Euro-Personalpaket
Suche nach Juncker-Nachfolger hat begonnen

Die Kandidatensuche zur Besetzung des Eurogruppen-Vorsitzes hat begonnen. Bundesfinanzminister Schäuble gilt als Favorit. Die endgültige Entscheidung soll jedoch frühestens Ende Juni fallen.
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BrüsselDie Euro-Länder basteln weiter an ihrem Personalpaket und haben jetzt die Kandidatensuche zur Besetzung des Chefposten des neuen Euro-Rettungsmechanismus ESM eingeläutet. Ab sofort könnten bis Ende des Monats Personalvorschläge unterbreitet werden, erklärte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montag nach dem Treffen der Finanzminister in Brüssel.

Eine Entscheidung über die Besetzung des Ende Mai frei werdenden Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank wurde erneut nicht getroffen. Die beiden Spitzenpersonalien werden nach Einschätzung von EU-Diplomaten erst geklärt, wenn über die noch wichtigere Schlüsselposition der Euro-Zone - den Vorsitz der Eurogruppe entschieden ist.

Juncker sagte, er rechne mit einer Entscheidung darüber frühestens Ende Juni. Der Luxemburger Regierungschef und erste permanente Vorsitzende der Euro-Finanzminister hatte zuvor erklärt, für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung zu stehen. In Kreisen der Euro-Länder wird davon ausgegangen, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Amt übernimmt. Dieser hatte am Wochenende erstmals öffentlich signalisiert, dazu bereit zu sein.

Der Wechsel des obersten Krisenmanagers der Euro-Zone könnte Mitte Juli vollzogen werden. Juncker sagte, er habe gerade festgestellt, dass seine Amtszeit am 17. Juli um 16.00 Uhr ende. Insofern könne er die Sitzung der Eurogruppe tags zuvor noch leiten - es sei denn, die "Vernunft der Regierenden" sorge für einen früheren Übergang.

Wenn Schäuble Eurogruppen-Chef wird, ist für weitere Deutsche in dem Besetzungsreigen wahrscheinlich kein Platz mehr. Der bisherige deutsche Leiter des Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, muss womöglich einer Spanierin weichen, wie es in Euro-Kreisen heißt.

Spanien müsste wiederum dafür entschädigt werden, nicht mehr im EZB-Direktorium vertreten zu sein. Denn als Sachwalter der täglichen Arbeit der Zentralbank hat der Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch die besten Chancen - das aber auch erst seit dem Rückzug seines Landsmanns Juncker aus der Eurogruppe.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Lieber Herr Schäuble,
    Der permanente Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands (17 Milliarden Euro im MONAT im Schnitt seit XX Jahren) muss zwangsläufig zu Verwerfungen führen.
    Dieser Überschuss erzeugt zwangsläufig und mathematisch einen Defizit in anderen Ländern (auch Griechenland und Spanien).
    Lange ging es gut weil keiner bemerkt hatte dass dieser Defizit zur Überschuldung vielen Ländern führte, jetzt müssen wir für unsere Exportgier bestraft und müssen zahlen.
    Hätte man die Löhne in Deutschland erhöht und die Agenda 2010 nicht gehabt, wäre dieser enorme Überschuss über den Konsum und Import zurückgeflossen und wir hätten etwas davon gehabt, so müssen wir es umsonst zurückgeben. VW und Konsorten investieren in der ganzen Welt die Gewinne die in der Eurozone erwirtschaftet wurden, also Kapitalflucht in enormen Ausmaßen aus dem Euroraum, VW will auch größter Autoproduzent der Welt werden. Schön für die Aktionäre aber nur für sie.
    Wir sind es nicht gewesen, VW ist es gewesen, wird es dann heißen wie vor 65 Jahren.

  • Hoffentlich vergißt er niemals mehr seine Aktentasche, vielleicht hat er auch keine mehr. Bei der Stellung dürfte ein bargeldloser Zahlungsverkehr, wegen diebischer Elstern, vorzuziehen sein.

  • Ja da ist Schäuble der richtige Mann für die Schuldenunion. er hat auch die Deutsche Staatsverschuldung richtig angekurbelt. Die Steuerhinterziehung in der Eurozone könnte er auch weiter befeuern, durch entsprechende Abkommen mit Steuerparadiese, wie er es mit der Schweiz gemacht hat.

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