Euro-Rettung: Chinas Hilfe gibt es nicht umsonst

Euro-Rettung
Chinas Hilfe gibt es nicht umsonst

Europa sucht händeringend Investoren für die Euro-Rettung, China neue Anlagen für seine Devisenreserven - scheinbar ein Geschäft, von dem alle profitieren. Doch das Reich der Mitte will dafür politische Zugeständnisse.
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Berlin/Peking/LondonSeit Mittwoch hat sich im Kampf gegen die Schuldenkrise eine neue Front aufgetan: Der Rettungsschirm EFSF soll mit Finanztricks auf über eine Billion aufgebläht werden. Doch damit das klappt brauchen die Euro-Retter frisches Geld von privaten Investoren. Um das zu bekommen, hat Europa eine neue Investment-Offensive gestartet. Ganz oben auf der Liste: China - das Land verfügt über die größten Devisenreserven der Welt.

Die Euro-Länder buhlen daher bereits kräftig um die chinesischen Milliarden. Der Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, warb am Freitag in Peking für Investitionen in Anleihen von Euro-Krisenländern. Für den Rettungsschirm sei es sehr wichtig, mit den großen Investoren wie China in Kontakt zu stehen.  

Chinas Vizeaußenministerin Fu Ying begrüßte in Peking zwar die „positiven Ergebnisse“ des Euro-Krisengipfels. Vor zusätzlichen Investitionen in einen erweiterten europäischen Rettungsschirms wolle China aber abwarten, wie die technischen Details des geplanten neuen Investmentvehikels aussehen, sagte Vizefinanzminister Zhu Guangyao. Er nannte seine Gespräche mit EFSF-Chef Regling „sehr professionell“.

Die Volksrepublik ist prinzipiell zu Hilfen bereit. „Es liegt in Chinas langfristigem und eigenem Interesse, Europa zu helfen, denn es ist unser größter Handelspartner“, sagte Zentralbank-Berater Li Daokui der „Financial Times“ (Freitagausgabe). „Aber das Letzte, was China will, ist, den Reichtum des Landes wegzuwerfen.“ Deshalb müsse es im Gegenzug für ein größeres Engagement mehr Sicherheiten und Garantien geben.

Auch Regling selbst rechnet bei seinen Gesprächen in China noch nicht mit festen Zusagen der Volksrepublik, der Euro-Zone unter die Arme zu greifen. China habe aber Bedarf an sicheren ausländischen Anleihen für seine Investitionen, sagte Regling mit Verweis auf das AAA-Rating der  EFSF-Anlagen. Seit der Einrichtung des EFSF im Mai 2010 kauften China und andere asiatische Anleger seinen Angaben zufolge bereits  40 Prozent der ausgegebenen Anleihen. Regling sollte am Freitag mit Vertretern der chinesischen Zentralbank und des Finanzministeriums zusammenkommen.

Bei den Investitionen gehe es nicht um politische Bedingungen, sagte Regling auf Fragen, ob die chinesische Seite im Gegenzug für seine Finanzhilfe ein Entgegenkommen wie etwa bei der Gewährung des Marktwirtschaftsstatus durch die EU erwarte. „Es gibt keinen speziellen Handel“, sagte der EFSF-Chef und verwies auf die üblichen Gepflogenheiten auf den globalen Finanzmärkten.

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Armer Bittsteller – reicher Gläubiger

Kommentare zu "Chinas Hilfe gibt es nicht umsonst"

Alle Kommentare
  • @Haustechniker

    noch besser,endlich die richtigen Politiker wählen.
    Wir brauchen in Deutschland endlich neue Parteien, die sich den heutigen Problemen stellen und sich wieder Deutschland und seinen Bürgern verpflichtet fühlen.
    Demonstrationen sind sicher Ausdruck des Bürgers gegen den Schwachsinn den unsere Regierung mit dem gesamten Parlament anrichtet. So schlecht wurde Deutschland noch nie, seit ich denken kann regiert.
    Aber, Demonstrationen lösen unsere Probleme nicht.
    Wir brauchen neue Parteien und eine neue Regierung.

  • Wer hätte das jemals gedacht- noch vor einigen Jahren?
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    Zitat: Chinas Hilfe gibt es nicht umsonst
    Europa sucht händeringend Investoren für die Euro-Rettung
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    Na, dann sucht mal! Wie groß fühlte man sich noch vor wenigen Jahren, wie schaute man auf diese Länder herab? Und heute?
    Man buhlt um ein Gnadenbrot aus China. Hat man nicht noch bis vor einigen Jahren China Entwicklungshilfe bezahlt?
    Das soll noch einer begreifen.
    Europa will die ganze Welt führen mit DE u. FR an der Spitze- mit merkel als Leitfigur, gleichzeitig brauchen sie das Geld der Welt -der EX-Entwicklungsländer- wie man sie nannte--um diesen Status zu finanzieren.
    Europäer- kommt endlich runter von eurem hohen Roß. Dieses Pferd könnt ihr nicht mehr reiten. Das habt ihr schon verspielt- verzockt- im Spielcasino der westlichen Finanzwelt mit dem feudalen Lebensstiel.
    Wie sagt man: "Wenn du ein totes Pferd reitest, dann steig ab."
    Genau das reitet ihr alle, ihr habt es nur noch nicht begriffen, das lässt euer Größenwahn nicht zu er macht euch alle blind.
    Wenn ich all diese Machenschaften des 1. Jahrzehnt´s im neuen Jahrtausend betrachte,dann wird mir nur noch schlecht.Dzweite Jahrzehnt hat nicht besser begonnen- nix begriffen nichts dazugelernt- alles wie gehabt.Der Irrsinn geht weiter- bis ihn der Markt -oder sonst wer stoppt.
    Die Politiker sind dazu nicht in der Lage und auch nicht Willens.
    Entweder es bildet und formiert sich eine neue Gruppe von "fähigen Leuten"-wir hätten sie"- und reißt das Ruder herum, oder es geht bergab. Dann heißt es wie im Märchen: "Es war einmal"...und wenn sie nicht..

  • Es ist ein immer noch gültiges volkswirtschaftliches Gesetz, dass die Anhäufung von Währungsreserven nur dann Sinn macht, wenn auf der Seite des Schuldners der Warenkorb gefüllt bleibt. Wird er ständig kleiner, weil die Wirtschaft schrumpft, dann werden die Devisen immer wertloser. Das weiß auch China. Deshalb muß China die Euros als Kredit an Europa wieder zurücktransferieren. So kreditiert China auf Dauer unseren Wohlstand mit. Ein Vorgang, der jedem Land bewusst sein sollte, das dauerhaft Leistungsüberschüsse erzielt. Deshalb ist China an einer wachsenden europäischen Wirtschaft im eigenen Interesse interessiert.

  • Wenn das so weiter geht, verlieren wir unsere Freiheit, wegen Griechenland und Italien usw.

  • @Malocher
    ...nein China hat die US Kriege finanziert und wurde so einen Konkurrenten los...Die USA konzentrierten sich darauf viele Jahre lang Geld zu verbrennen anstatt sich um Erziehung,Gesundheitswesen und Forschung zu kümmern...Der Unsinn den NASA angestellt hat kann davon nicht ablenken...Roboter werden zu Mars und Venus reisen..
    Was die Chinesen machen heisst Langzeitstrategie...und da passt der dumme Euro wunderbar rein..

  • Auch mir ist der Artikel etwas zu einseitig, denn die Option, chinesisches Hilfe gar nicht erst anzunehmen und Griechenland endlich Pleite gehen zu lassen (irgendwie hatten das kluge Menschen schon vor über einem Jahr empfohlen und es hätte uns bereits jetzt viel Ärger und hohe Risiken erspart) wird nicht in Betracht gezogen. Denn wie sagte der Chef des IFO, Herr Sinn, kürzlich ziemlich treffend: "Griechenland kann im Euroraum nicht wirtschaftlich überleben."

  • Die chinesische Führung handelt im Unterschied zur völlig korrumpierten deutschen Regierung grundsätzlich im langfristigen wirtschaftlichen Interesse des chinesischen Volkes.

    So hat China amerikanische Staatsanleihen letztlich nur deswegen "in Kauf genommen", da es auf diese Weise vom Textilfertiger zum High-Tech-Produzenten aufgestiegen ist.
    Den wertlosen PIIGS-Anleihen-Sondermüll wird China wahrscheinlich nur schlucken, wenn neben deutschen Garantien auch noch der Zugriff auf deutsche Unternehmen, deren Arbeitsplätze und deren Knowhow "erleichtert" wird.
    Wir werden unsere hirnverbrannte Euro-Nibelungentreue wahrscheinlich nicht nur mit Inflation, sondern auch mit dem Ausverkauf von "Made in Germany" bezahlen. Zum Teufel mit unseren gekauften Politikern, die ihr eigenes Volk verraten !

    Viele Chinesen, die mit unserem kapitalsozialistischen Politikerpack verhandeln, wundern sich wahrscheinlich schon lange, was das noch mit Demokratie oder gar sozialer Marktwirtschaft zu tun hat. Die Systempresse der EUDSSR läuft auch wie geschmiert.

  • Es wird Zeit sich daran zu gewöhnen, dass China die neue
    Weltmacht ist...später werden noch Indien und Russland diesen Kreis erweitern...unsere und andere europäische Politiker sind also wohl beraten auf diesen Zug aufzuspringen...
    ...denn, wenn China die dümmlichen Grossmachtsträume der USA lange finanziert hat, wohl wissend das diese im Nichts enden würden...kann es sich auch erlauben den Euro
    zu stützen...und zu kontrolieren..

  • Schreibt der Techniker im warmen Haus...

  • Um den eklatanten Irrtum Euro nicht zugeben zu müssen, kriecht man jetzt auch noch China in den Hintern, einem Staat, dem Menschenrechte keinen Euro-Cent wert sind. Macht endllich tabula rasa. Weg mit dem Euro und zurück zur Vernunft. Europäische Union, ja. Europäische Währungsunion, nein. Europa kann keine zweite USA werden. Unterschiedliche nationale Interessen lassen sich nicht unter einen Hut bringen. Begreift endlich, dass Menschen eben doch nur Menschen sind; keine staatenbildenden Insekten ohne eigene Interessen.

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