Euro-Kurs könnte wieder steigen
EU-Kommission wird Wachstumsprognose anheben

Durch der Belebung der Weltwirtschaft wird das Wachstum in der Euro-Zone nach Einschätzung der Europäischen Kommission in diesem Jahr stärker ausfallen als bislang erwartet. „Jüngste Daten zeigen, dass unsere Frühjahrsprognose von 1,7 % Wachstum für 2004, die einige Kommentatoren damals als optimistisch bezeichnet hatten, nun eher am unteren Ende liegt“, erklärte EU-Währungskommissar Joaquin Almunia in dem am Freitag vorgelegten Quartalsbericht zur Konjunktur der Euro-Zone.

HB BRÜSSEL. Für 2005 gebe es allerdings noch einige Fragezeichen: So sei die Stärke der Inlandsnachfrage ungewiss, und auch der Ölpreis stelle ein Konjunkturrisiko dar. „Die Aussichten für nächstes Jahr sind mit gewisser Unsicherheit behaftet“, hieß es in dem Bericht. Deutschland und Frankreich ermahnte die Kommission zu durchgreiferenderen Sparmaßnahmen, um die EU-Defizitvorgaben im nächsten Jahr wieder einzuhalten.

Für dieses Jahr liefert der Kommission zufolge vor allem der robuste Welthandel starke Unterstützung für die Exportwirtschaft des Währungsgebiets. Auch der zuletzt wieder nachgebende Euro-Kurs zum Dollar wirke sich positiv aus. Dieser Effekt und die anhaltend lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) gäben der Wirtschaft der Euro-Zone wohl auch in den kommenden Monaten einen Schub. Der in der Kommission für Wirtschafts- und Währungsfragen zuständige Generaldirektor Klaus Regling sagte auf einer Pressekonferenz, eine deutliche Anhebung der Wachstumsprognose für 2004 sei aber nicht zu erwarten. „Ich erwarte eine leichte Erhöhung, keine dramatische.“

Allerdings könne auch ein erneuter Anstieg des Euro-Kurses angesichts der Ungleichgewichte in Leistungsbilanz und Haushalt der USA nicht ausgeschlossen werden, warnte die Kommission in ihrem Bericht. Zudem sei die Inlandsnachfrage noch fragil, und ein weiterer nachhaltiger Anstieg der Ölpreise könne empfindliche Auswirkungen haben.

Mit Blick auf die angespannte Haushaltssituation in einigen Euro-Mitgliedsländern bekräftigte die EU-Kommission ihre Erwartung, dass rund die Hälfte der zwölf Euro-Länder 2004 und 2005 gegen die EU-Defizitgrenzen verstoßen würden, wenn sie ihre Politik nicht änderten. Insbesondere Deutschland und Frankreich als die größten Volkswirtschaften der Euro-Zone müssten noch mehr tun. Die bisher von beiden Ländern auf den Weg gebrachten Reformen seien noch nicht ausreichend, um die Neuverschuldung 2005 wieder unter die im EU-Stabilitätspakt vorgeschriebene Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu bringen, sagte Regling. „Sie bewegen sich in die richtige Richtung, aber es ist noch nicht genug.“

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