Eurogruppe Französin wird Bankenaufsicht führen

In etwa einem Jahr soll die neue Bankenaufsicht ihre Arbeit aufnehmen. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat als Leiterin eine „französische Repräsentantin“ verkündet. Die Gerüchteküche brodelt.
Update: 10.01.2013 - 14:46 Uhr 12 Kommentare
Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker bei einer Pressekonferenz. Die neue Bankenaufsicht soll von einer Französin geleitet werden. Quelle: Reuters

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker bei einer Pressekonferenz. Die neue Bankenaufsicht soll von einer Französin geleitet werden.

(Foto: Reuters)

BrüsselDie neue europäische Bankenaufsicht soll von einer Französin geführt werden. Als Leiterin der neuen Behörde, die im März 2014 arbeitsbereit sein soll, werde eine "französische Repräsentantin" ernannt, teilte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am Donnerstag in Brüssel mit. Dort wurde gemutmaßt, dass es sich um Danièle Nouy handele, die derzeit Generalsekretärin der Aufsichtsbehörde der französischen Zentralbank ist.

Aus mit dem Vorgang vertrauten Quellen verlautete, die Regierung in Paris habe die Besetzung des neuen Chefpostens für sich reklamiert. Es handele sich um eine Gegenleistung für ihre Zustimmung zu einer Ernennung des niederländischen Finanzministers Jeroen Dijsselbloem zum neuen Eurogruppenchef.

Die neue Bankenaufsicht soll die großen und somit für das gesamte Finanzsystem wichtigen Banken - mit einer Bilanzsumme von mehr als 30 Milliarden Euro oder einer Bilanzsumme von mehr als 20 Prozent der Wirtschaftskraft ihres Heimatlandes - direkt kontrollieren. Sie soll bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelt werden und verhindern, dass Banken von nationalen Aufsichtsbehörden nicht streng genug kontrolliert werden und dann durch Finanzprobleme Staaten oder das gesamte europäische Finanzsystem in Schwierigkeiten bringen.

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12 Kommentare zu "Eurogruppe: Französin wird Bankenaufsicht führen"

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  • Das passt doch.

    Herr Juncker etabliert seinen Freund Mersch im Direktorium der EZB, zuständig für die Bankenaufsicht und ernennt ein Französin als Chefin für die Bankenaufsicht.

    Wann verlangt er auch noch, dass wir täglich in Luxemburg auch noch die Brötchen kaufen?

    Die Deutschen werden offensichtlich nur noch gefragt, wenn es um's bezahlen geht. Deutschland muss sich aus diesem Kreis verabschieden. Das ist auch nicht als Reparation für die Wiedervereinigung zumutbar.

  • Alle wichtige Posten werden von schwachen und wackelnden Ländern besetzt welche sollte es eng werden die Politik ihrer Länder vertreten und wieder Merkel und Co. über den Tisch ziehen. Mit uns Deutschen können sie es ja machen, wir bürgen und zahlen und der Rest Europa bestimmt wo es lang geht.

  • Deutschland muss raus aus dieser Fehlkonstruktion "Eurozone".

  • Monsieur Henkl,

    pardon, Frankreich hat nicht 150 Mio Einwohner, sondern nur 65.630.692 (Juli 2012 est.) Deutschland:81.305.856 (Juli 2011 est.)Das macht etwa 20% Differenz. Es gibt dafür etwa
    20% mehr Franzosen als Deutsche in den EU Behörden und Instanzen. Dafür gibt es viele Gründe. Dummheit zählt auch dazu.

  • Gegenleistung? Sicherlich ist für den deutschen Verzicht auf den EZB Chefposten und die Chance die französischen Großbanken (nach ihrem Griechenland-Desaster jetzt noch mal) retten zu dürfen schon mal eine Gegenleistung fällig! Das muß man einsehen. Der deutsche Einfluß in den EUdSSR Gremien droht sonst das Gewicht von Malta zu übersteigen.
    Da es bei der Bankenunion (die "Aufsicht" ist Zwischenstation dazu) letzten Endes ja schließlich vor allem um die Rettung der Französischen Großbanken geht: wer könnte da das deutsche Rettungsgeld besser dorthin lenken wo es wirklich gebraucht wird als eine Französin?
    Man fragt sich wirklich ob es schon mal jemand in der deutschen Regierung aufgefallen ist, daß alle europäischen (und viele internationalen) Gremien und Posten mit Franzosen besetzt sind (und im Fall des IWF sogar wiederbesetzt wurden).

  • Sehr guter Beitrag Uli
    Du hast mir aus der Seele gesprochen.
    Leider ist Personalpolitik nicht Anschelas starke Seite
    Carlo 13

  • @ wie kann es sein, dass so ein vorschlag kommt? ich verstehe eure spielchen nicht! für mich ist nu mal die frage offen, was ist mit dem step-markt? freundlicher konnte die welt online und co es doch nicht ausdrücken! NEWTON als schatzmeister hätte schlicht und einfach gesagt, ihr seid falschm...... besteht das miteinander in europa nur aus einem solchen miteinander?

  • ....und Frau Merkel ? Herr Schäuble ?? Sich nur nicht bewegen, sich ja nicht äußeren, es könnte unangenehm für die verschuldeten Partner in Europa sein.
    Wir zahlen wie üblich - eine Regierung die sich von einem Herrn Juncker vorführen lässt - diese Regierung ist gelinde gesagt: unfähig dieses Land zu regieren. Weg mit diesen Pfeifen !!

  • Eine Französin soll es werden, na endlich, und ich dachte schon die Deutschen wären mal dran? Frankreich fordert immer irgend etwas für irgend etwas von denen die damit gar nichts zu tun haben. Kein Posten beidem nicht Frankreich seinen Hut in den Ring wirft, und wenn man mal schaut wieviele hochrangige Posten in allen internatioanlen und allen europäischen Institutionen von Franzosen besetzt sind, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Frankreich mit seinen ca. 150 Mio Menschen darauf auch Anspruch hat, vor allem weil es mit seinem Staatshaushalt ja auch den Großteil aller Ausgaben in der EU aufbringt. Ein Land dessen Bürger erst mit 67 in Rente gehen, das die 40 Stunden Regelwoche hat und welches auch international gut aufgestellt als Zugpferd der EU gilt,hat darauf Anspruch und das ist auch gut so. Daß die Deutschen mit ihrer überwiegend agraisch geprägten Wirtschaft die von den Subventionstöpfen der EU abhängt. mit der Rente ab 58 und der 35 Stunden Woche hier natürlich nicht so stark vertreten sein kann, versteht sich von selbst....oder sollte ich da etwas durcheinander gebracht haben?? Merde, mais cela vie!

    Bon jour tristesse

    cordialmente

    Uli Henkl

  • Ich weiß, dass man große Banken braucht, die auch für großvolumige Projekte Darlehen vergeben können, ohne dass ein Clusterrisiko entsteht.
    Aber mit den lokalen (kleineren) Banken habe ich ganz gut Erfahrungen gemacht.

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