Euro-Rettungsprogramm Finanzbedarf in Zypern höher als erwartet

Bis zum Jahr 2016 braucht die Kriseninsel 23 Milliarden Euro. Das geht aus der Vereinbarung mit dem Euro-Rettungsfonds ESM hervor. Aufstocken müssen die Gläubiger ihre finanziellen Zusagen deshalb aber nicht.
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Sie brauchen mehr Geld: Zyperns Präsident Nikos Anastasiades (l.) und sein Finanzminister Charis Georgiadis. Quelle: dpa

Sie brauchen mehr Geld: Zyperns Präsident Nikos Anastasiades (l.) und sein Finanzminister Charis Georgiadis.

(Foto: dpa)

DüsseldorfZyperns Finanzbedarf während der Laufzeit des Euro-Rettungsprogramms ist mit 23 Milliarden Euro größer als erwartet. Das geht aus der Vereinbarung mit dem Euro-Rettungsfonds ESM hervor, die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Laut dem Papier steuert Zypern allerdings 13 Milliarden Euro selbst bei. Die Summe kommt durch die Nutzung der Sparguthaben bei der Bankenrekapitalisierung und zusätzliche Sparmaßnahmen zusammen. Somit bleibt das Rettungspaket der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) bei zehn Milliarden Euro.

Die Geldgeber rechnen mit einem deutlichen Einbruch von Zyperns Wirtschaft. Im laufenden Jahr wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 8,7 Prozent schrumpfen, wie es in der Schuldentragfähigkeitsanalyse der Troika heißt, die dem Handelsblatt ebenfalls vorliegt.

Nach der Prognose wird der Schuldenstand Zyperns im Jahr 2015 seinen Höhepunkt erreichen und 126,3 Prozent des BIP betragen. Am Ende des Hilfsprogramms im Jahr 2016 soll der Schuldenstand 121,9 Prozent betragen. Die Euro-Finanzminister wollen am Freitag über das Rettungsprogramms beraten. Kleine Änderungen sind dann noch möglich.

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11 Kommentare zu "Euro-Rettungsprogramm: Finanzbedarf in Zypern höher als erwartet"

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  • Dass Zypern teurer würde, hatte ich hier schon vor 2 Wochen geschrieben -die "Salamitaktik" ist ja sozusagen die Gründungsfeste der EU-Politik geworden.

    Dazu passt das hier natürlich auch prima:

    "Aufstocken müssen die Gläubiger ihre finanziellen Zusagen deshalb aber nicht"


    Genau, denn das muss noch warten, bis das erste Zypernpaket erst mal durch die deutsche Volkskammer durchgewunken wurde.
    Danach dauert es dann maximal eine Schamfrist von 1 Monat, bis die "unerwartete" Erkenntnis kommt, dass es weiteres Hilfspaket braucht.

    -Wer anderes glaubt, hat die letzten Jahre irgendwie im Winterschlaf verbracht..

  • Ich finde es bemerkenswert, dass bei der Zypern-"Rettung"
    ein Packet beschlossen wird, welches auf Jahre hinaus irgend welche Zahlen (Verschuldung) in den Raum stellt, obwohl kurzfristig keine verlässlichen Zahlen aufzutreiben sind. Vermögen über 100000 Euro werden zu 35% fest einbehalten, der Rest über Monate zunächst eingefrohren, wieviel davon irgendwann möglicherweise mal freigegeben wird ist unklar. Und dann prangert man neue
    Parteien als unseriös und populistisch an, wenn sie diese
    Handlungsweise anprangern und auf den unglaublichen
    Vertrauensverlust der "seriösen" etablierten Politik
    hinweisen ! Auch wundert es mich, dass hier nirgends zu
    lesen war, dass während die zypriotischen Banken auf
    Zypern viele Tage geschlossen waren, deren Filialen in
    Griechenland und in London geöffnet gewesen seien.
    Logisch, dass dann etliche hohe Guthaben noch abgezogen
    wurden, nur die terminlich fest gebundenen Vermögen sind
    noch da. Wen wundert es also, dass die Summe der einbe-
    haltenen Vermögen kleiner ist als errechnet, der noch
    aufzubringende Teil also grösser und noch grösser wird ?

  • Hieß es sonst nicht immer, "mehr als gedacht" ?
    Jetzt wird nicht mehr gedacht, jetzt wird erwartet!
    Oh je!
    Von Slowenien oder Kroatien wird demnächst was erwartet....
    von Italien auch..
    von den Franzosen sowieso..
    und von den Deutschen erst..

  • Es muss ein Ende haben, dass durch die völlig unkontrollierbare, in Kernpunkten mafios strukturierte ESM-Mega-Bank unser Bürgervermögen verschleudert wird.

    Umfrage bei T-online.de
    Einige Experten sagen vorher, dass die Tage des Euro gezählt sind. Was meinen Sie?

    Es gibt keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative – Eurozone und Euro werden bleiben.
    Dafür stimmten 16,3 % – 83,7% hat eine andere Meinung.

    Soviel zum Thema Umfragen.

  • Und er wird mit jedem Jahr der "Rettung" weiter steigen, der Modus "Griechenland" zeigt es doch seit Jahren, nicht gelabert, sondern faktisch: Schritt 1: Umbuchung der Bankschulden auf das Staatsschuldenkonto, Schritt 2: die EU rettet gegen Auflagen und gibt ein paar Milliarden, Schritt 3: die Auflagen, Steuererhöhung, Renten- und Lohnkürzungen, Kreditklemme und Investitionsrückgang lassen das BIP sinken, Schritt 4: die Steuereinnahmen sinken, wegen gesunkenem BIP, die Staatsverschuldung steigt, Rückzahlung stottert, Schritt 5: Schuldenschnitte, wider gegen noch strengere Auflagen, Schritt 6: das BIP sinkt noch mehr, die Steuereinnahmen sinken noch weiter ... und jetzt beginnen Sie wieder bei Schritt 2. ... Laaaaaangweilig ...

  • Macht endlich Schluß mit dem Euro, damit wir abrechnen können.

  • Die Krise ist vorbei, die Wirtschaft brummt, die Ersparnisse sind sicher, der Euro ist stabil und die Erde ist eine Scheibe.

    Lügen, Lügen, Lügen seitens der Politiker und Zentralbanker wohin man nur schaut. Auch Draghis Bazooka hat sich als Rohrkrepierer erwiesen, die Wirtschaft stagniert, die Arbeitslosenzahlen steigen unaufhörlich, der Kapitalbedarf der Pleiteländer steigt in astronomische Summen...wann hat dieser Euro und Lügengebilde endlich ein Ende? Ich kanns kaum erwarten. Ich sehe lieber einem großen Crash (mit all seinen Folgen) entgegen, als die Lügen, Propaganda und Versaublödung der Völker durch die Medien und die Politiker.

    Sorgt vor Leute, Vorräte und Edelmetalle.

  • Finanzbedarf höher als erwartet. wer hätte das gedacht, wo doch solche meldungen bei allen gerettet ländern pausenlos daherkommt. die nachhaltige Routineretterei funktioniert prächtig, was? natürlich sind wieder alle auf dem richtigen Weg, und machen fortschritte, gell? ich bin ja sowas von Stolz drauf wie wir durch die Krise geführt werden die der Barroso zum 11. mal beendet hat,

  • @ Mazi
    Es geht dabei nicht um fehlende Solidarität sondern um das Unterbinden kriminellen Handelns.
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    Solidarität gibt es NUR gegen Solidität. Und die ist bei Ländern wie Griechenland und Zypern, wo sich ständig neue Löcher auftun, einfach nicht gegeben. Diesen Sch****** liegt nur daran, sich in Brüssel eine Zusage zu ergaunern, um dann anschließend - meist schon nach ein paar Tagen (sic!) höheren Bedarf anzumelden und einzufordern. In solchen Ländern darf kein einziger müder Cent mehr versenkt werden.

    Die Summe kommt durch die Nutzung der Sparguthaben bei der Bankenrekapitalisierung und zusätzliche Sparmaßnahmen zusammen.
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    Zusätzliche Sparmaßnahmen? Lächerlich! Wenn zusätzliche Sparmaßnahmen möglich wären, hätten sie längst im Rettungsdeal mit der Troika einfließen müssen. Ergo: Es kann gar keine "zusätzlichen Sparmaßnahmen" geben!

  • Wir sind ja alle soooo überrascht, dass der Bedarf jetzt doch größer ist, als ursprünglich angenommen...

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