Euro-Länder einig
Juncker kritisiert Drohungen gegen Griechenland scharf

Klare Worte aus Brüssel: Griechenland soll in der Eurozone bleiben - darin sind sich alle Euro-Partner einig. Doch das hat seinen Preis, denn ohne Sparkurs und Reformen läuft nichts.
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BrüsselDie Euro-Länder setzen alles an den Verbleib Griechenlands in der Währungsunion. Die Finanzminister der Euro-Staaten appellierten am Montag an das überschuldete Land, unter einer neuen Regierung den vereinbarten Sparkurs bald fortzusetzen. Die immer offener diskutierte Alternative eines Ausscheidens aus der Währungsunion lehnte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach der Sitzung entschieden ab.

"Unser unerschütterlicher Wunsch ist es, Griechenland in der Euro-Zone zu halten", sagte Juncker am Montag nach dem Treffen der Finanzminister in Brüssel. In Athen unternahm der griechische Präsident Karolos Papoulias einen letzten Versuch, ein Regierungsbündnis zu schmieden. Sollte dieser am Dienstag scheitern, wären Neuwahlen unvermeidlich, bei denen die Gegner des Sparprogramms womöglich noch mehr Zulauf bekämen und den Pakt mit der EU aufkündigen würden.

Juncker kritisierte alle Anspielungen auf einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. So hatte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso gesagt, ein Clubmitglied müsse austreten, wenn es sich nicht mehr an die Regeln halte. Österreichs Finanzministerin Maria Fekter hatte Griechenland ermahnt, den Euro nur über einen Austritt aus der Europäischen Union loswerden zu können und in einem solchen Fall harte Verhandlungen für eine Neuaufnahme angedroht.

Der Eurogruppen-Chef forderte ebenfalls die Griechen auf, ihre Zusagen zu erfüllen und den harten Reformweg weiterzugehen. Doch hätten die Euro-Staaten dem griechischen Volk keine Lehren zu erteilen. "Mir gefällt es nicht, wenn Griechenland tagtäglich bedroht wird - so geht man mit Kollegen, Partnern und Freunden und Bürgern der Eurpäischen Union nicht um", betonte Juncker. Niemand habe in der Eurogruppe über ein Ausscheiden gesprochen. Dieses Gerede sei "Unsinn und Propaganda".

Die Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds bewahrten Griechenland bisher bereits mit 148 Milliarden Euro vor der sicheren Pleite. Inzwischen wurden zwei Rettungspakete mit öffentlichen Hilfen über zusammen 240 Milliarden Euro geschnürt. Das Land musste sich im Gegenzug zu einem raschen Schuldenabbau verpflichten. Ohne den geforderten Beschluss zu weiteren Einsparungen müsste Griechenland Ende Juni der Geldhahn abgedreht werden.

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Juncker: Abweichen von Sparzielen komme nicht in Frage

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  • Radiputz

    >> ZEN-_Adepten

    Wir sind eine weiter verbreitete Spezies, als der ewige Deutsche, der noch nicht einmal seine eigene Religion im Griff zu haben scheint, so ahnt.

    >> Na, mir iss es inzwischen wurscht

    Ich nehme selbst Wahlergebnisse mittlerweile wie den Wetterbericht. Im Moment scheint die Sonne ;-)

  • Mir sympatisch "ich irre, also bin ich". Passiert mir beinah jeden Tag, wenn es auch nur "Kleinigkeiten" sind. Beim zweiten Mal klappt´s dann meistens.
    Ich habe mich schon oft gefragt woran das liegt. Wahrscheinlich mangelnde Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, was doch eigentlich das "tägliche Brot" eines ZEN-_Adepten sein sollte.
    Na, mir iss es inzwischen wurscht. Wie mir eigentlich inzwischen so manches wurscht iss, vor allem wenn es um "Politik und die tägliche politische Sau die durchs Dorf gejagt wird" geht.

  • Ach ja, wie es der Zufall so will ...

    Gestern in SWR2 Wissen: Ich irre, also bin ich

    http://mp3-download.swr.de/swr2/wissen/sendungen/2012/05/swr2wissen_20120516_ich_irre_also_bin_ich.12844s.mp3

    Weil im Grunde ist _das_ unser eigentliches Problem.

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