Euro-Krise
Schwarzarbeit rettet Krisenländer vor freiem Fall

Griechenland und Spanien sind bekannt dafür, dass viele Geschäfte unter der Hand laufen. Die Krise hat diese illegalen Geschäfte verstärkt. Doch gerade jetzt bewahrt der Schwarzmarkt die Länder vor dem totalen Absturz.
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Eine Viertelstunde lang hat Matheos unter der Spüle geschraubt, dann meldet er stolz: "Alles dicht!" 50 Euro verlangt der Installateur für den kurzen Besuch, aber als er nach der Quittung gefragt wird, verzieht er das Gesicht, als habe er in eine Zitrone gebissen: Dann werde es doch nur noch teurer, klagt Matheos, außerdem habe er gar keinen Quittungsblock dabei. So ähnlich verlaufen die meisten griechischen Handwerkerbesuche.

Nach einer Studie der Universität von Chicago verheimlichen die griechischen Selbstständigen dem Fiskus pro Jahr Einnahmen von 28 Milliarden Euro. Der Staat verliert dadurch Steuereinnahmen von 11,2 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa dem Betrag, den das Land in den beiden kommenden Jahren mit dem derzeit diskutierten Sparpaket einsparen muss. Der Kellner in der Taverne bedient die Gäste schwarz, die Friseurin schneidet in ihrem Wohnzimmer die Haare der Nachbarinnen, der Mechaniker repariert den kaputten Stoßdämpfer ohne Rechnung: Die Länder Südeuropas sind dafür bekannt, dass viele Geschäfte unter der Hand abgewickelt werden. Im Norden gilt das gemeinhin als Ausdruck mediterraner Schlitzohrigkeit - und die schlechte Steuermoral als eine der Hauptursachen der Schuldenmalaise in der Euro-Zone.

In der derzeit im Süden wütenden Rezession sind es aber genau diese Geschäfte, die einen noch verheerenderen Absturz der Länder verhindern. "Die Schattenwirtschaft federt die Folgen der Krise deutlich ab", sagt Friedrich Schneider, Professor an der Universität Linz und international führender Forscher auf dem Gebiet. Der informelle Sektor dient als unsichtbares Auffangnetz für die Verlierer der Krise - und stützt zugleich die strauchelnden Volkswirtschaften. Nach Schneiders Berechnungen macht die Schattenwirtschaft in Deutschland 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus, in Spanien aber mehr als 19 Prozent und in Griechenland sogar 24 Prozent. Aber dort kommen viele Menschen ohne Schwarzarbeit gar nicht mehr über die Runden.

Kommentare zu " Euro-Krise: Schwarzarbeit rettet Krisenländer vor freiem Fall"

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  • Schwarzarbeit ist Widerstand im Sinne des § 20 nach GG und völlig gewaltfrei. Also die einzig adäquate Form des Protests, bei der niemand zu Schaden kommt.

    Steuerboykott gegen diese korruptten Regierungen.Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, bräuchten wir alle KEINE STEUERN zu bezahlen.

    Das Verschweigen dieser Tatsache ist der wirkliche Steuerbetrug. Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

    Der Euro ist das Instrument dazu.

    Die Politiker fürchten den Zusammenbruch des jetzigen Geldsystems wie der Teufel das Weihwasser. Aus gutem Grund. Ist nämlich erst mal das Geldschöpfungsmonopol von den Privatbanken zum Staat gewandert, bräuchten wir alle keine Steuern mehr zu bezahlen.

    Diese Umstellung auf ein anderes Geldsystem wäre für die Menschheit so enorm wichtig, bedeutet es doch eine Abkehr von Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und sinnloser Kriege.
    Wir könnten dann nämlich mit unserem Geld eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

    Über diese Tatsache traut sich niemand sprechen, schon gar nicht, wenn er ein von Banken abhängiger Politiker ist.

  • Nachsatz:
    Schwarzarbeit und Schwarzhandel bedeutet immer, dass das Volk bereit ist zu arbeiten und und für sich selbst zu sorgen, wenn der Staat versagt. Es ist die für den kleinen Mann effektivste Art der Arbeit. Sie kann letzlich nur durch ein gerechtes System verhindert werden.

  • Das BIP der Südstaaten ist zu niedrig ausgewiesen, da die Schwarzarbeit einen großen Teil ausmacht. Das bedeutet auch, dass die Beitragszahlungen an die EU, den IWF... (die auf das offizielle BIP basieren) zu niedrig sind, im Vergleich zu den Nordstaaten (die mit weniger Schwarzarbeit und deshalb höherem BIP). Also eine verdeckte Transferleistung an den Süden. Die Steuerzahler der Nordstaaten haben bei Schwarzarbeit drakonische Strafen zu fürchten, der Anteil der Wohnimmobilienbesitzer in Ita, Gri, Por, Spa ist fast doppelt so hoch wie in Deutschland.
    Italiens Reiche besitzen riesige Privatvermögen, die reichen spanier, Griechen.... betreiben Kapitalflucht.
    Der Steuerzahler in den Nordstaaten finanziert hintenrum die Steuerfreiheit griechischer Reeder, die Immobilien der Südstaaten, und schützt die Reichen in den clubMed-Staaten davor, dass diese etwas bluten müssen.
    Der Euro ist eine Falle, aber auch ein Herrschaftsinstrrument, um Arme ärmer werden zu lassen und Reiche reicher.

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