Euro-Staaten im Visier des IWF
Aufatmen in Rom, Alarmstimmung in Athen

Entwarnung für Italien: Der IWF gibt dem Land trotz massiver Staatsschulden grünes Licht. Griechenland hingegen steuert der Katastrophe entgegen. Senkt der IWF in wenigen Tagen den Daumen, droht die Staatspleite.
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Rom/AthenDer Internationale Währungsfonds (IWF) sieht angesichts der Euro-Schuldenkrise derzeit keine Gefahr für Italiens Haushalt. Das Defizit sei unter Kontrolle, der Primärhaushalt sogar so stark wie in kaum einem anderen europäischen Land, sagte der IWF-Spitzenvertreter Carlo Cottarelli am Montag. Allerdings beginne nun der schwierigste Teil im Kampf gegen den Schuldenberg. Italien ist so stark verschuldet wie kein anderes Euro-Land mit Ausnahme Griechenlands, der Schuldenstand liegt bei rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung. Wenn die Verschuldung reduziert werde, könne das das Wachstumspotenzial erhöhen, sagte Cottarelli.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Italien vor gut einer Woche einen Warnschuss verpasst und den Ausblick für die Bonitätsnote gesenkt. Am Finanzmarkt sorgt das jedoch für wenig Aufsehen: Bei der jüngsten Emission von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von drei bis zehn Jahren traf die Regierung in Rom auf genügend Nachfrage am Markt und platzierte Anleihen im Volumen von 8,3 Milliarden Euro. Für zwei der Papiere muss das italienische Finanzministerium sogar weniger Zinsen zahlen als bei der vorangegangenen Auktion im April, nur bei einem Papier mit sieben Jahren Laufzeit wurde es geringfügig teurer.

Ganz anders sieht die Lage in Griechenland aus. Wenige Tage vor der erwarteten Entscheidung über weitere Hilfen für Griechenland steigt der Druck auf die Regierung in Athen, ihren Sparkurs zu verstärken und dabei das Volk sowie die Politik mit ins Boot zu holen. Nach neuerlichen Protesten im Zentrum Athens warnten Vertreter von EZB und EU eindringlich vor einer Umschuldung des Landes und mahnten Reformen wie Privatisierungen an.

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