Euro-Rettungsfonds: Berlin und Paris streiten über EFSF

Euro-Rettungsfonds
Berlin und Paris streiten über EFSF

Der Euro-Rettungsschirm soll künftig Anleihen von Schuldenstaaten kaufen. Doch mit wieviel Geld? Frankreich will dem Fonds freie Hand geben - fürs Retten könnte dann nicht nicht mehr genug bleiben, fürchtet Deutschland.
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BrüsselZwischen Deutschland und Frankreich ist eine Auseinandersetzung darüber entbrannt, in welchem Umfang der Euro-Rettungsfonds EFSF künftig Staatsanleihen ankaufen darf. Frankreich wolle dem EFSF diesbezüglich keinerlei Vorgaben machen, erfuhr das Handelsblatt von einem hochrangigen EU-Diplomaten. Dies würde theoretisch bedeuten, dass der EFSF sein gesamtes noch nicht verausgabtes Finanzvolumen einsetzen könnte, um Bonds eines einzigen Euro-Staates aufzukaufen.

Der EFSF verfügt insgesamt über 440 Milliarden Euro, hat einen Teil davon allerdings schon für die Kreditpakete an Irland und Portugal verplant. Die Bundesregierung wolle die für Bond-Käufe eingesetzte Summe je Euro-Staat begrenzen, hieß es weiter in Brüssel. Deutschland denke außerdem auch an eine zeitliche Befristung der Bond-Käufe.

Der Ankauf von Staatsanleihen ist eines der drei neuen Instrumente, über die der erweiterte EFSF künftig verfügen darf. Die Ausgestaltung dieser neuen Instrumente soll in Leitlinien geregelt werden, über die hohe Beamte der Euro-Finanzministerien derzeit in Brüssel verhandeln. Die Leitlinien müssen anschließend vom Haushaltsausschuss des Bundestages genehmigt werden. Das deutsche Parlament hat dies zur Bedingung gemacht für seine Zustimmung zum erweiterten EFSF.

Kommentare zu "Berlin und Paris streiten über EFSF"

Alle Kommentare
  • Ja, der Todeskuss!

  • Ich verstehe die Aufregung nicht:
    1. Ich weiß seit Jahrzehnten, daß die Politiker der Blockparteien lügen. Dennoch werden sie gewählt. Wie blöd ist das denn, wenn man sich nachher darüber aufregt, daß sie tun, was sie in der BRD immer schon getan haben - das Volk verraten.

    2. Das westliche Finanzsystem ist ein Schuldgeldsystem, welches wegen des Zinseszinseffekts exponentielle Verschuldung, welche Mutter Erde so lange es geht, abgepreßt wird, aufgebaut ist. Es ist ein legalisiertes Pyramidensystem, wo Banken mehr als die zehnfache Menge des Eigenkapitals aus dem Nichts schöpfen (Giralgeldschöpfung) und dafür Zinsen verlangen.
    Wie bei allen Pyramidenspielen, müssen neue Kredite aufgenommen werden, um die alten zu bedienen.
    Wie blöd ist es, dieses Versklavungssystem seit Jahrzehnten zu wollen, zu wählen und dafür einzutreten, aber dann zu maulen, wenn die Früchte der Ernte reif sind?

    3. Ihr wollt doch nicht "finstre Zeiten" haben, wo die Deutschen selbst über ihre Zukunft entscheiden konnten und ihr Fleiß ihnen zugute kam, und nicht den Finanzparasiten. Also liebes Stimmvieh. Aufhören zu meckern, hackln und zahlen! :D

  • Demonstration gegen den Euro-Rettungswahnsinn in Frankfurt am 22.10.2011
    Details unter http://eurodemostuttgart.wordpress.com/

  • Wieder eine Schlagzeile mit dem Titel "Ein Küsschen für den Euro"?

  • Die Franzosen sind das nächste Problem. Sie leben weiter über ihre Verhältnisse: Rente mit 60, 35-Stunden-Woche, flächendeckende kostenlose Kinderversorgung, billige Eisenbahn u tolle Häuser an der Côte mit viel Urlaubszeit. Die Kommunen bezahlen ihre Schulden nicht (größter Kommunen-Finanzierer ist die Dexia).Wie die Italiener brauchen sie einen, der das alles bezahlt. und De ist dumm genug.

  • Wieso bürgt Deutschland für mehr Schulden des illegalen EFSF als Frankreich? Wenn fränzösische Banken viel mehr PIGS-Anleihen haben als deutsche Banken?

    Merkel läßt sich in der Tat ständig über den Tisch ziehen.

    Da sollte doch erstmal Frankreich in die Bresche springen!

  • mit hielft zu hilft wohl auch @digiteach gleich mit ...

  • Schon passiert die Frau ist auf MK-Ultra und wird von Paris aus ferngesteuert. Da hielft nur noch notschlachten, bei der nächsten Wahl meine ich...

  • Warum streiten sich Frankreich und Deutschland, wenn es eh in beiden Staaten bald zu Währungsreformen kommt?

    Am 12. September 2011 erschien auf "goldseiten" unter dem Titel "Das Bankensystem der Euro-Zone ist derzeit noch mehr gefährdet als 2008 - und dies nicht ohne Grund!" ein interessanter Artikel über den Zustand der Banken - ein sehr lesenswerter Artikel.

    http://www.goldseiten.de/content/div...?storyid=17257

    Dass die Banken unter Berücksichtigung der Fälligkeit für Bankanleihen völlig unterkapitalisiert sind, ist für jeden Laien aus der ersten Tabelle ersichtlich.

    Beispiele (Quelle: Bloomberg):

    1 Banco Santander 2011: 12,8 Mrd. --> 2012: 86,3 Mrd.
    2 Banco Bilbao 2011: 25,0 Mrd. --> 2012: 63,7 Mrd.
    3 Deutsche Bank 2011: 71,2 Mrd. --> 2012: 134,5 Mrd.
    ...
    8 UniCredit 2011: 10,5 Mrd. --> 2012: 42,6 Mrd.

    Ankauf von Schrottanleihen durch die EZB mit Stand Anfang Sept. 2011: ca. 150 Mrd. EUR

    Verbriefte Verbindlichkeiten der EIB (European Investment Bank) mit Stand Ende Juni 2011: ca. 375 Mrd. EUR

    Forderungen (Target II Salden) der Deutschen Bundesbank an Euroländer ca. 402 Mrd. EUR (s. Monatsbericht vom August 2011 auf S. 73* in Spalte 7).

    General Government Cross Dept (Deutschland) Ende 2010: 2.079.628.600.000 EUR (Quelle: http://epp.eurostat.ec.europa.eu/tgm...0 90&plugin=1).

    Übrigens liegt Deutschland von 27 EU-Staaten in der Verschuldung zum BIP mit 83,2 % an sechster Stelle hinter Staaten wie Griechenland, Italien, Belgien, Irland und Portugal mit stark steigender Tendenz! Übrigens stellen die 83,2 % nur die expliziten Schulden dar, hinzu kommen noch nach den letzten Berechnungen implizite Schulden (hier insbesondere Pensionsansprüche) von ca. 5 Bio. EUR hinzu. Gesamtschuldenstand in Dtl. demnach: ca. 7 Bio. EUR (7.000.000.000.000 EUR).

    Griechenland mit nicht mal 2 Prozent vom BIP aller EU-Staaten wird an den Pranger gestellt um damit von den wirklichen Problemen in den Staaten DEUTSCHLAND und FRANKREICH abzulenken.

  • Wieso streiten wir mit den Franzosen?
    Wir sollten uns einfach in Schweigen hüllen, dann verwandeln sich Sarkozys Verbalexkremente in heiße Luft.
    Statt dessen wird diskutiert und das Ergebnis ist heute schon klar. Wie immer lassen sich Supermerkel und Eisenschäuble einlullen und verkaufen uns an Europa.

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