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Euro-Rettung: Ein letzter Coup

Hoffnung statt Panik – das ist die Lage in Europa. Die Euro-Rettung zeigt erste Erfolge. Aber der Streit zwischen ärmeren und reicheren Ländern spitzt sich noch mal so richtig zu.

von Matthias Krupa und Mark Schieritz Quelle: Zeit Online
Bundeskanzlerin Angel Merkel und der italienische Premier Mario Monti. Quelle: dpa
Bundeskanzlerin Angel Merkel und der italienische Premier Mario Monti. Quelle: dpa

Erik Nielsen hat Europa stets die Treue gehalten. Andere mochten in den vergangenen Jahren über das Ende der EU oder den Zerfall der Währungsunion schreiben – der 54-jährige Bankvolkswirt nicht. Er riet Investoren sogar tapfer zur Geldanlage. Bei Nielsens langjährigem Arbeitgeber, dem amerikanischen Investmenthaus Goldman Sachs, war das nicht immer gern gesehen; im Herbst wechselte der Däne zur italienischen Großbank Unicredit.

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Neuerdings ist Nielsen nicht mehr Außenseiter, sondern Mainstream. An den Finanzmärkten ist Europa wieder angesagt. Spanien und Italien konnten sich zuletzt zu annehmbaren Konditionen Geld leihen. Selbst Portugal gelang es zum ersten Mal, seit das Land Finanzhilfe erhält, wieder Anleihen zu platzieren. Welch ein Kontrast: Noch vor ein paar Wochen sorgte jedes Zucken der Konjunktur für Untergangsstimmung; Mitte Januar aber verdarb nicht einmal die spektakuläre Herabstufung Frankreichs durch die Ratingagentur Standard & Poor’s den Anlegern die Kauflaune.

So bewertet S&P die Euro-Länder

  • Belgien

    Aktuelles Rating: AA

    Ausblick: negativ

  • Deutschland

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: stabil

  • Estland

    Aktuelles Rating: AA-

    Ausblick: negativ

  • Finnland

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: negativ

  • Frankreich

    Aktuelles Rating: AA+

    Ausblick: negativ

  • Irland

    Aktuelles Rating: BBB+

    Ausblick: negativ

  • Italien

    Aktuelles Rating: BBB+

    Ausblick: negativ

  • Luxemburg

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: negativ

  • Malta

    Aktuelles Rating: A-

    Ausblick: negativ

  • Niederlande

    Aktuelles Rating: AAA

    Ausblick: negativ

  • Österreich

    Aktuelles Rating: AA+

    Ausblick: negativ

  • Portugal

    Aktuelles Rating: BB

    Ausblick: negativ

  • Slowakei

    Aktuelles Rating: A

    Ausblick: stabil

  • Slowenien

    Aktuelles Rating: A+

    Ausblick: negativ

  • Spanien

    Aktuelles Rating: A

    Ausblick: negativ

  • Zypern

    Aktuelles Rating: BB+

    Ausblick: negativ

Hoffnung statt Panik – das ist die Lage in Europa zu Beginn des Schicksalsjahres 2012. Selbst die scheuen amerikanischen Geldmarktfonds, deren Rückzug maßgeblich zur Verschärfung der Situation in Europa beigetragen hatte, wagen sich langsam wieder zurück. War es das also? Ist das Drama, das Europa fast zwei Jahre lang in Atem hielt, womöglich sogar vorüber? Einige sehen das so: »Die Krise«, schreibt die Frankfurter BHF-Bank in einem Marktbericht für ihre Kunden, »könnte ihren Höhepunkt bereits überschritten haben.«

  • 30.01.2012, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: ursularenner

    Die Politiker werden nie zugeben, daß der € eine Schnaps-idee ist, lieber riskieren sie eine Währungsreform, die nach Stand der Dinge eher früher kommt als später. Historisch begannen alle Währungsreformen damit, daß die Zentralbank ihre Unabhängigkeit verlor...Der deutsche Länderfinanzausgleich sollte uns klar vor Augen führen, wohin die deutsche Politik steuert, in die glasklare Unver-antwortlichkeit, in ein System, in dem keiner Lust auf wählervergraulende, strukturelle Verbesserungen hat, weil keiner davon profitiert. Die anderen €-Länder wissen, daß uns die DDR seit dem Mauerfall 1,3 Bio € gekostet hat und daß wir das offenbar zwar mit steigenden Staatsschulden aber irgendwie gewuppt haben. Jetzt soll offenbar ein großer Teil des Geldes in die anderen €-Länder umgeleitet werden. Wenn die FDP einen Funken Überlebenswille hätte, wäre sie die politische Alternative gewesen unter lauter Parteien, die Deutschland marginalisieren wollen, Stichwort "Versailles II"... Wie sagt Merkel so richtig: Man soll D nicht überfordern, aber genau das ist gewollt!

  • 30.01.2012, 08:15 Uhrberkmann

    "Denn so viel Europäerin ist Merkel mittlerweile, dass sie eher ihre Koalition aufs Spiel setzen würde als den Zusammenhalt der Währungsunion zu riskieren."
    Wann merken die Deutschen endlich, wie gefährlich diese Frau ist?
    Und alle anderen Euro-Träumer auch.
    Es kann nicht sein, dass die deutschen Steuerzahler sämtliche Rechnungen in der Eurozone bezahlen.

  • 30.01.2012, 00:59 UhrAnonymer Benutzer: Deutschlandhoertaufzuexistieren

    Und das ist noch nicht alles, informieren Sie sich mal über den von der Politik der Gutmenschen angeschobenen Energieumbau. Was da auf den normalen Bürger zukommt ist wohl die Komplettierung der Katastrophe. Einem Land wird erst die Währung genommen und dann steigt dieses Land ohne Bodenschätze auch noch alleine auf diesem Planeten aus der Kernenergie aus. Für den Normalbürger nicht zu bezahlen.

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