Euro-Rettung Griechischer Top-Ökonom warnt vor Schuldenschnitt

Der frühere EZB-Vizepräsident Lucas Papademos hat eindringlich vor einem drastischen Schuldenschnitt für Griechenland gewarnt. Damit seien große Risiken verbunden.
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Eine griechische Euro-Münze. Quelle: dapd

Eine griechische Euro-Münze.

(Foto: dapd)

AthenDie Pläne der Euro-Partner für einen größeren Schuldenschnitt Griechenlands treffen in der Athener Regierung auf Widerstand. Eine deutlich stärkere Beteiligung der privaten Gläubiger als die vereinbarten 21 Prozent seien gefährlich für die Euro-Zone, erklärte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank und jetzige Regierungsberater, Lucas Papademos.

In einem Kommentar für die Sonntagsausgabe der Zeitung „To Vima“ warnte Papademos, dass ein größerer Schuldenerlass die Freiwilligkeit der Beteiligung der Finanzbranche infrage stelle und damit die Risiken erhöhe. Sollten die Ratingagenturen dies als Zahlungsausfall bewerten, drohe ein Übergreifen der Probleme auf die Banken. Dann könnte es zu einer Kreditkrise mit schweren Folgen für die Wirtschaft kommen, was wiederum die staatlichen Sparanstrengungen untergraben dürfte. Daher sei es im Augenblick ratsam, die Beschlüsse vom Euro-Gipfel im Juli umzusetzen und angemessen zu stärken.

Im jüngsten Lagebericht der Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds (IWF) hieß es allerdings, das damals verabredete zweite Rettungspaket über 109 Milliarden Euro reiche nur, wenn die privaten Gläubiger auf 60 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands könnte dann bis 2020 auf tragfähige 110 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden nach einem Höchststand 2013 von voraussichtlich 186 Prozent. Die Staats- und Regierungschefs der EU suchen am heutigen Sonntag auf dem Gipfel in Brüssel nach einem Ausweg aus der Schuldenkrise. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte bei einem Treffen der europäischen Konservativen am Samstagabend im Vorfeld des Gipfels laut Teilnehmern, dass der Schuldenschnitt für Griechenland mindestens 50 bis 60 Prozent betragen müsse.

Dabei sollen die Banken in Europa offensichtlich einen größeren Beitrag leisten - und zugleich notfalls mit zusätzlichem Kapital in Höhe von 100 Milliarden Euro ausstaffiert werden, um diesen Schuldenschnitt verkraften zu können. Die Finanzminister streiten aber noch über das genaue Vorgehen bei der Bankenkapitalisierung. Der Forderungsverzicht werde nahe bei 50 Prozent der Verbindlichkeiten Griechenlands gegenüber privaten Gläubigern liegen, sagte der belgische Finanzminister Didier Reynders dem französischen TV-Sender France 24 am Samstag am Rande der Sondersitzung der EU-Finanzminister in Brüssel. Zuvor hatte schon Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker bekräftigt, von den Banken werde ein erheblich höherer Beitrag zur Entlastung Griechenlands gefordert.

Einigung mit Banken notwendig
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18 Kommentare zu "Euro-Rettung: Griechischer Top-Ökonom warnt vor Schuldenschnitt"

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  • Die Regierungen haben uns in diese ständigen EURO-RETTUNGSSCHIRM-ERHÖHUNGEN hineingeritten.

    Jetzt sollen Sie dringenst nach einer anderen Lösung suchen,denn sonst erfolgt - sobald die anderen gefährdeten Staaten folgen - ein Flächenbrand!

    Darüber sollten sich schon v o r h e r Gedanken gemacht
    werden und vor allem andere Lösungen - als Rettungschirm-
    erhöhungen - gesucht und durchgesetzt werden!

    KARIN

  • In „dieser Welt“ (zivilisatorisches Mittelalter) gibt es keine Lösung für die „Euro-Schuldenkrise“, denn zunächst „muss allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird“:

    http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Eine Menschheit, die bereits Raumfahrt betreibt, hat etwas im Grunde so Einfaches wie das Geld bis heute nicht verstanden. Diese beschämende Tatsache ist nicht allein dafür verantwortlich, dass wir heute weit hinter den technologischen Möglichkeiten zurückhängen, die Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke in „2001: Odyssee im Weltraum“ visualisierten, sondern tatsächlich für alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/vollinvestition.html

  • "vereinbarten 21 Prozent seien gefährlich für die Euro-Zone, erklärte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank und jetzige Regierungsberater, Lucas Papademos".
    Das nenne ich eine wirkliche Chuzpe. Da will er uns allen Ernstes erklären was gut für ist.
    Was hält er davon wenn Griechenland seine Schulden bezahlt, und nicht seine Guthaben ins Ausland trägt.

  • Die Schulden werden die Griechen nie begleichen, die werden einen Balkankrieg mit Angriff auf Mazedonienen vom Zaun brechen. Dafür dass Sie ein Kriegsvorbereitung gemacht haben, können sie nicht mehr zurückkehren, und dass wird der endgültige Untergang in der Sache. In Zeiten der Kriegsvorbereitung werden Finanzielle vernunft immer liegen gelassen.
    Die Frage ist unterstützt Europa tatsächlich diesen Kriegskurs dieses kleinen kranken Staates mit Pensionsfond geldern und Steuern ihrer Bürger????

    Das einzige grosse an Griechenland ist MEGALA IDEA, was man mit einer Art Volksspezifischen Geistesstörung gleich setzen kann. Der Glaube einer Herrenrasse abzustammen bewegt dieses kleine Balkanvolk immer wieder zu Wahnsinnsaktionen und Greueltaten seit dem es Gegründet worden ist.
    Gr hat im 20. Jahrhundert versucht Türkei zu erobern und is kläglich gescheitert. Im weiteren die Aggressionen auf Zyprus um diese Insel zu annektieren hat auch eine Brutale niederlage beschärt, oder die Anfeindungen mit Albanien und Mazedonien.
    Die Militärausgaben wegen ihres Grössenwahns haben das Land am Ende ruiniert.
    Gestern redete der Papandreu von Gefährdung der Existenz des Staates.

    Warum hat Frankreich letzte Woche 3 moderne Tarnkappenfregatten gratis an Griechenland spendiert ? Hat Griechenland überhaupt das Recht solche Schiffe noch zu betreiben mit unserem Geld ?

  • Wenn schon, sollte GR durch einen Sonderkredit mit 0-Zins duch die EZB umgeschuldet werden. Bedingung wäre, daß GR eine Tilgunsquote garantieren muß und falls nicht, seine Mitgliedschaft in der Eurozone u.U auch in der EU verliert.

  • Wie oft wurde der Euro schon "gerettet" und wie oft soll dieser Müll noch "gerettet" werden?

    Eine Währung, welche man retten muss, ist keine Währung.

    Man sollte auch mal hier draufschauen:

    http://www.nytimes.com/imagepages/2011/10/22/opinion/20111023_DATAPOINTS.html

    Da kann man gut erkennen, wie das Bankensystem verflochten ist. Die Globalisierung ist kein Erfolg - die Globalisierung scheint sich als der Untergang auszuweisen. Denn jetzt fällt nicht nur ein Land, dann fallen so viele, dass wir wirklich eine finanzielle Kernschmelze erleben werden.

    Allerdings wird mit dem "Zeit kaufen" der Verantwortlichen die Fallhöhe nur erhöht. Die Regierungen kommen mir vor, wie jemand, der aus dem 20. Stock fällt und beim vorbei fliegen am 10. Stock sagt: "bis jetzt ist ja noch nichts passiert."

    Nun ja, wenn die Parasiten den Wirt umgebracht haben, sterben sie auch selbst.

  • Laut Herrn Henkel (ehem. BDI-Chef) trauen sich die Politiker nur deswegen nicht die Griechen rauszuschmeißen, weil dann die bisherigen Milliarden verloren gehen.

    Wenn das der einzige Grund ist, dann gute Nacht EUdSSR.

  • http://unzensiertinformiert.de/2011/06/griechenland-besitzt-unmengen-an-erdgas-und-erdol-darf-es-aber-nicht-fordern/

  • Wenn man jahrelang über seine Verhältnisse lebt hat man eben mit Risiken zu rechnen. Wenn man nicht merkt, dass man über seine Verhältnisse lebt, dann hat man gar keine Top-Ökonomen.

  • schlimm - schlimmer - Griechenland.
    Das ist die neue Komparation von "schlimm".

    Im Mai 2010 wurde das erste "Rettungspaket" für Griechenland "geschnürt"; 110 Milliarden Euro.
    Im Mai 2011 wurde über ein zweites "Rettungspaket" für Griechenland "gesprochen"; 109 Milliarden Euro.
    5 Monate später steht schon fest, daß dieses auch nicht ausreicht. Man spricht jetzt schon von 444 Milliarden.
    Wenn das so weitergeht, ist bald die Billionengrenze erreicht.
    Und dennoch bleibt Griechenland ein Faß ohne Boden, ein schwarzes Loch; der Ereignishorizont ist schon unterschritten, es gibt kein Zurück mehr.

    Ave atque vale, Graecia

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