Euro-Krise
Schäuble kennt mit Athen kein Pardon

Auf keinen Fall dürfe Athen ein „Fass ohne Boden“ werden. Darum ruft Bundesfinanzminister Schäuble Griechenland erneut zu Sparbemühungen auf. Währenddessen warnt Ökonom Hans-Werner Sinn vor der ultimativen Katastrophe.
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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) setzt Griechenland unter Druck, die Reformverpflichtungen einzuhalten. Nur wenn das Land seinen Zusagen nachkomme, werde die nächste Tranche der Kredite ausgezahlt, sagte der Minister am Montag im RBB-Inforadio. Vor dem Athen-Besuch der Bundeskanzlerin am Dienstag fordert der CSU-Finanzpolitiker Hans Michelbach kreativere Lösungen für Griechenland. Wirtschaftsexperte Hans-Werner Sinn legt dem Land erneut den Euroaustritt nahe.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) reist am Dienstag für einen Tag nach Athen. Im Mittelpunkt steht der Austausch mit dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras. Dieser hofft auf finanzielle Erleichterungen für sein Land. Die Gewerkschaften des Landes kündigten bereits Proteste gegen die Bundeskanzlerin an, deren Vorgehen in der Euro-Krise in Teilen der griechischen Bevölkerung heftig kritisiert wird.

Schäuble warnte vor unbegrenzten Hilfszusagen. „Wir wollen Griechenland helfen, eine leistungsfähige Verwaltung aufzubauen, eine leistungsfähige Wirtschaft aufzubauen, aber irgendwann muss Griechenland auf eigene Beine kommen. In ein Fass ohne Boden ist jede Hilfe vergeblich“, sagte er. Auf die Frage, ob er ein drittes Hilfspaket für Griechenland ausschließe, antwortete er ausweichend. Griechenland müsse seinen Verpflichtungen nachkommen, es gehe schon um beachtliche Summen, sagte Schäuble.

„Die Wahrheit ist, dass für Griechenland kein Weg daran vorbei führt, seine Wirtschaft, seine Finanzen so in Ordnung zu bringen, dass es wenigstens ab 2020 in der Lage ist, sich an den Finanzmärkten für erträgliche Zinsen zu refinanzieren“, sagte Schäuble weiter.

CSU-Chef Horst Seehofer erwartet, dass Merkel in Athen den Kurs seiner Partei in der Euro-Schuldenkrise berücksichtigt. „Sie wird ganz in unserem Sinne in Griechenland auftreten. Das kann ich Ihnen sehr verbindlich sagen“, sagte er in München.

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Troika zu einfallslos

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  • @alle
    Könnt Ihr Euch noch an das Europa erinnern VOR dem Euro? Wir waren alle neugierig aufeinander. Die Toleranz war groß, man begrüßte einander gern als Gäste. Man verbrachte die Ferien mal hier und mal da in Europa und genoss die Unterschiedlichkeit. Alle waren freundlich zueinander. Auch wir Deutsche waren als Gäste gern gesehen und geachtet.
    Ach Mensch, war das damals schön.
    Und heute, NACH der Einführung des unglückseligen Euro?
    Überall Mistrauen, Missachten, Intoleranz, sogar Hass.
    Die Freundlichkeit wich dem Argwohn.
    Und wir Deutsche sind nur als zahlende Gäste willkommen, nicht mehr als Freunde.
    Was für eine SCH…-Währung.

  • Das ist wieder mal typisch deutsch,

    Wer wollte den Europa ? Kohl. Und wer hat ihn 16 jahre gewählt ? D.
    Tatsache ist, Deutsche können nicht auf die Barriken gehen und die Geschichte ändern, sie lassen alles auf sich zukommen, bis es wieder einmal zu spät ist....(Geschichte)

  • Würde Griechenland seine Reeder stärker besteuern wollen, da könnten die dagegen vor dem EuGH klagen. Denn EU-Recht schütz die Tonnagegewinnermittlung (Tonnagesteuer). Deutschland ist einer der großen Befürworter dieser legalen Umgehung einer vernünftigen Ertragssteuer. Aber wie schon gesagt, die Millionäre muss man hegen und pflegen.

    Die griechischen Millionäre kaufen dann überteuerte Immobilien in Berlin und München, wovon dann auch die deutsche Oberschicht profitiert. So schließt sich der Kreis wieder und das Geld fleißt stetig von unten nach oben, die Umverteilung zu den Reichsten könnte nicht besser ablaufen.

    http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2007/erste5116.pdf

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