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Euro-Krise: Und wenn doch alles zusammenbricht?

Der Generalplan von „Merkozy“ zur Euro-Rettung ist einen Versuch wert, aber die Umsetzungschancen sind klein. In den Chefetagen wird durchgespielt, was ein Black Friday, ein Crash des Finanzsystems, bedeuten würde.

Ein Bild aus der jüngeren Vergangenheit: Kunden der Northern Rock Bank in London, die 2007 zusammen brach. Quelle: AFP
Ein Bild aus der jüngeren Vergangenheit: Kunden der Northern Rock Bank in London, die 2007 zusammen brach. Quelle: AFP

Immer deutlicher stellt sich in der Krise die Frage, wie der schlimmste Fall aussehen könnte. Das wäre ein Zusammenbruch des Finanzsystems. Auslöser dafür könnte die Zahlungsunfähigkeit eines größeren Landes sein oder die Kettenreaktion nach dem Crash einer bedeutenden Bank. In den Chefetagen der großen Geldhäuser werden solche Szenarien durchaus durchgespielt.

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Sollte ein Staat zusammenbrechen, dann müssten dessen Anleihen abgewertet werden, und so wäre ein großer Teil des Vermögens in den Banken vernichtet, die diese Anleihen halten. Außerdem gäbe es einen Run auf die Banken, wahrscheinlich europaweit.

Wie bekommt man die Banken wieder flott? Bevor sie wieder geöffnet werden, muss glasklar sein, wie es weitergeht, sonst setzt sich der Bank-Run fort.

Wie die neue Währungsunion funktionieren soll

  • Vertragsänderungen

    Sarkozy und Merkel streben neue Europäische Verträge an. Sie bevorzugen einen neuen Vertrag aller 27 EU-Staaten, sind aber entschlossen, notfalls einen Vertrag nur der 17 Euro-Länder abzuschließen. Dem könnten sich auch Nicht-Euro-Länder anschließen. Die Verhandlungen sollten bis März abgeschlossen sein.

  • Sanktionen

    Es soll auf jeden Fall automatische Sanktionen gegen Schuldensünder geben - also Länder, die bei der Neuverschuldung gegen die Defizitregel von 3,0 Prozent der Wirtschaftsleistung verstoßen. Automatische Sanktionen sollen nur mit qualifizierter Mehrheit von 85 Prozent verhindert werden können.

  • Schuldenbremse

    Alle 17 Euro-Länder sollen bindende Schuldenbremsen in ihren jeweiligen Verfassungen aufnehmen. Diese sollen auf europäischer Ebene harmonisiert werden. Ihre Ausgestaltung wird vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) überprüft. Der EuGH soll nicht die jeweiligen nationalen Budgets annullieren können, sondern die Vereinbarkeit der Schuldenbremse mit den Verträgen prüfen. Deutschland hat bereits eine Schuldenbremse im Grundgesetz verankert, andere Länder wie Österreich stehen davor.

  • ESM

    Der dauerhafte Rettungsschirm ESM soll nach dem Willen von Deutschland und Frankreich auf Ende 2012 vorgezogen werden. Bisher soll er Mitte 2013 starten. Für diese Entscheidung soll laut Sarkozy eine qualifizierte Mehrheit von 80 Prozent ausreichen. Auch sollen künftig nicht mehr einzelne Länder ESM-Hilfen aufhalten können. Daher soll künftig laut Merkel eine Mehrheit von 85 Prozent reichen.

  • Gläubigerbeteiligung

    Die Beteiligung privater Banken und Versicherer an einer Entschuldung soll „in schwierigen Fällen“ nach den Regeln des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfolgen. Es wird bekräftigt, dass es keine Sonderregeln („Lex Europa“) geben soll, die Anleger von Staatsanleihen im Euro-Raum mehr verunsichern als Investoren anderswo. Der freiwillige Schuldenschnitt Griechenlands sei ein Sonderfall.

  • Europäische Zentralbank

    Merkel und Sarkozy sind sich „außerordentlich einig“, dass die Europäische Zentralbank (EZB) unabhängig ist. Maßnahmen der EZB sollen nicht kommentiert werden - weder positiv noch negativ.

  • Eurobonds

    Gemeinsame Staatsanleihen der Euroländer, sogenannte Eurobonds, sind aus Sicht von Berlin und Paris „auf gar keinen Fall“ eine Lösung der Euro-Schuldenkrise. Die Schulden dürften nicht vergemeinschaftet werden.

  • Steuerung / Wirtschaftsregierung

    Die Staats- und Regierungschefs sollen Sarkozy zufolge regelmäßig zusammenkommen im Rahmen einer Art europäischen „Wirtschaftsregierung“. Laut Merkel will die Euro-Gruppe monatlich zusammenkommen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu überprüfen und Wachstum anzukurbeln. Es wurde zunächst nicht gesagt, auf welcher Ebene. Auch Nicht-Euro-Länder könnten teilnehmen.

Zunächst müsste die Politik die Entscheidung treffen: Sollen die Sparer oder die Steuerzahler den Schaden tragen? Oder vielleicht alle Sparer oberhalb einer bestimmten Anlagesumme, zum Beispiel 30.000 Euro? Wenn diese Entscheidung getroffen ist, muss festgelegt werden, zu welchem Prozentsatz die Einlagen zusammengestrichen werden. Durch das Zusammenstreichen vermindert sich der Schuldenstand der Bank, so dass die Bilanz wieder in die Balance kommt.

Was aber passiert, wenn die Sparer geschützt werden sollen oder die Kürzung der Spareinlagen nicht ausreicht, um die Bilanz wieder herzustellen? Dann muss der Staat oder zum Beispiel eine EU-Institution einspringen - oder die Notenbank, die freilich eigentlich nicht dafür zuständig ist.

  • 15.12.2011, 22:07 UhrAnonymer Benutzer: Bernd1964

    Ich denke wenn ich hier einige Kommentare lese, daß sich das kriminelle internationale Banker-Kartell mit den meisten Menschen wirklich praktisch alles erlauben kann, denn diese Schafe werden NIEMALS die Schuld bei den kriminellen und korrupten Geld-Eliten suchen, die sich 1913 die westliche Geldschöpfung unter den Nagel gerissen haben, zahllose Kriege mit Hunderten von Millionen Toten zu verantworten haben, den Goldstandard 1971 beendeten und deshalb seither unbegrenzt Geld aus dem Nichts generieren kann, 1999 den Glass-Steagall Act aufhob und damit der unbegrenzten Spekulation und Derivate-Generierung die Tür öffnete, den europäischen Nationen unter ihren Geld-korrupten Regierungen die letzten Reste eigner Souveränität mit ihren Währungen raubte und nun eine gigantische Krise dazu nutzt, einen elitären Weltstaat zu realisieren.

    Die Schafe suchen nicht die Schuld in den 1,5 Quadrilliarden an vom Bankerkartell generierten Derivaten für die nun die Bürger über höhere Steuern büßen sollen, nein - für die Schafe sind die Staaten an allem Schuld, mäh, mäh, mäh! Die Schafe wollen endlich verchipt werden, sie wollen die totale Macht des kriminellen Bankerkartells, schließlich sind Banker klüger als jedes Schaf, mäh, mäh, mäh!

  • 15.12.2011, 21:01 UhrAnonymer Benutzer: kaielves

    Ach liebes Handelsblatt,

    wir haben doch von unseren Qualitätsmedien stets erklärt bekommen dass man solcherlei KRUDEN Verschwörungstheorien, diesen unsäglichen und unerträglichen wirren Texten keinen Glauben schenken sollte.

    Darum vertraue ich auch weiterhin auf die Empfehlungen der Qualitätsjournalisten mein Geld fein in LVen und besonders RIESTER zu investieren und natürlich Derivate-Sparbücher.

    Es ist nämlich alles ok in der famosen EU, jajaaa

    In Wirklichkeit ist alles chico sagen die lieben Onkels von der Regierungsglotze.

    Niiieemand hat die Absicht eine neue DM zur drucken!

    Liebe Grüße

    Die deutsche Trantüte

    PS: Silber, physisch, seit 2008, gekauft zu 11€/oz, ipsen Sie das mal renditemäßig...

  • 15.12.2011, 17:26 UhrAnonymer Benutzer: heywilma

    Genau: Jemand MUSS jemand anderem geben. Nur stellt sich die Frage, wo der Geber das zu Gebende holen will. Die Wortkreation "Wutbürger" wäre wohl sehr milde für den in jenem Moment zu erwartenden Zustand.

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