Euro-Krise
Spanien will mit Renten-Reform Milliarden sparen

Spanien will mit einer Rentenreform 33 Milliarden Euro einsparen. Das kommt den spanischen Rentnern teuer zu stehen: 2014 soll der Rentenanstieg klar unter der Inflationsrate liegen. Das könnte die Rentner verärgern.
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MadridDas hoch verschuldete Spanien will den Anstieg der Renten nicht mehr automatisch an die Inflationsrate koppeln und damit binnen zehn Jahren 33 Milliarden Euro einsparen. Ein Reformentwurf, den Reuters am Dienstag einsehen konnte, sieht für die Berechnung künftiger Anhebungen vielmehr eine komplexe Formel vor. Erstmals sollen dann unter anderem Faktoren wie die Zahl der Pensionäre und die Finanzlage der Sozialkassen berücksichtigt werden. Für 2014 und die Folgejahre ist damit lediglich ein Anstieg der Renten von mindestens 0,25 Prozent garantiert, was klar unter der erwarteten Inflationsrate von ein bis zwei Prozent liegt.

Die EU fordert von Spanien seit Jahren eine Rentenreform. Bislang hat sich Regierungschef Mariano Rajoy dem aber widersetzt, um die rund neun Millionen Rentner seines Landes nicht zu verärgern. Es wird erwartet, dass die Regierung die Reformpläne in den kommenden Wochen vorstellt und noch in diesem Jahr verabschiedet. Dadurch sollen bereits für 2014 die Rentenausgaben um 800 Millionen Euro sinken. Das soll Spanien helfen, sein hohes Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen, das von 6,5 Prozent 2013 über 5,8 Prozent 2014 auf 4,2 Prozent 2015 sinken und 2016 nur noch bei 2,8 Prozent liegen soll.

Eine zunächst erwogene schnellere Anhebung des Renteneintrittsalters von derzeit 65 auf dann 67 Jahre ließ Rajoy indes fallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Krise: Spanien will mit Renten-Reform Milliarden sparen"

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  • So so, Rechner, welchem Propaganda-Keller sind Sie ent-
    stiegen oder sind Sie extra abgestellt die Einheitsbrei-
    meinung der Blockparteien unter das Volk zu bringen?
    Gleichwohl haben Sie mich zum Schmunzeln gebracht.
    Immerhin haben Sie mit Ihrer Zahlen nachgewiesen, das
    die Spanier arbeiten gehen, was völlig unstrittig ist.
    Und gerechnet haben Sie auch selbst, wenn es hilft.
    Jetzt ein paar Fakten für Sie, durchaus zum Nachrechnen
    geeignet noch besser wäre Nachdenken, wenns möglich ist.
    Die EZB hat von Mai 2010-Anfang 2012 für über 220 Mrd.
    €uro Staatsanleihen der Südländer, Spanien an der Spitze, gekauft. Sonst wäre Spanien pleite. Alle bekommen Finanz-
    hilfen ihrer europäischen Partnerländer und des IWF.
    Der größte Empfänger in absoluten Zahlen war Spanien.
    Es erhielt 41 Mrd. über den ESFM, ESM u.a., und per Sal
    do 270 Mrd. vom EZB-System, in der Summe 30% seines BP.
    Entwicklung Staatsverschuldung zum BIP in Spanien
    2012 84,2% Arbeitslosenquote 24,4%
    2013 91,3% Jugend-AL-Quote 50,5%
    2014 96,8%
    (siehe Zahlen bei de.statista.com)
    Das Renteneintrittsalter wollte man in Spanien von 65
    auf 67 Jahre anheben - davon hat die Regierung wieder
    Abstand genommen. Zur Überwindung Ihrer Irritationen
    eine Empfehlung, lesen Sie doch einfach mal das Gutach-
    ten vom IFO-Institut München "Verantwortung der Staaten
    und Notenbanken in der Eurokrise".
    Zum Schluss ein Spruch für Sie " Dem Toren ist die
    Torheit eine Freude!" (Sprüche Salomos 15,17).


  • Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu. Allerdings war in meinem Beitrag von der impliziten Verschuldung und nicht von der explizite ausgewiesenen Verschuldung die Rede.

  • 'finfan' sagt
    --------------------
    Wieder so ein Märchen, das dem deutschen Michel erzählt
    wird, damit er bereitwillig seine Brieftasche öffnet, weil es dem ach so armen spanischen (nein europäischem) Rentner
    bitterlich schlecht geht.
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    Selten so einen Unsinn gehört.

    Die Rentenreform wird in Angriff genommen, damit es NICHT erforderlich ist, daß der deutsche Michel seine Brieftasche öffnet.

    +++

    'finfan' sagt
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    Wusste gar nicht, das die spanischen Renten an die Inflationsrate gekoppelt sind.
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    Es gibt so viel, das Sie nicht wissen.

    Da kommt es auf ein bißchen mehr auch nicht mehr an.

    +++

    'finfan' sagt
    --------------------
    Ist doch eine feine Sache, wenn andere dieses finanzieren.
    --------------------

    WENN.

    Bloß finanzieren das andere eben nicht.

    +++

    'finfan' sagt
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    Nein, diese "Rentenreform" ist in Spanien überhaupt nicht durchsetztbar und das wissen die Politiker auch!
    --------------------

    Selten so gelacht.

    Wie kommt es nur, daß in Spanien Reformen des Arbeutsmarkts und der Sozialgesetzgebung möglich waren, die die Wettbewerbsfähigkeit der spanischen Wirtschaft entscheidend verbessert haben?

    Spanien Außenwirtschaftsbilanz letzte 12 Monate bis

    Mär 2011 : -23 Mrd
    Jun 2011 : -17 Mrd
    Sep 2011 : -13 Mrd
    Dez 2011 : -8 Mrd
    Mär 2012 : -5 Mrd
    Jun 2012 : -2 Mrd
    Sep 2012 : +3 Mrd
    Dez 2012 : +11 Mrd
    Mär 2013 : +19 Mrd
    Jun 2013 : +23 Mrd

    *Außenwirtschaftssbilanz = Dienstleistungsbilanz + Handelsbilanz

    (Quelle: eurostat und eigene Berechnungen basierend auf Zahlen von eurostat)

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