Euro-Rettungsschirm
CDU fordert Goldreserven als Sicherheit

Arbeitsministerin von der Leyen fordert, dass Gelder aus dem Rettungsfonds in Zukunft nur gegen Sicherheiten wie Goldreserven vergeben werden sollen. Das sei eine Art Schuldenbremse.
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BerlinZur Absicherung von Notkrediten des Euro-Rettungsfonds EFSF sind von der CDU die nationalen Goldreserven von Schuldensündern ins Gespräch gebracht worden. Auch Anteile an Staatsunternehmen könnten dafür herangezogen werden, bestätigten Parteikreise am Dienstag in Berlin. Diese Absicherungen könnten dreistellige Milliardenbeträge erreichen.

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte, dass Gelder aus dem Rettungsfonds künftig nur noch gegen Sicherheiten vergeben werden sollen. Viele Länder verfügten über Goldreserven und Industriebeteiligungen, sagte von der Leyen nach Angaben des ARD-Hauptstadtstudios. Diese könnten als Sicherheiten für Kredite eingesetzt werden.

Der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ sagte von der Leyen, die Sicherheiten sorgten dafür, dass die Vereinbarungen nicht wie die Maastricht-Verträge wieder gebrochen werden. „Faktisch haben wir so eine wirksame europäische Schuldenbremse.“ Im Finanzministerium war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Von der Leyen gehört der neuen CDU-Kommission an, die als Reaktion auf die innerparteiliche Auseinandersetzung über die Euro-Krise eingesetzt wurde. Das Gremium soll bis zum 24. Oktober einen Leitantrag für den Parteitag im November erarbeiten. Ihm gehört auch Finanzminister Wolfgang Schäuble an.

Schon vor gut zwei Wochen hatten Politiker der schwarz-gelben Koalition - wegen wachsender Vorbehalte gegen weitere Milliardenhilfen - ein Auge auf die Goldreserven geworfen. Dabei ging es auch darum, dass hoch verschuldete Euro-Staaten angesichts des Höhenflugs beim Goldpreis ihre Goldreserven auf den Markt werfen und so ihre Haushalte sanieren. Auch könnten Goldreserven als Sicherheit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt werden, hieß es.

So besitzt beispielsweise das hoch verschuldete Italien nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) weltweit die viertgrößten Goldreserven. Nach Angaben des „Word Gold Council“ hat das Land 2451,8 Tonnen Gold gebunkert. Dies entspricht aktuell einem theoretischen Wert von umgerechnet 102,5 Milliarden Euro.

Der Goldpreis ist nach einem Rekordhoch von mehr als 1900 US-Dollar pro Feinunze zuletzt wieder etwas gesunken. Das Edelmetall kostete am Dienstag 1880,60 Dollar je Unze. Deutschland besitzt Goldreserven von 3401 Tonnen. Der Marktwert beläuft sich zurzeit auf etwa 142 Milliarden Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro-Rettungsschirm: CDU fordert Goldreserven als Sicherheit"

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  • @ Andre

    Vielen Dank für die Hintergrundinformationen! :-)

  • So besitzt beispielsweise das hoch verschuldete Italien nach den USA, Deutschland und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) weltweit die viertgrößten Goldreserven. Nach Angaben des „Word Gold Council“ hat das Land 2451,8 Tonnen Gold gebunkert. Dies entspricht aktuell einem theoretischen Wert von umgerechnet 102,5 Milliarden Euro.


    Noch Fragen??

    Aber ein Teil zur Geldbeschaffung mal abzugeben, das kommt den Schlauhälsen nicht in den Sinn, Deutschland u.a machen das ja schon ganz selbstlos....

  • Irrtum

    Griechenland kauf auch weiterhin Gold und stockt damit seine Reseven auf.

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    Deutschland kauft Schulden - Griechenland kauft Gold
    [Bild: Deutschland kauft Schulden - Griechenland kauft Gold]
    Finanzstratege Erwin Grandinge geht in einer Kolumne der Welt-Online hart ins Gericht mit Regierung und Bundesverfassungsgericht. Die Brüsseler Rettungsschirmbehörde mutiere ohne Legitimation durch das deutsche Parlament und an allen EU-Verträgen vorbei zu einer marktverzerrenden Zweckbehörde.

    Es wachse verdeckt und am Bundestag vorbei eine EU-Behörde, der am Ende das Recht zustehe, direkt auf Leistungsbilanzüberschüsse der Bundesbürger zuzugreifen. Mit dieser Taktik leite Schäuble systematisch Eurobonds ein, dem deutschen Mittelstand drohe dadurch ein Fiasko durch stark steigende Zinsen.

    Trotz etlicher Klagen und folgenschwerer Multimilliardengarantien habe sich Karlsruhe ein Jahr für eine mündliche Verhandlung Zeit gelassen. Derweil flüchten verunsicherte Bundesbürger zunehmend ins Gold, sogar Athen misstraue den "Taschenspielertricks". Obwohl pleite, kaufte Griechenland jüngst große Mengen Gold.
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    Wie Greenspan, so sind auch die Griechen nicht besonders ehrlich, aber sie sind beide schlau und geschickte Trickser.

    Zu schlau für den fleißigen und trägen Michel.

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