Euro-Krise
„Spaniens Tür zum Markt ist zu“

Nun gesteht auch Finanzminister Montoro offen ein, dass Spanien faktisch von den Finanzmärkten abgeschnitten ist. Das treibt die Spekulation über eine weitere Eskalation der Krise an - und setzt G7 sowie EZB unter Druck.
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Madrid/BerlinSpanien hat offen Probleme bei der Refinanzierung über die Finanzmärkte eingeräumt und so die Spekulation über eine weitere Eskalation der Krise angeheizt. Die Märkte seien zu den derzeitigen Zinsen de facto für Spanien nicht mehr zugänglich, sagte Finanzminister Cristobal Montoro dem Radiosender Onda Cero. Dieses Eingeständnis drückte den Euro und sorgte für neue Verluste an den Aktienmärkten.

Finanzprofis setzten ihre Hoffnungen auf neue Schritte der führenden Industrieländer G7 und der Europäischen Zentralbank (EZB). Die G7 wollten Kreisen zufolge in einer Telefonkonferenz zur Krise ihr weiteres Vorgehen abstimmen. Teilnehmen sollten nach Angaben Kanadas Finanzminister und führende Zentralbankvertreter aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Kanada. Die EZB berät am Mittwoch über die Geldpolitik in der Euro-Zone. In der Gruppe der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gibt es Bestrebungen, Deutschland und andere finanzstarke Länder zu mehr Wachstumsimpulsen zu bewegen, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr.

„Der Risikoaufschlag bedeutet, für Spanien ist die Tür zum Markt geschlossen“, sagte Montoro. „Der Risikoaufschlag sagt, dass wir als Staat ein Problem haben, den Markt anzuzapfen, wenn wir unsere Schulden refinanzieren müssen.“ Weder Deutschland noch Frankreich hätten das Land gedrängt, einen Antrag für internationale Hilfen zu stellen, sagte er zudem und dementierte damit anderslautende Presseberichte. Der nächste Härtetest steht für Spanien voraussichtlich am Donnerstag an: Das Land will durch den Verkauf von neuen Anleihen bis zu zwei Milliarden Euro aufnehmen.

Kommentare zu " Euro-Krise: „Spaniens Tür zum Markt ist zu“"

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  • Natürlich war der Finanzgau schon längst publik, ich verweise auf meinen post von vor 14 Tagen!

    Dr. Leineweber am 25.05.2012 22:26 Uhr in der FAZ:

    "Gestatten mein Name ist Bond, James Bond ...ääähh Hollande Bond", das war der Abgesang auf die Eurozone.

    Nun der Beweis: Eine Währungsreform ist im Bundfuture bereits eingepreist. Die Zinsdifferenz beträgt nun zwischen 400 und 500 Basispunkte, der höchste spread aller Zeiten.
    Die Kapitalflucht nach Deutschland ist indes nur eine Seite der Medaille, weil bereits aus ganz Europa die Kapitalflucht eingesetzt hat. Aus Aktien und Fonds werden Gelder nach Asien und USA repatriiert. Abzulesen ist dies am Euro, der in Kürze 1,20 erreichen wird. Mittelfristig wird die Kapitalflucht aus Europa in einer schweren Rezession die Eurozone enden.
    Leider sind diskutierte Maßnahmen wie Eurobonds nur der letzte Schritt gewesen, um Investoren aus Europa endgültig davon zu jagen. Mit der Koppelung des Fiskalpakts an weitere Schuldenmaßnahmen in Form von "Wachstumsmaßnahmen", ist die letzte Bastion der Glaubwürdigkeit gefallen. Als internationaler Investor, Araber oder Chinese hätte ich den Untergang Europas längst abgehakt. Hollande hat den allerletzten Rest der Glaubwürdigkeit verspielt.
    Finanzmarkttechnisch nach 14 Tagen eigentlich kalter Kaffee, in Wahrheit erst heute hochbrisant. Wieso eigentlich ?

  • Das mit der Lohnstruktur...erklären Sie das mal einem Franzosen

  • Das sehe ich genauso - aber was hilft es uns Bürger? gar nichts!!!! Es muss dringend was NEUES her. Wäre an der Zeit für eine neue Partei mit den entsprechenden intelligenten Köpfen. Das, was derzeit in Berlin "herumsitzt" ist mehr als untauglich. Ein absoluter Kindergarten!

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