Euro-Krise IWF-Fonds soll Krisenländer stützen

Vor dem heutigen Treffen von Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Sarkozy werden die Pläne zur Euro-Rettung immer konkreter. Eine Schlüsselrolle soll dabei offenbar der Internationale Währungsfonds spielen.
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Die Direktorin des Internationalen Waehrungsfonds (IWF), Christine Lagarde. Quelle: dapd

Die Direktorin des Internationalen Waehrungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

(Foto: dapd)

BrüsselDie US-Notenbank Federal Reserve ist einem Medienbericht zufolge zusammen mit den 17 Zentralbanken der Euro-Zone bereit, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Geld für krisengeschüttelte Euro-Länder zur Verfügung zu stellen. Die Zeitung „Die Welt“ (Montagausgabe) berichtet vorab unter Berufung auf verhandlungsnahe Kreise, dass die Zentralbanken der Euro-Zone einen dreistelligen Milliardenbetrag in einen Spezialfonds einzahlen sollten, aus dem dann Programme für Krisenländer finanziert würden. Auch die Fed erwäge, einen Teil der Kosten zu finanzieren.

US-Finanzminister Tim Geithner wird demnach diese Woche nach Europa kommen, um sich mit führenden Politikern und Notenbankern zu treffen. Ein solcher Rettungsfonds könnte ein Bestandteil der Pläne werden, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Montag in Paris besprechen wollen.

In Brüssel haben Diskussionen über die Summe möglicher Hilfen des IWF für klamme Euro-Länder begonnen. Auf Arbeitsebene werde darüber beraten, wie Zentralbanken der Eurozone dem Fonds dafür Kredite zur Verfügung stellen können, sagten Euro-Zonen-Vertreter am Wochenende in Brüssel. Bisher werde aber noch nicht über Größenordnungen gesprochen. „Deshalb sind sämtliche Zahlen im Moment reine Spekulation“, sagte ein hochrangiger Teilnehmer der Gespräche. Auf der Suche nach einem wirksamen Schutz für große Euro-Länder wie Italien und Spanien zieht die Euro-Zone ein stärkeres Engagement des IWF in Erwägung. Dafür sollen Zentralbanken der Währungsgemeinschaft dem Fonds weitere Darlehen gewähren.

Vertreter der Euro-Zone haben verschiedene Summen genannt, die von den Zentralbanken dem Fonds als bilaterale Kredite zur Verfügung gestellt werden könnten. Sie reichen von „deutlich weniger als 100 Milliarden Euro“ bis hin zu „mehreren 100 Milliarden Euro“. Gestärkt durch dieses Geld soll der IWF einspringen können, falls Italien und Spanien kein Geld mehr an den Finanzmärkten bekommen und auf mehrjährige Notkredite des IWF angewiesen sein sollten.

Der IWF ist bisher schon mit einem Drittel an laufenden Rettungspaketen beteiligt, doch in den Schwellenländern wächst der Unmut gegen noch mehr Hilfe für die reiche Euro-Zone.



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35 Kommentare zu "Euro-Krise: Spezialfonds des IWF soll Euro-Krisenländer stützen"

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  • 1. Der globale Markt besteht nicht nur aus Europa. Auch wenn Euro Phantasten das nicht wahr haben wollen, es gibt da noch USA, China, Russland, Korea, Indien, Japan, Brasilien, Australien, Kanada, usw. ...und natuerlich haben die auch alle ihre eigenen Probleme wie Korruption, Immobilienblasen, usw.
    2. Werden die Produktiven in Europa bestraft weil die faulen/unfaehigen nicht mithalten koennen wird sich dadurch die Situation im globalen Wettbewerb fuer Europa verschlechtern. Gewinner werden Volkswirtschaften ausserhalb Europas sein und der Verlierer wird die EU.
    3. Die einzigen Moeglichkeiten fuer die EU sich im globalen Wettbewerb durchzusetzen ist entweder alle Mitglieder konkurenzfaehig zu machen oder weniger produktive Volkswirtschften ihrem Schicksal zu ueberlassen.

    Ersteres wurde jahrzehnte lang durch Transferleistungen und Subventionen versucht ohne das es auch nur das Geringste gebracht haette. Realistisch beleibt also nur die Option das sich leistungfaehige Volkswirschaften vom Euro distanzieren um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Wie wir wissen ist dies politisch fast unmoeglich. Daher sehe ich fuer Europas Zukunft schwarz. Es ist an der Zeit daraus die persoenlichen Konsequenzen zu ziehen und sich aus Europa abzusetzen. Zurueck bleiben Fruehrentner, Steuerhinterzieher, HartzIVler, Subventionsempfaenger, 1 Euro jobber und natuerlich die parasitaere Finanz- und Politikerkaste. Die EZB kann dann nach Herzenslust Geld drucken um die vielen gierigen Maueler zu stopfen, aber ohne mich. Wie so etwas dann funktioniert, wenn man Leistung bestraft, kann man in Argentinien oder Venezuela bewundern.

  • Juma hat recht. Innerhalb Italiens hat es Italien nicht geschafft - sowenig wie wir in Ostdeutschland - den Süden "wettbewerbsfähig" zu machen: Süditalien ist ein Faß ohne Boden; das Einzige, was dort funktioniert, ist die Mafia. Um die Jugendarbeitslosigkeit zu senken, müssen diese Länder Strukturreformen durchführen (der hohe Mindestlohn wie in Frankreich und die Einbetonierung von Alt-Arbeitsverhältnissen wie in Spanien benachteiligen die Jungen systematisch.

  • Interessant wird sein, ob der IWF die Zentralbankgelder wird in jedem Fall zurückzahlen müssen oder nur dann, wenn die Schuldnerstaaten die "durchgeleiteten" Darlehen ihrerseits an den IWF zurückzahlen.

  • Roubini hat es mal durchdacht: "Druckt" die EZB Geld und kauft damit Anleihen auf, dann sind die Investoren/Spekulanten glücklich und der Steuerzahler der Depp. Macht man anstelle aber auch bei Italien einen Haircut, dann trifft es die Investoren/Spekulanten auch.

    Übrigens, das demographische Problem hat FAST NUR Deutschland. Frankreich, Italien haben eine positive Wachstumsprognose, siehe eurostat! Und der liebe Helmut Schmidt belehrt mal wieder andere! ER hätte jede Möglichkeit gehabt, die Geburtenrate deutschlandweit zu erhöhen. Dann hätten wir jetzt ein kleineres Facharbeiterproblem.

  • Selten soviel Unsinn in einem einzigen Beitrga gelesen:
    1.) Exporte aus D sind nachwievor hoch. Dass Chinas Export schneller wuchs, hat nichts mit dem Euro zu tun. (Nebenbei: Bezöge man Dienstleistungen mit ein, wäre Deutschland nie Exportweltmeister gewesen.)
    2.) Die Absatzmärkte sind da. Besser als je zuvor. Noch auf Jahre wirkt sich die Üneralterung ausgesprochen umsatzfördernd aus.
    3.)Wir haben praktisch ausschließlich eine Staatschuldenkrise. Wegen des Währungsverbundes meinen Viele fälschlich, man müsse gemeinsam haften. Der entscheidende Irrtum übrigens!
    4.) Selbstverständlich sind die Maßnahmen in GR im Prinzip richtig, aber noch lange nicht ausreichend.
    5.) Der Euro ist nicht Schuld aan der Krise und seine Abschaffung würde die Probleme NICHT lösen. GR läge erst recht am Boden, hätte nichts zu exportieren (egal wie der Wechselkurs wäre), säße noch immer auf seinen Schulden und mitteleuropäsche Banken hätten dennoch gewaltige Abschreibungen zu verkraften.

  • Die meisten haben es hier nicht begriffen. Wir haben es nicht nur mit ausufernden Staatsschulden weltweit zu tun, sondern auch damit das die Bevölkerung in ganz Europa auch Märkte genannt, immer weiter zurückgeht. D.h. die Firmen haben auch immer mehr Probleme die Produkte an die Märkte zu verkaufen. Zur Zeit wird es noch ausgeglichen mit Produktpreiserhöhungen und damit höhere Steuereinnahmen und Erhöhung Rentenalter. Das wird bald nicht mehr funktionieren, denn der Markt ist gesättigt. Demzufolge sind die Aussichten der Wirtschaftserholung in Griechenland eher bescheiden bzw. negativ, per Erhöhung der Steuern usw. die Einkommenslage des Landes zu verbessern. Es gibt nur eine Lösung. Der Euro muss weg! Damit stehen die Länder wieder in Konkruenz zueinander. Deutschland muss an sich selber denken, denn es hat selber genug Probleme. Übrigens vor Einführung des EURO war Deutschland Exportweltmeister. Jetzt sind wir es nicht mehr!

  • SlingShot liegt da schon richtig. Es handelt sich um ein Handelshemmnis für Waren aus bestimmten Ländern. Wie man das nennt, ist doch egal. Da muss man auch nicht besserwisserisch auftreten oder Nebelbomben abwerfen. Natürlich muss ein Defizit abgebaut werden. Nur wer muss es abbauen? Was sollen diejenigen, die sich angestrengt haben, dafür bekommen, dass sie jetzt andere finanzieren? Eine europäische Utopie als Dankeschön? Glauben Sie, dass die französische Regierung dann plötzlich aufhört, nationalistisch/hegemonial aufzutreten? Warum hat Spanien Angst, seinen Sitz in der EZB zu verlieren? Wir sind doch alle gute Europäer, oder?
    Denken Sie daran, dass die Reformen in Deutschland in den ersten Eurojahren unter europäischem Druck geschahen, weil die Peripherie, u.a. durch die extrem günstigen (Deutschland zu verdankenden) Zinsen einen großen Boom erlebten, und Deutschland vermeintlich zurückzufallen drohte. Erst wird Deutschland aufgefordert, sich zu reformieren. Jetzt soll es für seine Reformen bestraft werden?
    Lassen Sie die strategischen Spielchen stecken. Denn diese Spielchen bezahlt Otto Normal. Otto Normal war es aber auch, der in den ersten Euro-Jahren sich in Lohnverzicht geübt hat.
    Hilfe nur gegen klare, harte Vorgaben. Verschenken Sie nicht das Geld anderer Leute. Das ist unsolidarisch.

  • Tolle Sache!

    Wir werden doch von diesen EU-treuen Hampelmännern nur noch veralbert.
    Es werden also doch die letzten Dämme gebrochen um dieses sinnlose Monopoly-Geld und sozialistische EUdSSR zu retten…

    Um den Schein zu wahren, die Zentralbanken würden nicht einfach durch Geld drucken und an klamme Südstaaten weiterreichen, soll jetzt der IWF oder ein neuer Fond dazwischengeschaltet werden.

    Die Zentralbanken werfen also doch die Druckerpresse an, geben die Knete aber an den Fond (der dann das Geld einfach an die Staaten weiterreicht). Offiziell kann man dann einfach behaupten die Zentralbank sei unabhängig geblieben. Das ist doch ein mieser Witz!

    So wird also versucht, auch die letzten geltenden Verträge und Regeln "elegant zu um-schiffen" um juristisch „sauber“ da zu stehen.

    Das Ergebnis ist das gleiche, die Geldstabilität ist im Arsc...

  • So kann man davon ausgehen, daß in dem europäischen Reigen
    die Notenpressen langsam auf Touren kommen, denn woher
    sollen denn sonst die Milliarden, die über den IWF an die
    notleidenden Länder, mit einer Umgehung der Rettungs-
    schime geleitet werden, kommen??

  • Ich frage mich nur wer so dumm ist in dieser Krise in solchen Fonds zu investieren.Sicher Schneeballsysteme wie Madoff da verbrennt das Geld so oder so.

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