Dummheit und Stolz wachsen auf dem gleichen Holz.

  • Stolze Griechen ......!
    Stolze Spanier .......!
    Stolze ...überall!
    Devote- Kotau-Kantonisten...nur in Deutschland (BRD)!
    Stolz wo bist DU?

  • Man versteht's nicht so richtig:
    1. Samaras will mehr Zeit - z.B., um die geforderten 30.000 von insgesamt 700.000 Staatsbediensteten abzubauen. Na sowas, wieso geht das nicht in der vereinbarten Zeit?
    2. ".. die Troika werde schon bald Ergebnisse liefern" - hoffentlich hat er nicht vor, die Leute zu bestechen. Irgendwie kann ich mich erinnern, daß sich die Troika zunächst sehr skeptisch, später dann aber zuversichtlich gezeigt hat. Ein Deal mit Samaras könnte das schon eine Erklärung sein.
    3. ".. beißt bei Merkel auf Granit" - oje, ich will kein Unglücksprophet sein, aber ich wette um ein kleines Bier, daß Merkel einbricht. Es verging noch kein Treffen der Euro-Funktionäre, ohne daß unsere Merkel entscheidende Zugeständnisse gemacht hätte.
    Persönlich mag ich's am liebsten, wenn keine Gipfel sind oder sie sonst nix sagt. Dabei redet sie dann nämlich nie Unsinn zu unser aller Ungunsten.

  • Wieso fordert keiner von Samaras, das endlich die steuerhinterziehenden Milliardäre, Millionäre im Knast landen - liebe Frau Merkel? Das die Inhaftierungen quasie als - Alternative für sonstige ausbleibenden Erfolgsmeldungen an die EZB, IWF, sowie alle anderen Nettozahlern (auch an uns Bundesbürgern) weitergeleitet werden! Das schafft Vertrauen - das die Griechen, und auch Sie Frau Merkel es Ernst meinen! Oder geht das unseren Klientel Politikern aus CDU und FDP dann doch deutlich zu Lasten Ihrer "Freunde"? Nur zur Vollszändigkeithalber - die SPD/Grünen-Chaoten mit Ihrer EURO-Sozialromantik sind schon lange nicht mehr Ernst zu nehmen! Alle sonstigen - demokratisch motivierten Menschen - bitte ich traut Euch bei der kommenden Bundestagswahl anzutreten - WIR warten auf EUCH! Denn so kann es nicht weitergehen!

  • Die Griechen sind zu stolz Steuern zu zahlen, und ihre Finanzbeamten sind zu stolz, ohne Fakelaki in die Hufe zu kommen - nämlich keine Steuern einzutreiben. Wenn sie nämlich Steuern eintreiben würden, gäbe es keine Fakelaki mehr für die stolzen gierischen Beamten. Es ist der griechische Stolz, der sie am Erfolg hindert. Sie sind einfach zu sehr mit ihrem Stolz beschäftigt, er frisst sie gewissermaßen auf, und nagt an ihrem Selbstwertgefühl, weil sie außer mit stolzgeschwellter Brust wie die stolzen Gockel zu flanieren, nichts anderes mehr auf die Reihe bekommen. Stolz ist also so ziemlich das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Am schlimmsten ist der kollektive Stolz, der sich dermaßen potenziert einfach nur destruktiv bemerkbar machen kann. Stolz hat also durchaus seinen Preis. Nur sollten wir ihn nicht bezahlen müssen, nicht wahr Herr Samaras - sie sind doch so ein stolzer Grieche, gell?!?!

  • Wieso haben denn die Griechen die Hilfen aus Deutschland zum Aufbau funktionierender Steuerbehörten in Griechenland dankend abgelehnt?

  • Mhm ein stolzes Volk. Dann hätte das stolze Volk mal Steuern zahlen müssen. Die Idee das griechische Millionäre für die Staatsschulden aufkommen finde ich nicht so schlecht ;-)

  • Zum Glück
    Ist nächstes Jahr Bundestagswahl, ansonsten hätte die Merkelin schon längst ugesagt!

  • Alles Loser, die Politiker mit den (billigen) baby-blauen Krawatten: Papandreou, Samaras, Westerwelle, Monti, Rajoy, Draghi, Barroso und sogar Obama! Diese Fetzen gelten als Menetekel ihres Versagens. Haben die keine Performance-Berater?

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