Euro-Staaten
Schuldenkrise bedroht Italien und Frankreich

Die finanzielle Lage der Euro-Staaten driftet auseinander. Langfristig könnte die Schuldenkrise auch vermeintlich gesündere Länder treffen. In Griechenland, Portugal, Zypern und Malta ist die Solvenz beeinträchtigt.
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Ähnlich ist auch Italien, Spanien und sogar Frankreich auf einem gefährlichen Kurs. Das zeigt der neue Handelsblatt-CEP-Default-Index, den das Freiburger Centrum für Europäische Politik (CEP) dem Handelsblatt(Montagausgabe) exklusiv zur Verfügung stellt. Er bezieht nicht nur die Solidität der Staatsfinanzen, sondern auch die Finanzlage der Privatwirtschaft ein und bildet so die Kreditwürdigkeit der gesamten Volkswirtschaft ab.

Ein negativer Indexwert zeigt an, dass ein Land ein Teil des im Ausland geliehenen Kapitals für den Konsum aufwendet. Das gilt schon seit mehreren Jahren für Griechenland und Portugal, Malta und Zypern. Aber in jüngster Zeit weisen auch Italien, Spanien und Frankreich negative Werte auf. Das sei ein Alarmzeichen, warnt Lüder Gerken, Vorstandschef des CEP. "Das heißt, dass die Erosion der Kreditfähigkeit in Kerneuropa angekommen ist, bei den Gründerstaaten der EWG", sagt er.

„Griechenlands Kapitalstock schrumpft; das Land verarmt“, urteilt Gerken. „Chancen auf die Rückkehr an den Kapitalmarkt sind derzeit nicht erkennbar.“ Im Falle Italiens bemängelt er die Verschiebung der beschlossenen Reformen auf 2013. „Dadurch droht Italien schon bald in die höchste Risikokategorie abzurutschen.“ Frankreich drohe „mittelfristig der Verlust der Kreditfähigkeit“. Deutschlands Finanzlage hingegen hat sich in den vergangenen Jahren weiter verbessert.

Dirk Hinrich Heilmann
Dirk Heilmann
Handelsblatt / Chefökonom

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