Euro-Schuldenkrise
OECD trommelt für EZB als Krisenbekämpfer

Merkel ziert sich, die EZB stärker in die Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise einzuspannen. Doch der Druck auf die Kanzlerin wächst. Jetzt fordert auch die OECD eine stärkere Feuerkraft für die Europäische Zentralbank.
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ParisDie OECD wählt starke Worte. Das Zukunftsszenario in ihrem neuen Konjunkturbericht fällt düster aus. Vor „absolut katastrophalen Resultaten“ warnt die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) für den Fall, dass Amerikaner und Europäer ihre Schuldenkrisen nicht in den Griff bekommen. Weltweit müssten sich Politiker aufs Schlimmste vorbereiten, wenn nicht schnell starke Signale für entschlossenes Handeln kämen. Die OECD mahnt: „Anders als im früheren Jahresverlauf erwartet, hat die Weltwirtschaft das Schlimmste noch nicht hinter sich.“

Was zu den geforderten starken Signalen gehört, machte OECD-Chef-Volkswirt Pier Carlo Padoan auf einer Pressekonferenz am Sitz der Organisation in Paris klar: Neben einer Aufstockung des Europäischen Rettungsfonds EFSF „um ein Vielfaches dessen, was wir bisher gelesen haben“, müsse auch die Europäische Zentralbank (EZB) „stärkere Feuerkraft“ erhalten.

Der Zentralbank komme in der Euro-Krise eine Schlüsselstellung zu: „Die EZB hat die Mittel für glaubwürdige Maßnahmen“, sie könne eine Ansteckung noch verhindern, sagte er mit Blick auf die hochnervösen Kapitalmärkte. Offen fordert die OECD, die EZB solle ihre Macht auch voll ausschöpfen, obwohl dafür eine Änderung ihres gesetzlichen Rahmens unausweichlich wäre.

„Es ist nötig“, betonte Padoan und meinte mit Blick auf den vertraglichen festgelegten engen Rahmen der EZB, der das bisher eigentlich verbietet: „Verträge müssen angepasst werden“. Auch in Deutschland werde ja bereits darüber diskutiert. In einer Erklärung seiner Organisation heißt es zudem mit Blick auf die EZB: „Solche energischen Politikmaßnahmen (...) können dem Wachstum des Euroraums und der Weltwirtschaft großen Auftrieb geben.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy wollen bei der geplanten Reform der EU-Verträge die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) jedoch nicht antasten, wie sie zuletzt bekräftigten. „Die Europäische Zentralbank ist unabhängig“, hatte Merkel vergangene Woche in Straßburg nach einem Treffen mit Sarkozy und Italiens Regierungschef Mario Monti erklärt. „Und deshalb beschäftigten sich mögliche Vertragsänderung auch nicht mit der Europäischen Zentralbank. Sie ist für die Geldpolitik zuständig, für die Stabilität des Geldes.“

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OECD trommelt für EZB als Krisenbekämpfer

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Sarkozy als Merkels Erfüllungsgehilfe

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Finger in der Wunde

Kommentare zu " Euro-Schuldenkrise: OECD trommelt für EZB als Krisenbekämpfer"

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  • @Anonymer Benutzer: MachteinEnde
    Ich befürchte das ein unkontrolliertes Pleite gehen lassen von Staaten, Banken, Versicherungen sehr viel größere Schäden anrichten würde. Soziale Unruhen wären wohl absehbar. Auch im Kern gesunde Unternehmen würden hart getroffen und viele wohl mit Pleite gehen. Außerdem sollte von den Medien auch mal stärker ins Blickfeld gerückt werden, dass gerade die Amerikaner und Briten doch massiv gegen Europa wettern und nur auf eine Pleite des Euroraums warten um von ihren eigenen, mindestens genauso großen Problem abzulenken und uns Europäern dann die Schuld für eine Weltwirtschaftskrise in die Schuhe schieben zu können. Selbst die Chinesen stehen doch mit ihrer immensen Immobilienblase in den nächsten Monaten/Jahren vor massiven Problemen.
    Angesichts dieser Tatsache würde ich dann doch eher eine über 10-15 Jahre gestreckte Inflationierung der Schulden bevorzugen.

  • Was soll das ganze Herumgeeiere? Es gibt in der Welt einfach nicht genügend Investoren die noch Geld in das Fass ohne Boden namens Europa schütten wollen.
    Wie praktisch da vorzuschlagen gleich eine Wasserleitung in Form der EZB anzuschließen.

    Ist wie bei einem Patienten, wenn es zu viele Parasiten (Schuldenmacher auf Kosten anderer) sind, stirbt der Patient (Europa). Manchmal hilft es noch, die infizierten Körperteile operativ zu entfernen. Aber unsere Parasiten sagen sich wohl "wenn wirs schon nicht überleben, dann soll niemand überleben".

  • @Anonymer Benutzer: franz
    ja, ganz genau das ist die Alternative. Die Länder gehen pleite, SIE SIND PLEITE, die Banken und Versicherer gehen pleite. Ja, mein Gott. Das Ersparte ist futsch. Und das hoffentlich bald. Und bei einem Neuanfang geht vielleicht, ganz vielleicht der Kunde zu einer neuen Bank und feilscht nicht wieder um noch mehr Zinsen. Aber bei der Commerzbank bekomme ich doch....

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