Euro-Sondergipfel
Merkel erwartet keine "spektakuläre Lösung"

Die Bundeskanzlerin will weiter keinen großen Wurf für Europa, aber Experten schlagen Alarm: Deutschlands Wirtschaftsweise fordern einen "Plan B" für die Schuldenstaaten und auch der IWF warnt vor dramatischen Folgen.
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Brüssel/Berlin/ParisBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Erwartungen an den bevorstehenden Euro-Sondergipfel gedämpft. Eine "spektakuläre" Lösung für die Krise der Euro-Zone werde es bei dem Treffen am Donnerstag nicht geben, sagte Merkel am Dienstag in Hannover. Nach einem Jahr Debatten über Griechenland gebe es "eine große Sehnsucht" nach einem "großen abschließenden, einem einzigen großen Schritt - am besten
spektakulär", sagte Merkel.

Diesen werde es aber nicht geben. Es gehe nun darum, "einen kontrollierten und beherrschten Prozess aufeinander folgender Schritte und Maßnahmen zu erzeugen". Neben einem zweiten Hilfspaket für Griechenland soll es bei dem Treffen in Brüssel auch um langfristige Lösungen gehen, um das Land und somit den Euro insgesamt krisenfest zu machen.

Vor dem Sondergipfel wollen Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Sarkozy ihr gemeinsames Vorgehen beraten. Dafür reist Sarkozy am Mittwoch nach Berlin. Das Treffen werde am Nachmittag stattfinden, teilte der Elysée-Palast in Paris mit.

Anschließend sei ein gemeinsames Abendessen von Merkel und Sarkozy geplant. Am Donnerstag werde der französische Präsident dann direkt von Berlin aus zum Gipfel nach Brüssel fliegen. Merkel und Sarkozy hätten sich bei einem Telefongespräch am Dienstagabend kurzfristig zu dem persönlichen Treffen entschieden.

Am Dienstag hatte Merkel sich auch mit US-Präsident Barack Obama telefonisch zu der Schuldenkrise in der Euro-Zone abgestimmt, wie das Weiße Haus in Washington mitteilte. Beim dem Telefonat hätten beide Politiker übereingestimmt, dass eine schnelle Lösung der Krise notwendig sei, um den Aufschwung in Europa und der Weltwirtschaft nicht zu gefährden. Neben einem zweiten Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland soll es bei dem Treffen am Donnerstag auch um langfristige Lösungen gehen, um den Euro insgesamt krisenfest zu machen.

Die fünf Wirtschaftsweisen verlangen von der Bundesregierung dagegen den großen Wurf - einen „Plan B“ zur Lösung der Euro-Schuldenkrise. Das „Prinzip Hoffnung“, nach dem die Krisenländer Griechenland, Irland und Portugal in absehbarer Zeit die von der Gemeinschaft erhaltenen Finanzhilfen zurückzuzahlen, sei zu wenig, heißt es in einem Gastbeitrag in der „FAZ“ laut einem Vorabbericht von Dienstag. 

Wenn dieser Plane scheitere, könne es zu einer uneingeschränkten gemeinsamen Haftung im Euro-Raum für Staatsschulden oder zu einem Auseinanderbrechen der Währungsunion kommen, warnen die Wirtschaftsweisen Wolfgang Franz, Peter Bofinger, Lars Feld, Christoph Schmidt und Beatrice Weder di Mauro in dem gemeinsamen Artikel. Es ist das erste Mal, dass sich alle fünf Mitglieder des Sachverständigenrats („Fünf Weise“) gemeinsam zur Euro-Krise äußern.

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Die Euro-Zone muss sofort reagieren

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  • Aber ohne den Euro müssten nicht alle Vierbeiner an der gleichen Kutsche ziehen und jeder könnte in seinem Tempo reisen und vorwärts kommen.

  • Der Staatsbankrott der DDR war schon recht teuer für uns. Aber rund 60 Mio Menschen aus der BRD haben den 20 Mio aus der DDR beigestanden.

    Wir können allerdings unmöglich den Griechen, Irländern, Portugiesen, Spaniern und Italienern beistehen. Unsere eigene Staatsverschuldung ist seit 2005 um über 500 Mrd gestiegen. Wir haben schon offiziell mehr als 2 Bio Schulden! Dazu kommen die merkelhaften Garantien!

    Selbst wenn wir wollten, würden wir es nicht schaffen, die Vereinigten Pleitestaaten Europas zu retten. Dazu sind auch wir viel zu klein!

    Frankreich kommt übrigens als nächstes dran.

  • @Anonymer Benutzer: bitte

    Und wieso schreiben Sie anonym???

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