Euro-Schuldenkrise

Ökonomen fürchten um Frankreichs Top-Bonität

Die Abstufung der USA könnte auch Folgen für die Kreditwürdigkeit anderer Top-Schuldner haben. Als nächster Wackelkandidat gilt Frankreich. Analysten fordern von der Grande Nation einen harten Sparkurs.
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Die Flaggen von Frankreich und der EU. Quelle: Reuters

Die Flaggen von Frankreich und der EU.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfNach der Abstufung der USA fürchten Analysten, dass nun auch Frankreich seine Top-Kreditwürdigkeit verlieren könnte.  „Wenn man im weiteren AAA-Universum auf Frankreich schaut, ist es definitiv eines der Länder mit dem schwächsten Kenngrößen für öffentliche Finanzen“, sagt Maria Malas-Mroueh von Fitch.

Der Chef des  weltgrößten Anleiheinvestors Pimco, Mohamed El-Erian, hält dies ebenfalls für möglich: „Es ist schwer vorstellbar, dass nicht auch andere Träger des AAA-Ratings nun betroffen sein werden“, sagte er. „Wenn dies passiert und andere Länder wie Frankreich betroffen sind, würde dies die bereits fragilen Rettungsbemühungen für die Perpheriestaaten in Europa verkomplizieren“, sagte er.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fürchtet ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone, sollte Frankreich sein Top-Rating verlieren. Der Forschungsdirektor für Internationale Makroökonomie am DIW, Ansgar Belke, begründete dies bei Handelsblatt Online mit der Bedeutung Frankreichs für den Euro-Rettungsfonds EFSF: „Sollte sich das Rating Frankreichs auf AA verschlechtern, tritt dieses Land entweder aus Furcht vor Reputationsverlust nicht aus dem EFSF aus. Dann verschlechtern sich aber die Finanzierungsbedingungen für den EFSF insgesamt“, sagte Belke.

Oder Frankreich trete als Geberland aus. Dann würden die anderen Länder anteilsmäßig stärker belastet, aber der Schirm sinke vom Volumen her als Ganzes. „Beides lässt die Märkte zunehmend an der Nachhaltigkeit der Eurozone zweifeln“, sagte der DIW-Experte. „Selbstverstärkung wird von Märkten antizipiert, Aktienkurse fallen, was den Prozess beschleunigt.“

Für die globale Entwicklung mahnte Belke, unbedingt zu vermieden, dass sich die Ratings der Industrieländer schleichend verschlechtern. „Denn der Effekt ist selbstverstärkend, da dann die Kreditzinsen für die betroffenen Länder steigen und das Wirtschaftswachstum zurückgeht“, sagte der Ökonom. Die Folgen für Finanzmärkte insgesamt seien schwer abzuschätzen. „Möglich ist, dass sich in der Folge Ratings von Hypothekenfinanzierern und Pensionskassen als Halter von wegen der Schuldenkrise zunehmend zweifelhaften Staatsanleihen verschlechtern“, sagte Belke.

S&P feuerte bereits Warnschuss gegen Frankreich
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34 Kommentare zu "Euro-Schuldenkrise: Ökonomen fürchten um Frankreichs Top-Bonität"

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  • Zeitzeuge

    Entschuldigung !
    Der letzte Satz ging natürlich an die Ökonomen .

  • Was soll das Gelaber, Frankreich ist voraussichtlich ab Mittwoch dran und verdient hat es eine Abstufung, schlechter, als die USA. Dei BRD kann ihr rating nur behalten, wenn sie sich an keinen weiteren "Rettungsaktionen" beteiligt, weil der Export im Laufe von ca. zwei Monaten um ca. 40% zusammenbrechen wird, wenn das vorhandene Auftragsvolumen abgearbeitet ist.

  • 100% Zustimmung ! Volltreffer !

  • Die Ökonomen sind neben den Ratingagenturen die Schuldigen

    (Urheber)der Krise .

    Jetzt wollen sie das nächste Schaf (Frankreich )zum

    Schlachter führen .

    Jeder Ökonom macht hier seine Klientelpoltik , wo später

    die Profiteure die Ernte einfahren wollen .

    Ökonomen sind die gleiche Hetzbande wie die

    Ratingagenturen .

    Haltet Euch endlich geschlossen , sonst bricht wieder

    ein Chaos los !

  • Ich vermisse ein starkes deutsches Volk, das seine eigenen Angelegenheiten mutig, eindeutig und intelligent in die eigenen Hände nimmt und wieder "Die Wacht am Rhein" zu singen beginnt und vor allem auch sein gutes altes Lied

    Einigkeit und Recht und Freiheit
    für das deutsche Vaterland!
    Danach lasst uns alle streben
    brüderlich mit Herz und Hand!
    Einigkeit und Recht und Freiheit
    sind des Glückes Unterpfand:
    |: Blüh im Glanze dieses Glückes,
    blühe, deutsches Vaterland! :|

    A. H. H. von Fallersleben war ja wohl doch kein Nazi...

  • Oh, bloß nicht, meine Verwandten in Königsberg warten sehnlichst auf die deutschen Panzerspitzen, dort ist schon seit einigen Monaten "Ramadan", auch ohne hohe Ausländerquote...

  • Ich glaube, daß der Herr "Merkel" den Urlaub mit seiner Frau genutz hat, ihr mal etwas über die Meinung im Volke zu erzählen, vielleicht ist er auch handgreiflich geworden... ich wäre es jedenfalls, wenn meine Frau solche Sachen fortgesetzt täte..

  • 50 Mrd. Außenhandelsdefizit für F und 2010 sind an sich schon ein deutlicher Wink mit dem Zaunspfahl...

  • Wie schrieben die Amis: Diesel, Dieselgenerator und Sturmgewehre nebst ausreichend Munition... (Nahrunsmittel habe ich schon für ca. sechs Wochen eingekauft)...

  • Tjaaa, die waren bisher aber gewaltig ruhig, gelle? Warum wohl?????????????? Auch französische Gewerkschaften haben nichts gegen ein Versailles 2.0...

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