Euro-Krise
Spanien verlässt die Intensivstation

Als erstes Land steigt Spanien aus dem Hilfsprogramm der Euro-Länder aus und finanziert sich künftig wieder vollständig am Markt. Auf der iberischen Halbinsel scheint die Trendwende geschafft zu sein.
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MadridDie Euro-Gruppe wird Spanien bei ihrem morgigen Treffen mit einigen mahnenden Worten, aber auch mit Glückwünschen von der Intensivstation entlassen. Das steht bereits so gut wie fest. „Das (spanische Kredit-)Programm läuft in einem Monat aus und alle, einschließlich der spanischen Regierung, haben Vertrauen. Neue Finanzhilfen sind nicht nötig“, erklärte diese Woche ESM-Chef Klaus Regling in einem Interview mit einer spanischen Zeitung. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem und EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn hatten sich zuvor ähnlich positiv geäußert.

Gut anderthalb Jahre ist es her, dass die der Fusion von sieben Sparkassen hervorgegangene spanische Großbank Bankia beinahe unter ihren faulen Immobilienkrediten zusammenbrach und nur durch eine schnelle Verstaatlichung gerettet werden konnte. Der Finanzmarkt verlor das Vertrauen in den spanischen Bankensektor und in die Fähigkeit des Staates, die Banken ausreichend zu kapitalisieren: Spanien verlor den Zugang zu den Finanzmärkten und musste schließlich Finanzhilfe vom Euro-Rettungsschirm, damals noch der EFSF, beantragen.

Einen Kredit über maximal 100 Milliarden Euro bewilligten die Eurostaaten im Juli letzten Jahres, auszuzahlen an den spanischen Bankenrettungsfonds FROB und ausschließlich zu nutzen für die Sanierung des Bankensektors. Im Gegenzug musste Spanien seine Banken umfangreichen Bilanzprüfungen und Stresstests durch externe Wirtschaftsberater unterziehen lassen, seine Bankenaufsicht reformieren und eine Auffanggesellschaft für faule Immobilienkredite gründen, die Bad Bank Sareb.

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Die Banken haben wieder das Vertrauen des Marktes

Kommentare zu " Euro-Krise: Spanien verlässt die Intensivstation"

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  • Komisch- das erinnert mich an die ständigen Erfolgsberichte des "Neuen Deutschland" zur Planerfüllung in der DDR. Ende bekannt.

  • GOTT SEI DANK !

    Die Krise ist vorbei! Alles ist wieder gut.

    .... ud wenn sie nicht gestorben sind, dann lügen sie noch heute.

  • Das war die Sommersaison und ist nur dem Tourismus geschuldet. Die Zahlen fürs vierte Quartal werden anderes aussagen.

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