Euro-Krise

Zypern will zügig über Hilfen verhandeln

Zypern will die Troika umgehend zu Gesprächen über Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm bitten. Noch am Abend will das verschuldete Land Vorschläge machen. Der Inselrepublik machen hohe Verluste der Banken zu schaffen.
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Mit Zypern hat jetzt das fünfte Land Finanzhilfen beantragt. Quelle: dapd

Mit Zypern hat jetzt das fünfte Land Finanzhilfen beantragt.

(Foto: dapd)

NikosiaDas hoch verschuldete Zypern geht in den Verhandlungen über Hilfen aus dem Euro-Rettungsschirm auf die Zielgerade. Noch am Abend wolle die Regierung der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) ihre Vorschläge unterbreiten und sie zu Gesprächen über Finanzspritzen einladen, sagten Regierungsvertreter am Montag. Dabei will die Regierung der Inselrepublik aufs Tempo drücken und bis zum nächsten Treffen der Euro-Gruppe am 12. November eine Einigung erreichen.

Zypern, das zu den kleineren Ländern der Euro-Zone gehört, hat sich den Bitten Griechenlands, Irlands und Portugals um finanzielle Unterstützung angeschlossen. Dem Land machen hohe Verluste der Banken zu schaffen, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden.

Die Geldgeber fordern im Gegenzug Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst, eine Rentenreform, Privatisierungen und die Einrichtung einer „Bad Bank“, in die faule Kredite ausgelagert werden.

  • rtr
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11 Kommentare zu "Euro-Krise: Zypern will zügig über Hilfen verhandeln"

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  • Sehe ich auch so. Schon vor Ecevit war Zypern als Piratennest und Geldwäscherei verschrien und nach 1974 hat sich an dem Geschäftsmodell nichts geändert.
    Die Insel ist ja nicht mal in Europa. Was soll das?

    Hoffentlich kriegen die diversen Seperatisten endlich mal den Arsch hoch (Katalonien, Schottland, Flamen etc.), damit der ganze Eurokratieschrott mal neu verhandelt werden muss.
    Und dann zur Volksabstimmung schön ca. 10 Pakete (Binnenmarkt, Reisebestimmungen, Verteidigung, institutioneller Rahmen, Agrar, Verkehr etc.) anstellen und nicht alles mit der Aufforderung "Friss, Vogel, oder stirb!"

  • 17.000.000.000 geteilt durch 1.000.000 = 17.000

  • Das ist nur ein Klacks, da der MOMENTANE Bedarf.

    Wird etwas über den Gesamtbedarf gesagt und wie lange die Bereinigung der Situation dauern wird? Das kann sich nämlich über Jahrzehnte hinstrecken und der bis dahin fällige Betrag kann um ein Vielfaches höher sein.

    Was wir hier in der Bankengeschichte zu sehen bekommen, ist nur die Spitze des Eisberges, nämlich die momentan anfallenden Summen.

  • Bei der Beschreibung stellt sich dann die Frage, wie sieht das eigentlich mit Luxemburg aus?

  • Zypern benötigt für seine maroden Banken 12 bis 17 Milliarden. Der griechische Teil der Insel hat knapp 1 Million Einwohner, das macht je Nase 12 bis 17 Millionen.

    Und ich vermute, das ist noch lange nicht das Ende. Wo sollen solche Summe herkommen?

  • Viele Länder innerhalb dieser europäischen Währungszone sind ökonomisch nicht mehr existenz- und überlebensfähig. Überschuldet, marode und überschuldete Banken, eine nicht leistungs- und wettbewerbsfähige Industrie, sofern überhaupt vorhanden, sie können sich selbst nicht mehr am freien Kapitalmarkt refinanzieren.

    Die noch wenigen leistungsfähigen Eurovolkswirtschaften werden durch diese permanenten Dauerrettungsmaßnahmen und Dauertransfers erheblich belastet, ihre eigene binnenökonomische Prosperität leidet darunter.

    Die tatsächliche Ausrichtung der EZB-Politik richtet sich nur noch am Erhalt dieser Währungszone aus. Dabei werden alle Grundsätze einer stabilitätsorientierten Geld- und Währungspolitik ignoriert.

    Ökonomische Ungleichgewichte, steigende Verschuldungen, Haftungsausweitungen, Dauertransfers, mangelnde Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeiten, steigende Arbeitslosigkeiten, sie kennzeichnen diese Eurozone.

    Diese hat alle Zielvorgaben und Zielsetzungen verfehlt und ins Gegenteil verkehrt. Die ökonomischen und politischen Divergenzen und Dissenzen verstärken sich laufend, eine europäische Perspektive bietet sie nicht mehr.

  • Naja, die füttern wir auch noch mit durch. Die paar dutzend Milliarden fallen doch locker ab, jetzt nachdem die Einnahmen dieses jahr auf über 600.000.000.000 € steigen in den deutschen Haushalten. Also wer will noch mal, nur schnell sein sonst ist nichts mehr da für Franreich oder Italien.

  • Die Banken in Zypern habe in hohem Maße "gezockt". Viel mehr ... sehr viel mehr, als sie aber als Gegenwerte in den Büchern hatten. Island & Zypern sind im Bankenverhalten ähnlich: "Die Bilanzsumme der drei größten isländischen Banken, die kollabiert waren, hatte Anfang 2008 noch das Zehnfache des isländischen Bruttosozialprodukts betragen. Keine Regierung der Welt wäre in der Lage gewesen, die Banken zu retten, sie wurden innerhalb weniger Tage verstaatlicht." (Quelle:
    http://www.welt.de/kultur/article107705666/Island-ist-gluecklich-ohne-die-EU-und-den-Euro.html).

    In Zypern ist es im Grunde ähnlich. Die Banken waren im Zockerrausch; zudem bliesen sich die riesigen Banken des einwohnerkleinen Landes gewaltig aus. Es wurden riesige Mengen an griech. Staatsanleihen angehäuft, die heute wie ein Mühlstein am Hals der Banken eingeschätzt werden. Dieses Bankengebaren ist schlimm; Risiken werden jetzt "europäisiert", der Wunsch nach viele Milliarden EURO ist vorhanden, um den Brand in den Bilanzen der Banken zu löschen. "Zypern will über Hilfen verhandeln" heißt es nun sanft verklärt.

  • Zypern ist erst 2008 der Euro-Zone beigetreten. Nach sorgfältigem Prüfen durch die höchstbezahlten Eurobeamten und Komissare. Zypern hat alle Bedingungen ofiziell erfüllt und nach 4 Jahren Euro ist Zypern pleite. Kann es sein, dess Euro dem Zypern irgendwie nicht bekommt? Denn die lobenswerte und präzise Arbeit der Euro-Kommissaren will ich nicht in Frage stellen. Oder hat da jemand Lust auf unser Erspartes?

  • ALLES kein ZUFALL sondern GEWOLLT .

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