Euro-Rettungsschirm: G20 nehmen Schäuble in die Zange

Euro-Rettungsschirm
G20 nehmen Schäuble in die Zange

Die G20-Staaten fordern eine Überprüfung der Stärke des Euro-Rettungsschirms - andernfalls gibt es nicht mehr Geld vom IWF für den Kampf gegen die Schuldenkrise. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble steht unter Druck.
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Mexiko-StadtDie Mitglieder der G-20 wollen eine Aufstockung des Internationalen Währungsfonds (IWF) von einem stärkeren Engagement der Europäischen Union gegen ihre Schuldenkrise abhängig machen. Die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) erklärten am Sonntag in Mexiko, die Euro-Länder würden im März ihren Rettungsfonds neu beurteilen. Erst danach werde über neues IWF-Geld entschieden.

„Die Euroländer werden im März die Stärke ihrer Rettungsmaßnahmen überprüfen. Dies wird einen wichtigen Aspekt unserer anhaltenden Überlegungen über die Mobilisierung weiterer Ressourcen für den IWF bilden“, hieß es in einer in Mexiko-Stadt nach zweitägigen Beratungen verabschiedeten G-20-Erklärung. Zuvor hatten mehrere Nicht-Euroländer klargemacht, dass sie erst mehr Engagement der Euroländer selbst sehen wollen, bevor der Rest der Welt dem IWF zusätzliches Geld zur Krisenbekämpfung zur Verfügung stellt. Eine Entscheidung über eine Erhöhung der IWF-Mittel könnte nun laut Abschlusserklärung im April fallen.

Unter den G-20-Staaten gebe es eine weitverbreitete Erwartung, dass die EU ihre finanziellen Stützmauern erhöhe, sagte die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde.

Außerhalb der Eurozone gebe es einen Konsens, dass die Europäer ihre „Brandschutzmauer“ gegen ein Übergreifen der Krise auf andere Länder verstärken müssten, sagte ein Delegationsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Unter anderem betonte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega im Namen der Brics-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika), die Schwellenländer würden die Euro-Staaten nur unter der Bedingung unterstützen, dass diese den Krisenfonds aufstocken und ihn mehr als bisher einsetzen.

US-Finanzminister Timothy Geithner sagte: „Es gibt einen breiten Konsens darüber, dass der IWF nicht Ersatz für das Nichtvorhandensein eines stärkeren Schutzschirms in Europa sein kann“, kritisierte er vor der Presse. „Ohne größere Klarheit über die Pläne der Europäer kann der IWF nicht vorankommen.“ Zwar anerkannte auch er, dass die Europäer in den vergangenen Monaten Fortschritte gemacht hätten, doch erneut rief er nach einer stärkeren finanziellen Brandmauer, die diese Reformen unterstützen könnten. Geithner forderte eine „starke und glaubhafte Brandschutzmauer“. Dann gebe es „mehr Sauerstoff, um sich auf langfristige Fragen zu konzentrieren“.

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  • Ich beobachte mit großer Trauer, was die Medien und Politiker weltweit uns etwas vormachen... Griechenland ist Pleite und dennoch!!!!! Fr. Merkel versucht mit allen Mittel die ihr zu Verfügung stehen uns (ich bin Griechin aber Steuerzahler hier in Deutschland) zu..."behalten". Die Mehrheit der Griechen (auch wenn es hier anders ankommt!!! das Sagen haben die Medien nun mal...) wollen ebenfalls nicht "geholfen" werden. Das ist bei den deutschen Steuerzahlern noch nicht angekommen (zumindest nicht bei der Mehrheit). Es ist sehr einfach das nachzuvollziehen.. Würden Sie ihre Nationale Souveränität für Geld (egal wie viel) aufgeben?...Griechen in der Mehrheit sagen NEIN. Was die Griechischen Politiker erzählen sind 200 Stimmen gegen ein ganzes Volk!!! Es sei gesagt, dass die griechische korrupte Politiker haben verdammt gutes Geld bekommen und bekommen noch heute, um ihr eigenes Wort zu verteidigen mit allen Mitteln und sogar über das Gesetz weit hinaus. DA frage ich mich, WIE kann es SEIN, dass Fr. Merkel auf das Wort dieser korrupten Bande sich einlässt!!!!???? Und das bei vollem Bewusstsein, denn die Warnungen sind ja da!!! Das Vertuschen der Wahrheit hinter schönen Worten der Politiker und Medien dient einzig und allein zum Aufbau und Festigung eines abgekarteten Spieles bei dem nur die Banken und die Regierungen verdienen die da mitmachen. Wir (alle!!!), die einfachen Bürger der EU sind nur die Slaven auf dessen Rücken das Imperium der Bankenwelt aufgebaut wird... alle! Ich verstehe jeden deutschen Bürger der sich aufregt, dessen Stimme aber nicht erhört wird. Ich hoffe aus tiefstem Herzen, den Griechen gelingt es aus der Europa Union sich zu befreien, in der großen Hoffnung daandere Länder folgen werden. Ich wünsche für eure und meine Kinder Freiheit und behaupte, es ist besser Frei und Mittellos auf die Welt zu kommen, statt als ein Verurteilter Schuldner auf Lebenslang. Und seien wir ehrlich... wer wünscht sich die schöne Zeit der Deutschen Mark nicht zurück?...

  • wenn schäuble thatcher als vorbild nimmt, kanns nur noch schlechter gehen. dann gute nacht. ihre politik war menschenverachtend und hat erst diese blasenbildung möglich gemacht. es ist genau nachzuvollziehen, dass ihre regierung es war, welche die deregulierung der finanzmärkte zur hauptaufgabe gemacht hatte, ohne die nachfolgenden konsequenzen zu sehen. aber als regierende kann man schließlich entscheidungen treffen und später sagen, ach. jetzt können die anderen mal ran und den karren aus den dreck ziehen. bloß der karren ist schon längst 10000 meter unter der oberfläche.

  • hoffe mal das herr schäuble in diesem sinne gut beraten is, dann hör ich auch auf hier und heute einen kontrapunkt zu setzen. hoffen wir mal!!!!!!!!!!!!!!

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