Euro-Rettung
Nach Chinas Jein klopft Regling in Japan an

Für die Euro-Rettung fehlen Investoren. Einige asiatische Länder suchen Anlagemöglichkeiten für ihre Devisenreserven. Deshalb führt Klaus Regling Gespräche in China und Japan. Deren Bedeutung spielt Juncker herunter.
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New York/Peking/BerlinDer Rettungsschirm EFSF soll auf über eine Billion aufgebläht werden. Doch dazu brauchen die Euro-Retter frisches Geld von privaten Investoren. Um das zu bekommen, hat Europa eine neue Investment-Offensive gestartet. Ganz oben auf der Liste stehen Länder mit großen Devisenreserven - sie liegen in Asien.

So hat sich der Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, Ende der vergangenen Woche nach Osten aufgemacht. Am Freitag warb er in Peking für Investitionen in Anleihen von Euro-Krisenländern. Für den Rettungsschirm sei es sehr wichtig, mit den großen Investoren wie China in Kontakt zu stehen. Doch die chinesische Regierung will ihre Schatulle nicht ohne weiteres öffnen. Man wolle erst einmal detailliert sehen, wie die Eurozone gerettet werden solle.

Chinas Vizeaußenministerin Fu Ying begrüßte in Peking zwar die „positiven Ergebnisse“ des Euro-Krisengipfels. Vor zusätzlichen Investitionen in einen erweiterten europäischen Rettungsschirms wolle China aber abwarten, wie die technischen Details des geplanten neuen Investmentvehikels aussehen, sagte Vizefinanzminister Zhu Guangyao. Er nannte seine Gespräche mit EFSF-Chef Regling „sehr professionell“.

Nun will Regling einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge noch in dieser Woche in Japan vorsprechen. Das Land hat bereits in der Vergangenheit entsprechende Bonds gekauft, zudem hat Japans Finanzminister Jun Azumi erst vergangene Woche gesagt, er sei bereit, weitere hinzuzukaufen.

Bisher hat Japan etwa 20 Prozent der Schulden aus dem Rettungsfond gekauft. Regling hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass auch China regelmäßig kaufe. Er äußerte sich aber nicht dazu, in welcher Höhe.

Zu den Ergebnissen der Treffen in Peking habe sich Regling dem „Wall Street Journal“ gegenüber nicht äußern wollen. Zu den Gesprächsthemen habe aber die effektivste Struktur des neuen Rettungsfonds gehört.

In einem Kommentar vom Sonntag warnt die staatseigene chinesische Nachrichtenagentur Xinhua: China habe zwar seine Bereitschaft signalisiert, auf eine „Win-Win“-Art mitzuwirken, aber die Europäer sollten keinen barmherzigen Samariter erwarten und sich auf Zugeständnisse einstellen.

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  • Das wird in den nächsten 10 oder 20 Jahren noch ein ganz heißer Tanz werden wenn China genau dann das Geld zurück will wenn bei uns die Rentenproblematik im Fokus steht.

    Mir graust es davor.

  • Es ist zum Schämen.

  • Es ist Träumtänzerei, wenn man erwartet, daß Regling auf seiner Betteltour offene Türen einrennt.

    Kein vernünftiger Investor gibt Geld ohne Zugeständnisse; es ist auch ganz normal, daß Gläubiger Zinsen, Tilgungen und Sicherheiten verlangen.

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