Der renommierte New Yorker Wirtschaftsprofessor Nouriel Roubini stimmt in den Chor der Euroskeptiker ein: Er sei noch nie so pessimistisch gegenüber der Gemeinschaftswährung eingestellt gewesen wie jetzt, sagte er in einem Interview am Rande des World Economic Forum in Davos.
Euro-Zone: Roubini sagt Zerfall voraus
Nouriel Roubini: „In weiterer Ferne, nicht in diesem oder im nächsten Jahr, könnte die Währungsunion auseinanderbrechen.“ Quelle: ap
gof/blo DAVOS. „In weiterer Ferne, nicht in diesem oder im nächsten Jahr, könnte die Währungsunion auseinanderbrechen. Die Risiken steigen“, erklärte der Starökonom. Neben Griechenland nannte Roubini auch Spanien als Beispiel für eine Volkswirtschaft in der Euro-Zone, die durch haushaltspolitische Ungleichgewichte und fallende Wettbewerbsfähigkeit gekennzeichnet ist. „Die Euro-Zone könnte im wesentlichen auf eine Spaltung hinauslaufen. Ein starkes Zentrum und eine schwache Ländergruppe an der Peripherie; und eines Tages könnten einige Länder die Währungsunion verlassen“, sagte der Ökonom, der bereits ein Jahr vor der Finanzkrise vor ihrem Ausbruch gewarnt hatte.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, erteilte jüngst solchen Überlegungen eine klare Absage. Es sei eine „absurde Hypothese“, dass Griechenland zum Ausstieg aus der Euro-Zone gezwungen sein könnte, so Trichet. Griechenland selbst denkt nicht daran, die Gemeinschaftswährung aufzugeben. Laut Notenbankchef Giorgos Provopoulos soll das Land in der Euro-Zone bleiben, denn seine Probleme seien dort „eindeutig einfacher zu lösen“, sagte Provopoulos in einem Beitrag für die „Financial Times“. Der Minister argumentierte, ein Verbleib in der Euro-Zone sei der Abwertung einer neuen Landeswährung vorzuziehen, da dies eine steigende Inflation und steigende Zinssätze nach sich ziehen würde.
In Davos wurde Roubini seiner Rolle als Kassandra gerecht. Die Konjunkturprognose des IWF vom Vortag sei zu optimistisch. Für die zweite Jahreshälfte rechnet er mit einer Abkühlung des Wachstums in den USA, Europa und Japan. „Wachsende Arbeitslosigkeit, hohe Staatsschulden und ein schwacher Konsum prägen die Entwicklung“. Die Gefahr eines „double dips“, eines erneuten krisenhaften Wachstumseinbruchs, sei immer vorhanden. Kritisch sieht Roubini auch die US-Finanzen: Die „extreme Verschuldung“ stelle ein enormes Risiko für die Weltwirtschaft dar.
Kommentare (7)
Schweden ist zwar in der EU, hat aber seine eigene Währung behalten. Damit bleibt der schwedische Staat von den Turbulenzen des Euro weitestgehend verschont. Der schwedische Weg war schon immer etwas anders, aber humaner und erfolgreicher. Es ist zwar kein Paradies, aber der Mensch steht mehr im Mittelpunkt und wird nicht als notwendiges Übel zur Alimentierung der Oberschicht, wie z.B. in Deutschland, gesehen.
Haha, wieder einer der blind der Propaganda folgt. Der Euro verhindert Kriege, Mord und Totschlag? Daß ich nicht lache, innereuropäische Kriege sind seit 45 von den Besatzungsmächten verhindert worden, von sonst nichts und niemand, das ist Fakt. Seit wann befinden sich denn deutsche Soldaten in Kriegen? Seit wann nimmt die Armut so frappierend zu? Seit wann gibt es plötzlich nicht nur so viele Millionäre sondern gar Milliadäre? Neeee, mein Guter, EU = Filz = kaputt. Und wenn die EU kippt, ja was dann ? Glaubt da einer ernsthaft die Regierungen und deren Protagonisten die den Völkern mit zahllosen Lügen die EU als alternativloses Muß vorgelogen haben hätten noch irgend eine Chance? Eine Chance sich wieder als Volkstribune aufzuführen? Das Ende der EU geht mit massiven Umstürzen einher und der derzeitigen, sich selbst als Oberklasse bezeichnenden Gruppe des neuen Adels derer die jetzt das Zepter schwingen hat schon ganz zurecht das Fracksausen bekommen, so stehen die Dinge, alles andere sind lächerlich-naive Euphemismen.
Ja, was ist denn die Alternative zum Euro? Blut und Bomben und sterben fuers Vaterland? Gewalttaetiger stalinscher Marxismusterror? Ich erinnere daran, dass Adenauer und De Gaulle in einer Zeit, in der Deutschland, Frankreich und andere durch furchtbare Erfahrungen gelaeutert waren, und deshalb die Grundlagen zur EU legten und damit vernuenftigerweise beschlossen haben, dass, wenn man einen Gegner nicht vernichten kann, sich mit ihm verbuenden muss,und dass dies eine Chance ist, dessen Staerken und Werte wie auch dessen Unvollkommenheiten zu erkennen und seine Staerken und Werte gegebenenfalls zu uebernehmen, um eigene Unvollkommenheiten auszugleichen.
Wenn natuerlich EU-Gelder derart verschleudert werden, wie zum Beispiel in der innerspanischen Sprachpolitik (was zu kritisieren ich an Unis in Deutschland wagte und wofuer ich von deutschen Professoren als 'rechts und nationalistisch' eingestuft wurde), wenn deutsche Institutionen noch nicht einmal dafuer sorgen, dass ihre Schulabschluesse im EU-Ausland anerkannt werden, wenn hochqualifizierte, angeblich gebildete und hochintelligente Menschen auf einer Griechenland-Reise nicht erkennen koennen, dass das heutige Griechenland bei weitem nicht mehr das Niveau des Griechenlands zwischen 500 und 300 v. Chr. hat, wenn die Verantwortlichen derartig von der Betonung der schoenen auesseren Form in romanischen Laendern blenden lassen, wenn es gerade deutschen Beamten, die immerhin ziemlich gut von staatlichen Transferleistungen leben, erlaubt wird, ihre eigenen Interessen ueber die Interessen aller anderen EU-Buerger zu stellen - und so weiter - bei einem solchen Versagen der Verntwortlichen ist es natuerlich nicht zu verwundern, dass man selbst das geniale Jahrhundertwerk einer Vereinigung europaeischer Staaten vor die Wand faehrt. Da fragt man sich wirklich, was Zivilisation wohl wert ist.