Euro-Rettungsschirm
Frankreich für ESM-Hilfen an griechische Banken

Frankreichs Europaminister Repentin ist dafür, dass der ESM griechische Banken mit direkten Kapitalspritzen unterstützt. Den Höhepunkt der Krise sieht er überwunden. „Die gemeinsame Währung ist nicht mehr bedroht.“
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ParisDer Euro-Rettungsschirm ESM soll griechische Banken mit direkten Kapitalspritzen unterstützen. Das hat der französische Europaminister Thierry Repentin im Gespräch mit dem Handelsblatt gefordert. „Vieles wäre einfacher, wenn der Euro-Rettungsschirm die griechischen Banken bereits jetzt direkt rekapitalisieren könnte. Dann hätte das Land bessere Bedingungen auf den internationalen Kapitalmärkten“, sagte Repentin. Der Minister befürchtet trotz der anhaltenden Probleme in Athen nicht, dass Griechenland die Euro-Zone erneut in eine schwere Krise stürzen wird. „Der Höhepunkt der Krise liegt hinter uns. Die gemeinsame Währung ist nicht mehr bedroht“, sagte er.

Am Montagabend hatten die Finanzminister der Euro-Gruppe neue Hilfszahlungen an Griechenland freigegeben, dies aber an Bedingungen gebunden. So soll der Stellenabbau im öffentlichen Dienst beschleunigt werden. Die Hilfen von gut 6,8 Milliarden Euro sollen aber auch dann nur häppchenweise über die kommenden drei Monate ausgezahlt werden.

Repentin äußerte sich auch zu den im Mai 2014 anstehenden Europawahlen. Seiner Einschätzung nach ist es noch nicht sicher, dass die französischen Sozialisten den deutschen Sozialdemokraten und Europaparlamentspräsidenten Martin Schulz als Spitzenkandidaten der europäischen Sozialisten für die Wahl unterstützen werden. Schulz habe zwar viele Verdienste, sagte Repentin, schränkte dann aber ein: „In der Politik steht allerdings nichts von vorneherein fest, und nichts ist ausgeschlossen. Außerdem gibt es im September die deutsche Bundestagswahl. Deren Ausgang könnte Einfluss haben auf die Frage, wer EU-Spitzenkandidat der Sozialisten wird.“

Wie der Minister weiter sagte, wird der Sieger der Europawahl nicht automatisch Präsident der nächsten EU-Kommission. Der EU-Vertrag von Lissabon sieht diese Möglichkeit zwar erstmals vor. „Zwingend ist es aber nicht. Ich denke, dass die EU-Staats- und Regierungschefs sich die Entscheidung über diese Personalie vorbehalten werden“, sagte Repentin.

Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel
Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris

Kommentare zu " Euro-Rettungsschirm: Frankreich für ESM-Hilfen an griechische Banken"

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  • So ein Quatsch zu glauben wenn die griechischen Banken wieder Geld haben, daß sie ihre Wirtschaft oder den Staat wieder finanzieren. An wen ist den das ganze Geld geflossen, das sie vorher hatten? An Großspekulanten, Schwarzgeld Konten und Vermögensverlagerung der extrem reichen Griechen ins Ausland. Mit einer solchen Naivität zu argumtieren ist schon gleich sträflich wie von Merkel und Schäuble. Nein das gleiche Rad wird wieder so gedreht und der einfache Bürger und die Kleinunternehmer sehen keinen Cent, weil sie die dann die geforderten Sicherheiten nicht bieten können. Die Superreichen brauchen aber keine Garantien denn sie schieben dem Bankmanager einfach Geld rüber und dann wird weitergemacht wie vorher. Mit dieser naiven Argumentation wird unser Steuergeld vernichtet.

  • Sie haben recht, der Idiot ist der deutsche Michel, der immer noch nicht begriffen hat, daß Merkel und Schäuble fremdbestimmt handeln ( m ü s s e n ! ).

  • Griechenland sich selbst finanzieren, lol, der war nicht schlecht. Oder haben Sie das ernst gemeint? GR hat sich in den Euro-Jahren an einen Lebensstandard gewöhnt, den es nicht ansatzweise selbst erwirtschaften kann. Griechenland wird finanzielle Stütze brauchen, solange die den Euro haben werden. Wie der Topf heisst, aus dem das Geld kommt, ist absolut irrelevant. Wenn die jetzigen Töpfe leer sind werden sie aufgefüllt oder durch neue ersetzt. Es sei denn das Volk macht dem Euro-Spuk ein Ende.

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