Euro-Krisengipfel

Warten auf den großen Durchbruch

Gestern die Finanzminister, heute die Regierungschefs: Beim Gipfel-Marathon in Brüssel wollen die Euro-Länder endlich einen Durchbruch bei der Lösung der Schuldenkrise erzielen. Erste Ergebnisse gibt es bereits.
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Aufbauarbeiten für das Gipfelfoto: Die Erwartungen sind hoch. Quelle: AFP

Aufbauarbeiten für das Gipfelfoto: Die Erwartungen sind hoch.

(Foto: AFP)

BrüsselDer Gipfel-Marathon in Brüssel geht am heutigen Sonntag in die nächste Runde. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen ab dem Morgen über ein umfassendes Paket zur Euro-Rettung verhandeln. Endgültige Entscheidungen können sie allerdings noch nicht treffen, da Bundeskanzlerin Angela Merkel ein komplettes Mandat des Haushaltsausschusses fehlt. Deshalb ist ein weiterer Gipfel der Euroländer für diesen Mittwoch geplant.

Seit Freitag feilen die Europäer unter Hochdruck an Notmaßnahmen zur Abwehr der Schuldenkrise. Merkel gab sich am Samstagabend in der belgischen Hauptstadt zuversichtlich, einen Kompromiss zu finden: „Ich glaube, dass die Finanzminister Fortschritte gemacht haben, und dass wir unseren ehrgeizigen Ziele bis Mittwoch dann auch wirklich erreichen können.“ Ähnlich äußerte sich auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Vor dem Gipfel berieten Merkel, Sarkozy sowie weitere EU-Spitzen über die Absicherung des Euro. In der Nacht zum Sonntag saßen auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker und der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet sowie die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde am Tisch.

Zunächst wird am Sonntag eine Gipfelrunde aller 27 EU-Staaten zusammenkommen. Es geht dabei unter anderem um die Vorbereitung des G20-Treffens in Frankreich Anfang November. Am Nachmittag wollen dann die Spitzen der 17 Eurostaaten verhandeln. Es wird mit einer Nachtsitzung gerechnet.

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22 Kommentare zu "Euro-Krisengipfel: Warten auf den großen Durchbruch"

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  • Das Ding mit den 200 MIlliarden (das sind nur Schwarzgelder, es liegen dort noch andere griechische zu versteuernde Gelder rum) ist deshalb so eklatant, weil Griechenland eigentlich pleite ist. Bei einem Insolvenzverfahren MUSS den Gläubigern Zugriff auf diese GElder (die ja der Besteuerung rechtswidrig entzogen wurden), als eigentlich den Gläubigern (also, den Euro-Rettern) zusteht.

    Ich finde es einen Skandal, warum diese Gelder nicht längst von der europäischen Währungsunion eingefordert wurden, und zwar DIREKT, ohne Umwege über Griechenland!!!!

    Unten hat ein kanadischer Auswanderer geschrieben, dass er 2800 netto mtl. verdient als Wachmann. Kanada ist reich (Bodenschätze) und hat viel Industrie.

    In Griechenland hat bis vor kurzem ein Busfahrer bis zu 4000 Euro nette bekommen, in einem Land, das kaum Bodenschätze und kaum Industrie hat, und noch dazu einen korrupten aufgeblähten Beamtenapparat hat.

    Das kann ja nicht gut gehen. Der Busfahrer wäre schon mit der Hälfte gut bedient.

  • Hab im TV eine Diskussion gesehen (Maischberger). Frau Wagenknecht hat dort der Deutschen Reformpolitik die SChuld gegeben, dass die Schuldenstaaten (PIIGS) nicht mehr wettbewerbsfähig sind, d.h. dass bei uns die Löhne gesunken wären relativ zu PIIGS.

    ABer da gibt es einen grundlegenden Denkfehler. Die PIIGS, insbes. GR, haben künstlich aufgeblähte Gehälter, die in keinem VErhältnis zu der Wirtschaftskraft der jeweiligen LÄnder stehen. Gilt auch für Frankreich. Dies wird jetzt deutlich, wenn solche Staaten sich überschulden (das ist eben die Folge).

    Herr Biedenkopf kamm dann mit dem immer gleichn Argument, ja Deutschland hat seit Euro-Beginn am meisten profitiert. Ich sage: Der Euro ist ein KOnstrukt, das uns über Target-Kreditlienien auch GEld kostet. Hätte Deutschland nicht seine Exporte nicht NICHT-Europa ausgebaut, wären wir längst in einer Schuldenfalle. Herr Biedenkopf und sämtliche andere "Eurofanatiker" stellen stets die Unterschiede zwischen DE und PIIGS heraus, aber richtig wäre es (in einer globalisierten Welt) die wettbewerbsfähligkeit der PIIGS mit der REst-WElt zu vergleichen. Denn die nicht getätigten Exporte der PIIGS in die REst-Welt, sind eben auch Defizite in europäischen Handelsbilanzen.

    Die Prof-Euro-Lobby vergisst tatslächlich, dass wir in eine globalisierten Welt leben und sämtliche Fordernungen nach noch mehr Europa ist eigentlcih nix weiter als Protektionismus.

    Die naive Argumentation von Politikern ist das gefährlichste bei dem ganzen Schuldenproblem.

  • Die Griechen sollen erst mal die 200 Milliarden Steuergelder aus der Schweiz einfordern. Man muss die Gesetze ändern, dann wäre es aus mit Steuerhinterziehung etc.
    Geld, das versteuert werden muss und illegal ins Ausland geschaftt wird, muss der Einziehung un dem Verfall unterliegen. D.h., dass Geld wurde zu einer rechtswidrigen Tat benutzt, das Geld ins Ausland zu schaffen ist eine bewusste und geplante Vorsatzhandlung. Das gesamte Geld müsste nun enteignet werden und nicht dass die Steuerlüchtlinge nur die Steuer nachahlen oder sich selbst anzeigen und straffrei ausgehen. Nur will man gegen die Reichen nichts machen. Wenn das Geld nicht einzutreiben ist, die Besitzer im eigenen Land in Erzwingungshaft nehmen, die Villen und Grundstücke im eigenen Land als Entschädigung nun enteignen, falls die Steuer bzw. die Strafe nicht bezahlt wird. Ich denke, dann würde niemand mehr Geld ins Ausland schaffen !! Aber lieber zahlen wir Deutsche

  • Noch was: Ich finde es perfide, den Deutschen Steuerzahler (auch andere) so dermaßen zur Kasse zu bitten während gleichzeitig Herr Juncker in Luxemburg griechische Schwarzgelder verwahrt!!!! Das ist alles so heuchlerisch, ungerecht und ich möchte fast sagen kriminell, ethisch verwerflich.

    Die Milliarden Schwarzgelder in der Schweiz MÜSSEN zur Rettung Griechenlands herangezogen werden. Das wäre ein riesiger Schritt UND die Schweiz würde nicht mit der Wimper zucken, wenn es dazu käme. Die Schweiz wünschst sich nichts sehnsüchtiger als endlich Normalität in Europa.

    Für die Schweiz ist es weitaus billiger, die Schwarzgelder herauszurücken, anstatt die eigene Wirtschaft zu ruinieren bzw. den Franken künstlich niedrig zu halten.

    Ich fordere auf, das Thema "griechische Schwarzgelder in der Schweiz" weiterhin im Fokus zu behalten.

    Warum müssen ehrliche Europäer, die ihre Steuern zahlen, genau mit diesen GEldern griechische Schwarzgelder in der Schweiz und Luxemburg retten???? DAs sehe ich überhaupt icht ein. DAs ist ein Skandal!!!

  • Zitat Novaris: „Eine andere Möglichkeit wäre der Austritt Deutschlands aus der EURO-Zone, aber ist dieser Weg so einfach begehbar ? Der EURO ist eine politische Währung und war der Preis Deutschlands für die Wiedervereinigung!!“
    ---
    Schauen Sie sich die Maischberger-Sendung zur Eurokalypse vom 18.10.2011 an.
    Hier gibts das Video von der Sendung:
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/311210_menschen-bei-maischberger/8516670_die-angst-w-chst--eurokalypse-now-?type=null

    Biedenkopf wird Ihnen aus seiner Sichtweise erläutern, warum Deutschland nicht aus der EU und dem Euro austreten kann. Das Problem dabei ist Frankreich.
    Die deutsche Politik hat die D-Mark und den Wohlstand der unteren und mittleren Eikommen für einen Weichteuro geopfert. Die Agenda 2010 und die Deregulierung des Arbeitsmarktes waren dem Euro geschuldet.
    Deutschland mußte abwerten, um seine perversen Handelsbilanzüberschüße zu generieren.
    Seit 2002 gab es in der BRD keine Reallohnsteigerungen, während in den anderen europäischen Ländern die Löhne um bis zu 40% stiegen. Der deutsche Arbeitnehmer wurde und wird verarscht, der heutige Arbveitslose und mancher Hartz IV Bezieher staatlich enteignet - auch das ist Fakt!
    Es wurde in großem Masse von unten nach oben umverteilt.

  • Ich finde es nach wie vor schäbig, dass nicht über die griechischen Schwarzgelder in der Schweiz verhandelt wird. Dort liegen 200 Milliarden Schwarzgelder. Das sind genau 100 Milliarden, die uns bzw. Griechenland fehlen.

    Warum existieren keine dieser Steuer-CDs mit diesen Daten??? Ich glaube, sie existieren UND sie werden den Mächtigen in Griechenland verkauft, die sie dann vernichten!!!

    Es sollten die Euro-Retter an eine solche CD gelangen und sofort den griechischen Staat unter Druck setzen. Es ist ja auch in Deutschland möglich, Schwarzgeld-Steuerschulden einzutreiben.

    Mindestens 100 Milliarden dieser Gelder sind definitiv aus den griechischen Schulden hervorgegangen, den die fehlenden Steuereinnahemn schlagen sich als Schulden nieder.

    Man müsste in diesem Zusammenhang auch HErrn Juncker und Luxemburg genauer unter die LUpe nehmen. Wieviele Milliarden griechische Schwarzgelder sind in Luxemburg gebunkter??? Das ist alles enormer Zündstoff.......

  • Griechenland, Italien, Spanien, Portugal, Belgien und Irland sitzen in den Startlöchern und warten nicht nur auf den Durchbruch, sie arbeiten daran, um dann selbst zugreifen zu können.
    In der Zwischenzeit bleiben alle wichtigen Themen wie z.B.der demografische Wandel auf der Strecke. Die Gefahr, daß die kommenden Generationen die künftigen Belastungen nicht stemmen können und wollen liegt auf der Hand. Daraus resultiert eine Abwanderungswelle und Schluß ist mit einig Vaterland.
    Was werden wir in der Zukunft exportieren können? Glaubt hier jemand, daß wir bis in alle Ewigkeit ein Monopol auf den Fahrzeugbau haben? Die Schwellenländer werden uns verdrängen und wir werden mit wesentlich weniger Geld auskommen müssen. Aber, wir haben Griechenland gerettet!

  • Zitat: Bundesbankpräsident Jens Weidmann
    „Aber der bisherige Ansatz zur Lösung der Krise kann eben nicht nur an Grenzen der politischen Akzeptanz stoßen, sondern auch an finanzielle Grenzen.
    Ohne das Vertrauen der Bürger gibt es keine stabile Währung.“
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    Weidmann hat Recht.
    Die politische Akzeptanz ist beim deutschen Bürger weitestgehend aufgebraucht.
    Das Vertrauen in den Euro schon seit langem dahin.
    Laut repräsentativer Allensbach Umfrage haben 71% der Deutschen das Vertrauen in den Euro verloren.
    Politik ist Geschwätz über Macht.
    Was die Menschen wollen interessiert nicht.
    Im Brüsseler EU-Konvent das sitzen Eurokraten, Finanz- und Wirtschaftslobbyisten, die auf die Interessen ihrer eigenen Völker pissen - das ist Fakt!

  • Das Problem ist die hohe Verschuldung aller EURO-Staaten und die dadurch verursachten Bonitätsabstufungen durch die Rating-Agenturen. Diese Abstufungen verursachen wiederum höhere Zinsen für neue Kredite mit dem Ergebnis einer weiteren Erhöhung der Staatsschulden.
    Dieser Teufelskreis von immer höheren Staatsschulden und Rating-Abstufungen bis zum absehbaren Staatsbankrott muss durchbrochen werden – aber wie ?
    Mal angenommen, die gesetzlichen Bestimmungen würden es zulassen, könnte eine Möglichkeit, den „gordischen Knoten“ zu durchschlagen (und die Rating-Agenturen mit ihren Voten zu mäßigen) darin bestehen :
    1 ausgeglichene Staatshaushalte - o h n e Aufnahme neuer Schulden - gesetzlich festzuschreiben, mit automatischen Sanktionen beim Zuwiderhandeln – bis zum Ausschluss aus der EURO-Zone.
    2 die Refinanzierung von Altschulden aller Staaten erfolgt mit einem von Fall zu Fall festzulegenden Prozentsatz zinsgünstig und zentral ausschließlich über eine öffentliche Einrichtung (EFSF ??.)), die sich bei der EZB refinanziert.
    Sicherlich würde dieses Modell zunächst nach und nach eine teilweise Vergemeinschaftung der Staatsschulden bedeuten, aber es würde zugleich die Möglichkeit eröffnen - auch über Zinseinsparungen - Altschulden in einem übersichtlichen Zeitraum abzutragen. – ohne Schuldenschnitte - und Bankenrettungen wegen Staatspleiten dürften sich dann auch erübrigen.
    Zudem würde dieses Modell die Abschöpfung von Volksvermögen durch die Zahlung exorbitant hoher Zinsen verhindern. Die Umverteilung von Vermögen von OBEN nach UNTEN wäre eingeleitet.
    Allerdings müsste die EZB mögliche Inflationsgefahren durch entsprechende Gegenmaßnahmen abwehren.
    Eine andere Möglichkeit wäre der Austritt Deutschlands aus der EURO-Zone, aber ist dieser Weg so einfach begehbar ? Der EURO ist eine politische Währung und war der Preis Deutschlands für die Wiedervereinigung!!

  • Ich bin froh, dass ich in Kanada lebe, in einem Land, in dem die Regierung wesentlich volksnaeher im positiven Sinne agiert.
    Sicher gibt es auch hier einige wenige unschoene Entwicklungen - gemessen an der BRD ist hier aber mittlerweile wirklich das Paradies fuer alle, die etwas von ihrem Geld haben wollen und die nicht fuer fremde Interessen arbeiten gehen wollen.
    Ich verdiene als einfacher Wachmann in einer Bank rund 2800$kan extra netto - und das bei Kaufkraftparitaet mit der BRD, d.h. ich kann mir fuer das Geld nur marginal weniger leisten, als wenn ich in der BRD 2800€ netto bekaeme.
    Aber wir finanzieren auch das Fortkommen unseres landes, und NICHT Einwanderer ins Sozialsystem, fremde (franzoesische) Banken und Barroso-EU.

    Ihr Deutschen seid aber auch wirklich duemmer als die Polizei erlaubt, dass Ihr ueberhaupt noch arbeiten geht.

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