Euro-Krise

Sarkozy hält Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede

In einer Grundsatzrede hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy seine Landsleute auf harte Zeiten vorbereitet. Gleichzeitig beschwor er die Allianz mit Deutschland und rief dazu auf, Europa neu zu überdenken.
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Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Quelle: AFP

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy.

(Foto: AFP)

ToulonFrankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat energische Reformen in der Euro-Zone und in Frankreich gefordert. In einer Grundsatzrede in Toulon bereitete der Präsident die Franzosen auf weitere Sozialreformen sowie Einschnitte im öffentlichen Sektor vor. „Frankreich muss die Zweifel beseitigen, dass es seine Schuldenlast tragen kann“, sagte er.

Er sei entschlossen, den Franzosen in aller Deutlichkeit den Ernst der Lage nahezubringen. Die Einführung der 35-Stunden-Woche und die Verkürzung der Lebensarbeitszeit seien schwere Fehler gewesen, deren Konsequenzen Frankreich heute zu zahlen habe. Es habe die Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, betonte Sarkozy in der landesweit im Fernsehen übertragenen Rede.

Zugleich warnte Sarkozy aber vor einer zu rigiden Sparpolitik, die in eine Rezession führen könne. Frankreich müsse stattdessen durch Arbeit, Einsatz und Kostendisziplin auf die Krise reagieren. Sarkozy gab bekannt, dass er am Montag in Paris gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Details eines Rettungsplanes für die Euro-Krise präsentieren will. Paris und Berlin dringen auf zügige Änderungen der EU-Verträge für eine strengere Überwachung der Euro-Stabilitätsregeln. Europa müsse neu überdacht werden, betonte Sarkozy in der Grundsatzrede zur Zukunft der EU. Dazu gehöre auch der Schengen-Vertrag über die grenzenlose europäische Mobilität.

Er bekräftigte die Notwendigkeit eines engen Schulterschlusses mit Deutschland. An einem starken Euro führe kein Weg vorbei, es müsse aber in Europa eine stärkere Solidarität geben, bei der auch die Europäische Zentralbank (EZB) eine tragende Rolle spielt. Er sei sicher, dass die EZB angesichts der Gefahr einer Deflation in Europa reagieren werde. Sarkozy betonte zugleich die Unabhängigkeit der EZB. „Die EZB ist unabhängig, sie wird es bleiben“. Das sei aber nur möglich mit einer stärkeren Haushaltsdisziplin sowie automatischen Sanktionen. „Jedes Euro-Land muss eine Goldene Regel haben“ - sie soll einen ausgeglichenen Haushalt als Verfassungsziel festschreiben.

Deutsch-französisches Paar
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48 Kommentare zu "Euro-Krise: Sarkozy hält Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede"

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  • @ForzaEURO

    Woher nehmen sie eigentlich diesen Opptimismus.

    Tatsache ist, der Euro bleibt nur stabil, wenn es Vertragsveränderungen gibt. Aber werden die Nehmerländer diesen Änderungen zustimmen? Wohl kaum und in einigen Ländern muß es sicher auch eine Volksbefragung geben. Zudem ist es sehr kritisch Macht auf einer demokratisch nicht legitimierte Ebene zu heben und auch verfassungsrechtlich bedenklich. Nein, ich denke bald wird man erkennen, dass es mehr Sinn macht nationale Währungen einzuführen, um einen natürlichen Ausgleich durch Auf- und Abwertungen zu haben. Eigentlich ist das System genial. Lahmt die Produktivität z.B. in Greichenland, dann wertet es ab, dadurch werden deren Produkte billiger und mehr Urlauber kommen.

  • Was eignet sich wohl immer am besten um volksfeindliche politische Interessen durchzusetzen die niemals Zuspruch in der Bevölkerung finden würden?
    Richtig, man inszeniert ein schreckliches Ereignis, versetzt Menschen in tägliche Angst und Panik und wenn der Bürger in seiner Verzweiflung nicht mehr weiter weiss und sich der Ohnmacht nahe fühlt, präsentiert man urplötzlich die Lösung aller Probleme.
    Gibt es Hinweise darauf dass diese EU-Krise so gewollt ist?
    oder wie kann es möglich sein dass man ganz bewusst marode Staaten in eine Union geführt hat im Wissen dass diese alles ins wanken bringen könnten?

    Wie ist es möglich dass Entscheidungen auf politischer Ebene vom grössten Dummkopf unter dem Fussvolk hätte negativ vorhergesagt werden können, während die Politik sich mit ihren “Experten” in Unwissenheit und Unschuld badet?
    mehr unter http://www.newsbote.com

  • @alfman1961
    Mir sind alle Begriffe geläufig. Und jetzt? Was wollen Sie denn eigentlich sagen? Haben Sie eine Lösung? Dann lassen Sie uns doch an Ihren Ideen teilhaben.

  • realitätsverweigerer!
    solide haushaltspolitik? weil das jährliche schuldenmachen etwas geringer als im vorjahr ausfällt? das nenne ich vernebelungstaktik. und wofür? damit dieses kranke und undemokratische system ein paar monate länger existiert!?
    investieren sie etwas zeit in ihre eigene bildung und suchen sie nach begriffen wie "geldschöpfung", "zinseszins", und auch "fractional reserve banking".
    sie werden überrascht sein!

  • Um es zu präzsieren: Neid hat viele Gesichter
    Poltik ist und bleibt die vulgärste Form von Neid.

  • @Klöckner Humboldt Deutz

    Ihre Argumentation wirkt nicht nur stichhaltig, sondern überdies logisch und durchaus nachvollziehbar.
    Um es aus hiesiger sicht auf den Punkt zu bringen: es gab nichteinmal so etwas wie eine Reaktion auf die beginnende EURO- oder Schuldenkrise.
    Die hatten Analysten und auf die hatten die sich verlassen.
    Das Problem liegt imao tiefer, weitaus tiefer.

  • Jeder Vertrag ist so gut wie er eingehalten wird. Der Bruch völkerrechtliche Verträge in der EU und in der EURO Union wurden mehrfach ignoriert, umgangen und gebrochen. Neue Verträge können genau aus diesem Grund kein Vertrauen am Kapitalmarkt bringen. Die Fixierung auf neue Verträge ist ein bewusstes Ablenkungsmanöver und auf eine absichtliche
    Täuschung der Investoren ausgerichtet..
    Wenn der ernsthafte Wille in der EURO Union bestanden hätte, Staatsdefizite und Schulden abzubauen, hätten alle EURO Staaten spätestens mit Beginn der Krise um Griechenland mit dem Abbau der Defizite und Schulden beginnen können - z.B. über Privatisierung von Staatsvermögen und Abbau der Bürokratie.
    Allerspätestens nach der notwendigen Rettung Portugals hätte es allen EURO Staaten bewusst werden können, dass jetzt ebenso wie zu Beginn der Währungsunion, als alle Staaten in der gleichen Währung niedrige Zinsen genossen, der Zeitpunkt gekommen war, dass man die EURO Union wieder als ein ganzes Währungsgebiet sieht, diesmal mit umgekehrten Vorzeichen.
    Die Reaktion auf die beginnende EURO- oder Schuldenkrise war nur ein reines Ausschaltungsmanöver von Marktmechanismen des Kapitalmarktes, die die Krise eher verschlimmerte, da die eigentlichen Auslöser der Krise wissentlich oder auch einfach nur die Beschäftigung mit den Ursachen negierend und mit einer gewissen Arroganz wie es Politiker in diesen Machtpositionen gewohnt sind, damit nicht eliminiert wurden.
    Vertrauen ist für die Kapitalmärkte wichtig, das sollte die Politik zumindest gelernt haben. Sie aber mit Täuschungsmanövern für dumm zu verkaufen, wird nicht funktionieren, dafür sind die Akteure eine Tick cleverer als die Politiker, die nur auf simple Rosstäuschung zum Stimmenfang bei einfachen Wählergemütern konditioniert sind.

  • bereits vor monaten hatten wir Ihnen diese Lektüreempfehlung gegeben.
    und was haben Sie daraus gemacht?
    Dumpfmeister.

    Sry für so einen scheiß haben wir einfach keine weitere zeit mehr.

  • und Sie wollen nicht lernen: weder haben Sie ihren Locke gelesen noch Ihren Hobbes´.
    Zecke: Sie benehmen sich wie ein altes Warzenschwein.
    Ist ja nicht schlimm alt zu sein.
    Aber Warzenschwein: das ist einfach unter aller Sau!

  • zecke - wir hatten schon auf einen schwachkopf wie Sie gewartet - sry, 4 inconvenience.

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