Euro-Krise
Spanien in äußerst heikler Phase

Die Skepsis der Märkte an Spaniens Sparmaßnahmen bekommt das Land zu spüren. Die Zinsen für kurzfristige Staatsanleihen verdoppelten sich beinahe. Haushaltsminister Montoro bezeichnet sein Land als „extrem anfällig“.
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MadridSpanien sieht sich in der Euro-Krise in einer „äußerst heiklen“ Phase. Das Land sei derzeit „extrem anfällig“, sagte Haushaltsminister Cristobal Montoro am Dienstag bei den Haushaltsberatungen vor dem Parlament in Madrid. An den Märkten bekam Madrid die Skepsis zu seinen Sparanstrengungen erneut zu spüren, die Zinsen für kurzfristige Staatsanleihen verdoppelten sich annähernd.

Der Haushalt 2012, der massive Einschnitte vorsieht, ziele darauf, „das Vertrauen gegenüber der spanischen Gesellschaft zurückzuholen, das Vertrauen unserer europäischen Partner gegenüber Spanien“, sagte Montoro. Der Haushalt sei der mit den größten Einsparungen seit dem Ende der Diktatur in Spanien. Er beinhalte das, „was nötig ist, damit Spanien diese Krisensituation überwindet“.

Madrid hat zugesichert, sein Haushaltsdefizit von 8,5 Prozent Ende 2011 auf 5,3 Prozent in diesem Jahr zu senken. 2013 soll dann die EU-Defizitgrenze von drei Prozent erreicht werden. Spanien ist gerade erst erneut in die Rezession abgerutscht. Nach Angaben der Zentralbank schrumpfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, als das Minus bereits bei 0,3 Prozent gelegen hatte.

Auch wenn Spanien 2011 mit rund 68 Prozent der Wirtschaftsleistung eine in Europa relativ geringe Gesamtverschuldung hatte, bekam das Land das Misstrauen der Märkte am Dienstag erneut zu spüren. Bei der Ausgabe kurzfristiger Staatsanleihen im Wert von 1,93 Milliarden Euro verdoppelten sich die Zinsen, die Madrid an Anleger zahlen muss, gegenüber einer vergleichbaren Ausgabe Ende März praktisch:

Für dreimonatige Schuldverschreibungen zahlt Spanien demnach nun 0,634 Prozent Zinsen (zuvor: 0,381 Prozent), wie die Zentralbank mitteilte. Für sechsmonatige Papiere waren es 1,580 Prozent (zuvor: 0,836 Prozent).

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Klar, wir sind schuld! Wer sonst? Wieviel Entschädigung sollen wir zahlen?

  • Wir sind schon lange mitten drin im Strudel, siehe Target2 Salden. Die liegen inzwischen deutlich über 600 Milliarden und steigen weiter, das Geld sehen wir niemals und trotzdem kaufen die PIIGS munter weiter auf Kredit.

  • Die PIIGS Staaten haben keine Chance. Wir beuten diese mittels Export bei festen Wechselkursen (Euro) wirtschafltich aus bis aufs Blut.

    Seht ein, dass wir kein Recht haben die PIIGS immerfort auszubeuten. Lasst von Ihnen ab. Gebt ihnen freie Wechselkurse auf dass sie sich durch Abwertung vor unserer Gier schützen können.

    Seid Ihr weiter Uneinsichtig, gibt es ein böses Erwachen. Europa würde auseinanderbrechen. Es würde das Gegenteil erreicht, was von Euch beabsichtig war. Auch wir würden in den Strudel hineingezogen und wirtschaftlich untergehen.

    Haltet ein und kehrt um auf Eurem Irreweg der Eurorettung.

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