BERLIN. Sein eigenes Land sei zu den notwendigen Anstrengungen und Opfern bereit, schreibt Zapatero in einem Gastkommentar für das Handelsblatt. "Die Stabilität der Eurozone ist fundamental für alle Länder, die ihr angehören, nicht nur für Griechenland", so Zapatero. Deshalb sei es so wichtig, dass die Mitgliedstaaten die Haushaltsdisziplin verstärken und die strikte Einhaltung des Stabilitäts- und Wachstumspakts garantieren.
Der sozialistische Regierungschef fordert, dabei nicht stehenzubleiben: "Gerade um eine höhere Budgetdisziplin zu erreichen ist es notwendig, unsere Wirtschaftspolitiken besser abzustimmen und auf koordinierte Weise Strukturreformen anzugehen, die es uns erlauben, ein neues Wachstumsmodell zu schaffen."
Der Premier räumt ein, dass sein Land durch die internationale Krise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mittlerweile aber habe es viele Ungleichgewichte mildern können und stehe kurz vor einem neuen Aufschwung: "Die spanische Inflationsrate, die ungefähr einen Prozentpunkt höher war als der Schnitt der Eurozone, was die Wettbewerbsfähigkeit belastete, lag im vergangenen Jahr einen halben Punkt unter dem Mittelwert." Die Produktivität habe sich stark verbessert und 2009 das Durchschnittsniveau der Eurozone erreicht.
Trotz der niedrigen Schuldenquote, die 20 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt der Eurozone liege, habe sich die spanische Regierung voll und ganz zur Konsolidierung der Staatsfinanzen verpflichtet, um 2013 den Ausgleich des Primärhaushalts (Ausgaben ohne Schuldendienst) zu erreichen. Spanien trage damit zur Stabilität der Eurozone bei. Bereits in der Vergangenheit habe das Land bewiesen, dass es zu einer Konsolidierung in der Lage sei: In den Jahren vor der Wirtschaftskrise habe es seine Schuldenquote um 30 Prozentpunkte verringert.
In den nächsten zehn Jahren werde Spanien aufgrund seiner demographischen Entwicklung eine jüngere Bevölkerung aufweisen als die meisten anderen europäischen Länder und seine Erwerbsbevölkerung werde zunehmen, während sie in einigen anderen Ländern schrumpfe. Insgesamt sei das Land - das in der internationalen Berichterstattung oft als ein möglicher Wackelkandidat in der Eurozone genannnt wird - für die Zukunft gut gerüstet.
Wie sagte schon Goethes Faust: "Die botschaft hör' ich wohl, doch allein mir fehlt der Glaube." Hat es bei Griechenland nicht ähnlich begonnen?
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